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NWZonline.de Region

Grüne Tomaten reifen nach

09.09.2017

Wenn im September die milden spätsommerlichen Temperaturen durch regnerisches Wetter und Kälte abgelöst werden, beginnen wärmebedürftige Gemüsesorten wie Tomaten zu frösteln und brauchen besonderen Schutz. Meist sitzen sie noch voll von grünen Früchten, die im Freien ohne Schutzmaßnahmen nicht mehr ausreifen. Es wäre zu schade, diese vom ersten Frost oder der Krautfäule, die bei feuchter Witterung schlagartig einsetzen kann, dahinraffen zu lassen. Bei dieser Krankheit weisen die Früchte braune, eingesunkene Flecken auf, das Fruchtfleisch ist verhärtet.

Kopfüber aufhängen

Am besten gedeihen Tomaten im Herbst noch bei uns, wenn man ihnen ein günstiges Mikroklima anbietet: an einer Hauswand, geschützt vor Regen, oder unter einer Folie. Im Freiland stehenden Tomaten kann man spezielle Hauben überziehen, die vor Kälte und Nässe schützen. Diese weisen zwar Atmungsöffnungen auf, bei starkem Sonnenschein ist es aber günstiger, sie tagsüber zu entfernen, um kein schwül-feuchtes Klima entstehen zu lassen, das Pilzinfektionen begünstigt.

Am besten wachsen Tomaten derzeit im Gewächshaus oder Wintergarten, wo sie optimal ausreifen. Alle sich noch bildenden Blütenstände werden ausgekniffen. Aufs Gießen wird verzichtet, um die Reife zu beschleunigen. Wenn die ersten stärkeren Fröste drohen, ist eine Kultur nur noch im klimatisierten Gewächshaus möglich.

Gesunde Pflanzen aus dem Freiland schneidet man zu diesem Zeitpunkt über dem Boden ab und hängt sie kopfüber in einem Schuppen auf. Die grünen Tomaten reifen am verdorrten Kraut langsam nach. Etwas mühsamer, bei größeren Mengen aber durchaus lohnenswert, ist es, die Tomaten in Obstkisten im Haus zu lagern und mit Zeitungspapier abzudecken. Mit Stiel geerntete Tomaten halten sich länger. Einige Früchte holt man dann nach und nach in das warme Zimmer und lässt sie auf der sonnigen Fensterbank nachreifen. So gelagert, können die Tomaten noch wochenlang halten.

Giftiges Solanin

Da diese Nachreife manchem zu aufwendig erscheint, ist es beliebt, grüne Tomaten süßsauer einzukochen, milchsauer wie Sauerkraut einzulegen oder daraus Marmelade zu kochen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass unreife Tomaten das giftige Solanin enthalten, das nicht durch Hitze abgebaut wird. Unreife Früchte, die kleiner als Walnüsse und dunkelgrün sind, enthalten die höchsten Werte von bis zu 30 Milligramm Solanin pro 100 Gramm Frischsubstanz. Die für den Menschen giftige Tagesdosis wird mit 25 Milligramm/100 Gramm angegeben.

Am idealsten zur Verwertung grüner Tomaten ist die milchsaure Zubereitung, dabei wird bis zu einem Drittel der Giftstoffe abgebaut. Marmelade, die durch viel Zucker verdünnt und ohnehin nur in kleinen Mengen verbraucht wird, ist ebenfalls unbedenklich. Ein Problem gibt es nur bei süß-sauren Tomaten, wenn dazu besonders gifthaltige Früchte verwendet und große Portionen verzehrt werden. Nimmt man hingegen für diese Zubereitung nur größere, hellgrüne Früchte und verzehrt nur kleine Mengen, ist ebenfalls keine Gesundheitsbeeinträchtigung zu befürchten.