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NWZonline.de Region

Auf der grünen Wiese ins Arboretum

28.04.2017

VON SWANTJE SAGCOB


Wer entlang der Hunteniederung zwischen Oldenburg-Osternburg und Berne fährt, sieht links und rechts vereinzelt Höfe liegen – nichts Besonderes in der Wesermarsch. Auch die Schwarzbunten gehören zum Landschaftsbild. Auch an der Neuenkooper Straße 64 standen früher Kühe auf der Weide, die bis vor die historische Hofanlage reichte. Heute versteckt sich auf dem zwei Hektar großen Gelände hinter dem Baudenkmal ein privates (eintrittspflichtiges) Arboretum, das kaum jemand vermutet und seinesgleichen sucht.

Wer dieses parkähnliche Kleinod bei einer Führung entdeckt, darf staunen. Denn Matthias Rieger, Experte im Gartenbau, hat hier in den letzten 20 Jahren mehr als eine bloße Gehölzsammlung geschaffen. „Mein Arboretum ist ein gärtnerisch gestalteter Raum, in dem die Gehölze in einen Kontext gebracht werden.“ Die mehr als 20 Gartenräume werden nach außen größer, um die Weite der Wesermarsch optisch zu integrieren.

In der Gestaltung liebt der 52-Jährige die Geometrie bis zu einem gewissen Maße, um sie dann bewusst zu durchbrechen; seine persönliche Note ist eine gewisse Asymmetrie in der Anzahl der Gewächse, die es zu entdecken gilt.

Verblüffend ist nicht nur die Vielzahl an einheimischen und exotischen Sorten, vor allem Wildarten, die sich in ihren Kontrasten wunderbar voneinander abheben und zugleich zu einem Ensemble ergänzen, bezaubernd ist auch das Farbspiel im Arboretum, das sich jetzt im 14-tägigen Rhythmus komplett ändert. „Das wird im Mai und Juni besonders an den Sichtachsen deutlich, wenn alles ganz belaubt ist“, so Rieger. „Nicht nur die Blattfarbe, auch die Blattform zeigt die Einzigartigkeit der Gehölze untereinander. Es entstehen richtige Pflanzenbilder, die sich wie ein Bild malerisch einrahmen lassen“, schwärmen die Gästeführerinnen Gudrun Korte und Bettina Cordes.

Mehr als 50 verschiedene Arten und züchterisch bearbeitete Sorten von Magnolien, aber auch Zierkirschen, Bananenstauden oder winterharte Hanfpalmen, Platanen oder Zwergahorn – viele der selbst vermehrten Pflanzen gibt es auch in der kleinen Raritätengärtnerei auf dem Hof nach den Eisheiligen zu erwerben.

„Wir legen sehr viel Wert darauf, Gartenliebhabern zu zeigen, was geht und was nicht.“ Bei Hanfpalmen sollten statt billiger Italien-Importe die chinesischen Hanfpalmen aus dem Himalaya bevorzugt werden, die winterfester seien, rät Rieger. In der Fachwelt ist das Arboretum für seine exotischen Sorten bekannt. Um aber als gartenkulturelle Anlage überleben zu können, braucht es Unterstützer und Förderer; und ein Traum vom Gartenchef ist ein ausgebildeter Gärtner als seine rechte Hand zur Entlastung. Ob chinesischer Garten, der derzeit gerade inklusive Brücke neu entsteht, ob mediterraner oder maurischer Garten, ob Kräuter- oder Bauerngarten – diese grüne Oase, die als Naherholungsziel noch mehr Aufmerksamkeit verdient, erfordert viel Fachwissen und Pflege.

„Ein Garten wird nie fertig“, lacht Matthias Rieger, der von seinen Reisen im Ausland viele neue Pflanzen und Saaten mitgebracht hat. Besonderes Interesse hegt er für Chile, weil die klimatischen Bedingungen im Winter relativ ähnlich wie im Nordwesten sind. Besonderer Augenmerk liegt derzeit auf der Neuanlage eines eigenen Weinbergs, einem Feigengarten und dem neuen Aussichtsturm. Matthias Rieger kennt keine Langeweile: „Ein bisschen verrückt vor Leidenschaft muss man schon für ein solches Arboretum sein“, weiß der Gärtner um seine Berufung.

Weitere Artikel unter:
http://bit.ly/2oO0fyA


Mehr Infos unter   www.arboretum-neuenkoop.de 
Bilder und weitere Artikel unter   nwzonline.de/gartenzeit 

  gartenwochen@nwzmedien.de 

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