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NWZonline.de Region

Magische Kraft des Donnerkrauts

18.11.2017

Viele Volksnamen, wie Wetterwurz, Donnerkraut, Dachwurz und auch der botanische Name Sempervivum tectorum, was so viel wie „immerlebend auf dem Dach“ bedeutet, weisen auf alte Bräuche mit der Hauswurz hin.

Noch heute findet man im ländlichen Raum auf den Dächern von Bauernhöfen und Hütten die Hauswurz wachsen, mit dem Zweck, die Häuser vor Blitzschlag zu schützen. Dieser Brauch geht auf das Mittelalter zurück, auf die Landgüterverordnung, Capitulare de villis, von Karl dem Großen. Diese Verordnung unterstützte den Anbau von 72 Kräutern und endet mit dem Satz: „und der Landmann hat auf seinem Haus die Hauswurz zu haben.“

Nach Auffassung der damaligen Zeit schützten diese Pflanzen mit ihren auffälligen Blattrosetten das Haus, auf dessen Dach sie wuchsen, vor einem Blitzeinschlag. Schaut man sich die Pflanze einmal näher an, lässt sich ein Sinn erahnen. Jedes der vielen Blätter der Hauswurz endet in einer feinen Spitze, die den elektrischen Spannungsausgleich zwischen Luft und Erde erleichtert, um eine Entladung, wie einen Blitz, zu vermeiden.

Schaut man sich heutzutage einen modernen Blitzschutz an, stellt man fest, dass es nicht mehr das Ziel ist, den Blitz anzuziehen und ihn abzuleiten, sondern sich vor einer Blitzentladung zu schützen. Dazu wird ein Büschel fein zugespitzter, geerdeter Drähte verwendet, die erstaunlich an die Blattrosette der Hauswurz erinnern.

Auch in der mittelalterlichen Heilpflanzenkunde wurde die Pflanze gern eingesetzt; heute findet sie Verwendung in der Homöopathie und in der Volksmedizin zur Linderung von Verbrennungen. Für den eigenen Hausgebrauch lässt sich der frische Saft der Blätter dafür nutzen, Insektenstiche zu lindern.

Heutzutage wird die Hauswurz aber vorwiegend wegen der hübschen Blattrosetten angepflanzt. Für den Garten gibt es da neben der Art etliche Hybriden mit verschiedenen grünen, grauen und roten Blättern. Dekorativ wirken auch Arten, wo die Rosette mit weißen, spinnenwebartigen Haaren überzogen ist.

Hauswurz gehört zu den niedrigen Pflanzen, die kaum zehn Zentimeter hoch werden. Da sich ständig neue Rosetten bilden, wachsen die Pflanzen teppichartig in die Breite. Zum Sommer bilden sich an alten Rosetten verzweigte Blütenstiele mit glocken- bis sternförmigen, rosa bis roten Blüten; nach dem Verblühen stirbt die Blattrosette ab. Da ständig neue entstehen, breitet sich die Hauswurz kontinuierlich aus.

Diese Pflanzen passen gut in den Steingarten, an Wege, auf die Terrasse oder den Balkon in Kübel und Tröge, aber auch ins Haus als Zimmerpflanze, wobei die Wintertemperatur dort nicht über zehn Grad steigen sollte. Dekorativ sieht es aus, wenn verschiedene Arten und Sorten zusammengepflanzt werden und zu einer dichten Bepflanzung verwachsen. Damit die Pflanzen gut gedeihen, sind ein sonniger Stand auf magerem Boden und eine sparsame Düngung nur über Sommer erforderlich. Zu vermeiden ist immer Staunässe, da die Pflanzen sonst leicht faulen. Eine Vermehrung der Pflanzen ist kinderleicht: Die zahlreichen Nebenrosetten, die bereits eigene Wurzeln haben, werden abgetrennt und gleich in Erde eingepflanzt.

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