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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Garrel

Land in Sicht in „Amerika“

09.01.2019

Garrel Wie sind die Namen der Garreler Bauerschaften entstanden? Im zweiten Teil der Serie geht es um Falkenberg, Peterswald, Tweel/Tannenkamp/Amerika.

Falkenberg

Eine der letzten Kolonien, die angelegt wurden, ist Falkenberg. Bereits im Jahre 1909 wurde von der Oldenburgischen Regierung der Beschluss gefasst, Flächen zwischen der Garreler, Varrelbuscher und Resthauser Mark anzukaufen und für eine Besiedlung freizugeben. Es konnte dann eine zusammenhängende Fläche von über 500 Hektar angekauft werden.

Zur Entstehung des Namens wird folgendes berichtet: Die Siedler hatten sich auf den Namen „Freidorf“ geeinigt. Das aber stieß auf Ablehnung der Landesregierung in Oldenburg. Sie schlugen den Namen „Schlewitt“ vor, ein alter Flurname. Dagegen wehrte sich der Siedler Josef Meyer. Er schlug vor, den im Volksmund für diese Gegend auch bekannten Namen „Falkenberg“ zu nehmen. Dieser Name wurde dann 1920 genehmigt.

Peterswald

Die jüngste und auch kleinste Kolonie ist Peterswald. Ihren Namen verdankt sie dem angrenzenden Peterswald, in Angrenzung an Petersfeld. Überwiegend Landwirte aus der Gemeinde Löningen begannen hier die Besiedlung. Landesökonomierat Glaß aus Oldenburg, der sich auch schon für die Besiedlung Nikolausdorfs eingesetzt hatte, leitete die Vorbereitungen zur Besiedlung dieser Fläche. Fast zeitgleich wurde ein anderes, aber angrenzendes Gebiet in der Gemeinde Bösel besiedelt. Diese Bauerschaft wurde dann nach ihm benannt: Glaßdorf. Als 1922 ein Teil des Peterswaldes abbrannte, wurde nach langen Verhandlungen mit der Forstverwaltung diese Flächen den Siedlern zugeschlagen.

Tweel

Diese Ansiedlungen Tweel, Tannenkamp und Amerika sind eher direkt mit dem Ort Garrel verbunden. Die Siedler sind größtenteils abgehende Kinder von alten Garreler Familien. Der Name „Tweel“ ist aber älter als die ersten Siedler, so ist auf alten Flurkarten dieser Name schon zu finden. Er ist wohl vom Plattdeutschen abgeleitet und kommt von „dwälen“ oder „dwieren“, was so viel wie wehen oder auch verirren bedeutet („hei heff sick verdwiert“).

Zu den ersten Siedlern gehörte der Lehrer Luthmann. Er soll bereits um 1780 dort gesiedelt haben. Den Weg zur Garreler Schule legte er dann zu Fuß zurück. Bei der Schulvisitation 1784 durch den Leiter des münsterschen Elementarschulwesens, Bernard Overberg, wurde vermerkt, dass der Garreler Lehrer zum „Grass mähen in Holland sei“.

Allerdings kein Einzelfall: Zu dieser Zeit gingen viele Menschen in der Frühjahrs- und Sommerzeit nach Holland zum Geldverdienen. Etwa auch zu Ende des 18. Jahrhunderts siedelte dort ein Emke aus Bösel. Es heiratete ein Johann Jacob Niehaus aus Höltinghausen ein. Die Familie erhielt den Beinamen „Jaokob sin“. Einer Sage aus dem Volksmund nach soll der Name entstanden sein, weil er, wie Jacob in der Bibel, zwölf Söhne hatte. Das ist zwar nicht richtig, aber durch die Nachforschungen des Verfassers dieser Zeilen ergab sich, dass er tatsächlich zehn Söhne hatte.

Tannenkamp

Der Name Tannenkamp ergibt sich alleine vom Namen her. Auf überwiegend sandigem Boden wuchsen hier wohl vermehrt Nadelhölzer. Der Name „Kamp“ ist erst im Mittelalter entstanden, vermutlich vom lateinischen Begriff „Campus“ = Feld oder Ebene. Es bezeichnete eine zumeist durch Wälle oder Gehölz umfriedetes Gelände, welches als Acker oder Weide genutzt wurde.

Amerika

Die Erklärung des Namens Amerika ist etwas schwieriger. Er dürfte etwa Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts entstanden sein. Die Gegend dort erinnerte wohl an das große Amerika. Da auch der alte Weg der Garreler zur Kirche nach Krapendorf (Garrel wurde erst 1872 eine selbstständige Kirchengemeinde) durch dieses Gebiet führte, verglich man diese Strecke mit einer Überfahrt nach Amerika. Nasse und sumpfige Flächen führten zu einer sandigen Erhöhung in diesem Bereich, und einige sagten dann wohl: „Es ist Land in Sicht.“ Es handelt sich letztendlich also um einen scherzhaften Namen. Der beschwerliche Weg zu allen Jahreszeiten, besonders im Winter, führte zu so manch lustiger, aber auch schauriger Geschichte.

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