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NWZonline.de Region

Von Narren und Mumien

23.09.2017

Neben Apfel, Birne und Kirsche gehören Pflaumen zum beliebtesten Obst im Garten. Es gibt eine reiche Vielfalt an Arten wie Eierpflaumen, Rundpflaumen, Zwetschen, Mirabellen und Renekloden.

In der Vergangenheit traten vermehrt Probleme mit Krankheiten zu Tage wie Narrentaschenkrankheit, Pflaumenbeutelgallmilbe und Fruchtmumien, die bei konsequenter und vorbeugender Behandlung alle gut in den Griff zu bekommen sind.

Runzelige Früchte

Bei der Narrentaschenkrankheit nehmen die Früchte der Zwetschen völlig ungewohnte Formen und Farben an. Meistens entwickeln sie sich besonders schnell, sind flach, langgestreckt und etwas gekrümmt. Die Oberhaut ist zuerst weiß und runzelig und später bräunlich gefärbt. Schneidet man die Früchte durch, stellt man fest, dass sie keinen Stein enthalten.

Dies ist eine pilzliche Erkrankung, infiziert werden die Bäume bereits kurz vor und während der Blüte. Eine Gefahr besteht auch nur bei niederschlagsreichem Wetter zu dieser Zeit, da die Blüten nur dann von den Pilzsporen infiziert werden können. Bei einem starken Befall sind oft bis zu 80 Prozent der Früchte betroffen. Herrscht jedoch trockenes Wetter während der Blüte, ist keine Ansteckung zu erwarten.

Da keine direkten Mittel im biologischen Pflanzenschutz zur Verfügung stehen, kommt der Vorbeugung eine große Bedeutung zu. Soweit möglich, kann man alle infizierten Früchte bereits am Baum abpflücken.

Wichtig ist es, spätestens alle Früchte einzusammeln, wenn sie herabgefallen sind, und sie anschließend aus dem Gartenbereich zu entfernen, da von ihnen sonst im nächsten Jahr eine erneute Infektion ausgehen kann.

Bei einer Erkrankung mit Pflaumengallmilben weisen die Blätter zahlreiche beutelförmige, ungefähr zwei Millimeter große grüne Gallen (Beutel) auf. Bei einem starken Befall können auch leicht die Früchte in Mitleidenschaft gezogen werden. Diese Krankheit tritt an verschiedenen Pflaumensorten und Mirabellen auf.

Die Milben überwintern zahlreich unter Knospen. Ab Frühjahr saugen sie an Knospen, Blättern, Trieben und Früchten. Später wandern sie wieder unter Ritzen und in Knospen. Während ihrer Wanderung werden sie durch Wind und Regen verbreitet. Eine Behandlung hat nur dann Erfolg, wenn sie vorbeugend und zeitig im Frühjahr erfolgt.

Äste säubern

Im Herbst nach dem Blattfall werden der Stamm und die großen Äste mit einer groben Bürste gesäubert, anschließend wird ein Baumanstrich vorgenommen. Das kann im Nachwinter noch einmal wiederholt werden. Bei einem starken Befall wird im nächsten Frühjahr nach dem Ende der kräftigen Fröste und vor dem Knospenaufbruch mit einem Weißöl (drei Prozent) mittels eines scharfen Strahles eine Stamm- und Astwäsche vorgenommen. Die emulgierten Paraffinöle unterbinden die Atmung, und die Tiere sterben ab. Bei einem starken Befall nach dem Austrieb können im Frühjahr auch sofort zwei Spritzungen mit Schwefelprodukten im Abstand von zwei Tagen erfolgen.

Pflaumen und Zwetschen sind außerdem empfindlich gegenüber pilzlichen Erkrankungen wie zum Beispiel der Monilia. Dieser Pilz überwintert zum Teil in befallenen Früchten, die oft den ganzen Winter noch an den Bäumen hängen. Durch Wind, Regen und Insekten wird er ab Frühjahr verbreitet und befällt wieder die Obstbäume.

Es lohnt sich, alle diese als Fruchtmumien bezeichneten Gebilde gründlich einzusammeln. Die mumifizierten Früchte kommen wegen der Ansteckungsgefahr auch nicht auf den Kompost, sondern werden aus dem Gartenbereich entfernt.