Wohl kaum etwas anderes macht es so deutlich, dass der Frühling endlich Einzug gehalten hat: Die sattgrüne Farbe und die Fülle eines Rasens sind die besten Anzeichen dafür. Damit die noch vorhandene Blässe – kein Wunder nach monatelanger Kälte und einer zeitweisen Decke aus Schnee oder Laub – schon bald der Vergangenheit angehört, ist es nun wichtig, den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen. So kommt Lebendigkeit ins Spiel und garantiert noch mehr Lebensfreude beim Betrachter. Wichtig ist nun, dem Rasen wieder mehr Raum für eine gute Entwicklung zu geben. Platz gemacht für Neues wird beim Vertikutieren (siehe auch Schritt für Schritt-Anleitung in der Mitte). Sind Rasenfilz und Unkräuter erst einmal entfernt, wird gesät und gedüngt. Wird es wärmer und der Niederschlag geringer, sollte der Rasen bewässert werden.
Mehr als 300 Sorten
Rasen ist nicht gleich Rasen. Der eine ist besonders strapazierfähig, der andere zeichnet sich durch seine tiefe Farbe aus oder ist sehr pflegeleicht. Rund 300 Sorten gibt es nach Angaben des Bundessortenamts. Es gibt eine große Anzahl von Gräserarten für Landschaftsrasen, aber nur wenige sind für Rasenflächen in engerem Sinne (Sportrasen, Hausrasen, Zierrasen) geeignet und züchterisch bearbeitet. Alle Rasengräser zählen übrigens zur Familie der Süßgräser, die sich in Bau und Aussehen unterscheiden und dabei typische Merkmale aufweisen. Ganz grob können die Rasengräser nach ihrer Wuchsform eingeteilt werden. Horstartig wachsen beispielsweise Deutsches Weidelgras und Horstrotschwingel. Unterirdische Ausläufer hat die Wiesenrispe. Oberirdische Ausläufer weist das Flechtstraußgras auf.
Bei der Auswahl für den hauseigenen Rasen kommt es darauf an, dass die richtigen Gräserarten in den jeweiligen Mischungen enthalten sind. Wichtigstes Gras mit borstenartigen Blättern für Gebrauchsrasen, aber auch für Zierrasen ist Rotschwingel. Geringe Nährstoff- und Feuchtigkeitsansprüche zeichnen es aus, dabei ist es sehr gut schnittverträglich, aber wenig belastbar. Insgesamt rund 110 Sorten sind hiervon geprüft und zugelassen. Unzählige Einzelgräser bilden schließlich den Rasen. Bei der Verwendung von Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) hat man eine Gewähr für gute Qualität des Saatgutes. In diesen Mischungen werden geeignete Sorten und die Artenanteile für die jeweiligen Mischungstypen eingehalten. Die Mischungen basieren auf erprobten Gräserarten und speziellen Rasengräsersorten.
