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NWZonline.de Region Cloppenburg Gemeinden Garrel

Gehlenborg scheut Kandidatur ums Präsidentenamt

21.02.2005

GARREL /LASTRUP /BARSINGHAUSEN GARREL/LASTRUP/BARSINGHAUSEN - Eugen Gehlenborg gibt auf. Der 57-jährige Garreler stellt sich nicht einer Kampfkandidatur um die Wahl zum Präsidenten des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV). Genau 200 Tage vor dem 41. Verbandstag am 10. September in Barsinghausen ist die Nachfolge von Engelbert Nelle (71), der seit 1988 an der Spitze steht, nun geklärt. Nelles Wunschkandidat Karl Rothmund, seit 1990 Chef der NFV-Verwaltung, ist nach einem 15-monatigen Personalgerangel hinter den Funktionärskulissen jetzt einziger Kandidat, nachdem am Wochenende Kontrahent Gehlenborg seine Kandidatur – für viele Experten nicht unerwartet – zurückzog.

Es gilt nunmehr als sicher, dass Rothmund ins Spitzenamt gewählt wird. Gehlenborg könnte ihn in zwei oder drei Jahren beerben, müsste sich so lange aber mit der neuen Position eines Ersten Vizepräsidenten zufrieden geben. Rothmund will spätestens 2008, eher 2007 nach dem DFB-Bundestag, seine NFV-Präsidentschaft aufgeben und das Amt des DFB-Schatzmeister vom aus Altersgründen ausscheidenden Heinrich Schmidhuber (Waldkirchen) übernehmen. „Dann warte ich halt noch zwei, drei Jahre", meinte Gehlenborg gestern keineswegs geknickt oder enttäuscht.

Ende November 2003 hatte Nelle für viele völlig überraschend in Rothmund den früheren Bürgermeister von Barsinghausen als seinen Wunschnachfolger vorgeschlagen. Der „gute Draht zur Wirtschaft“ spreche in Zeiten knapper Kassen für den Industriekaufmann mit Wirtschaftsdiplom. Der bei der damaligen Beiratssitzung schriftlich vorliegende Weser-Ems-Vorschlag zu Gunsten von Gehlenborg, der zuvor als Nachfolger von Bernd Holthaus (Niederlangen) Vizepräsident geworden war, wurde in der Verbandsbeiratssitzung von Nelle nicht einmal erwähnt.

Der NFV-Bezirk Weser-Ems mit der neuen Führung unter Ferdinand Dunker (Dinklage) und einem im Hintergrund grollenden Vorgänger Hermann Lüken (Lingen) hatte es auch versäumt, diesen Kandidaten-Vorschlag öffentlich zu begleiten.

„Bis zum Verbandstag wird es nur noch eine Kandidaten geben“, erklärte Nelle immer wieder selbstsicher. Als sich jetzt neben den Weser-Ems-Funktionären auch die der Kreise des Bezirkes Lüneburg und einige Kreise im Bezirk Hannover – unter anderem Diepholz – hinter Gehlenborg stellten (die NWZ berichtete), schien das Rennen gelaufen. „60:40 stand es für mich“, rechnete Gehlenborg vor. Doch auch nach mehreren Gesprächen, an denen auch Nelle und Dunker beteiligt waren, war Rothmund – wie von Gehlenborg erhofft – nicht zum Rückzug zu bewegen.

„Das schadet mir, das schadet meiner beruflichen Tätigkeit, und das schadet auch dem Fußball“, begründete Gehlenborg seinen Verzicht auf eine Kampfkandidatur. So sei es wichtiger, einen niedersächsischen Platz im DFB-Präsidium für Rothmund abzusichern. Die Niedersachsen können, da Nelle aus Altersgründen aufhören muss, zudem die Position eines Ersten DFB-Vizepräsidenten in die Verhandlungsmasse mit den Landesverbänden werfen. Vorher soll allerdings Rothmund – sozusagen als Visitenkarte – Schatzmeister beim Norddeutschen Fußballverband werden. Der jetzige Amtsinhaber Dieter Jerzewski (Bremen) rückt 2006 für Nelle dort ins Präsidentenamt. Die dann vakante Vizepräsidentschaft, Wolfgang Zumm (Bremerhaven) scheidet nun doch aus, könnte dann allerdings Gehlenborg übernehmen. Bei der Beiratssitzung des Bezirkes Weser-Ems am Sonnabend in Lastrup hatte NFV-Präsident Nelle noch einmal betont, dass eine zuletzt in die Diskussion gebrachte Vizepräsidentschaft für Rothmund nicht als Empfehlung für

den DFB-Bundestag reiche.

Enttäuscht über den Verzicht Gehlenborgs zeigten sich die Vertreter aus dem Bezirk Lüneburg. Sie hatten zwar spät, aber umso engagierter Partei für den Garreler ergriffen. „Da bin ich mir auch nicht sicher, ob Gehlenborg in drei Jahren gewählt wird“, war jetzt zu hören.

Auch viele Kreisvorsitzende im Weser-Ems-Raum reagierten enttäuscht. So auch der Cloppenburger Werner Busse – jahrelang Gehlenborgs Vertreter und seit 2003 dessen Nachfolger –, der sich für den Garreler engagiert hatte. „Man kann ihn nicht zum Kandidieren zwingen“, sagte Martin Fischer, Chef des NFV-Kreises Vechta.

Gehlenborg hob noch einmal hervor, dass das mit Nelle und Rothmund ausgehandelte Kompromiss-Papier weitere positive Punkte für Bezirk und Kreise enthalte. Die Bezirke erhalten mehr Machtbefugnisse, die Kreise werden gestärkt. Die Allianz zwischen Lüneburg und Weser-Ems hatte kürzlich mit 113:90- Stimmen die Abschaffung der Bezirke gestoppt.

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