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NWZonline.de Garten

Gartenplanung: Steinmauer als Lebensraum

07.11.2015

Zum Abfangen von Böschungen oder zur Schaffung von Höhenunterschieden bieten sich Steinmauern an, die gleichzeitig neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen, bei denen dieses spezielle Mikroklima beliebt ist. Als Vorbild für solch eine Gestaltung lohnt es sich, in der Nähe Landschaftsteile mit Natursteinen in Augenschein zu nehmen. Da diese heutzutage vielfach verschwunden sind, können auch Steinbrüche und Kiesgruben, Abraumhalden und Bahndammböschungen oder bereits angelegte Trockenmauern in naturnahen Gärten diesen Zweck erfüllen.

Nur aufschichten

Natürlich sollte man Steine nicht aus Biotopen in der Natur nach Hause tragen, sondern sie von Stellen entnehmen, wo sie durch Bautätigkeit und Bewirtschaftung anfallen. Sinnvoll ist es, in näherer Umgebung vorkommende Gesteinsarten zu verwenden, in Norddeutschland Findlinge, im Harz und im Bayrischen Wald Granit, im Rheinland Schiefer- und Tuffgesteine und in der Schwäbischen Alb, dem Fränkischen Jura und den Bayrischen Alpen Kalkgestein.

Eine Natursteinmauer oder ein Wall aus Steinen bieten sich besonders bei einem Gelände mit Gefälle oder Böschung an. Es ist darauf zu achten, dass die Mauer nur geschichtet wird, niemals gemauert, so dass möglichst vielfältige Hohlräume entstehen. Die Anlage sollte windgeschützt, nach Süden ausgerichtet und möglichst nur wenig beschattet sein.

Im unteren Drittel finden die großen Steine Verwendung. Sie werden mit leichter Neigung gegen den Hang geschichtet. Kleine Steine werden in die Zwischenräume geschoben und im oberen Bereich verwendet.

Die Gesamthöhe sollte aus Stabilitätsgründen nicht viel höher als ein Meter sein. Zwischen den Steinen wird etwas Lehmboden aufgebracht, um später Pflanzen einsetzen zu können.

Für einen vollsonnigen Standort auf kalkhaltigem Boden eignen sich als Stauden Blaukissen, Gänsekresse, Pfingst- oder Federnelke, Polsterphlox, Johanniskraut, Hungerblümchen, Schleifenblume, Hornkraut, Stauden-Lein, Steinbrech, Mauerpfeffer, Katzenminze, Thymian und Küchenschelle.

Vielzahl von Tieren

Für den schattigen Bereich kommen Mauerraute, Lerchensporn, Steinfeder, Leberbalsam, Gämskresse, Leinkraut und Hirschzunge infrage. Mit der standortgemäßen Vegetation wird dieses Gesteinsbiotop auch von einer Vielzahl von Tieren besiedelt.

Der Blütenreichtum der Pflanzen lockt Insekten und Schmetterlinge an. Außerdem finden Insekten in den Ritzen Verstecke, Hummeln sowie Solitärbienen und -wespen schaffen sich Brutplätze. Bald finden sich Laufkäfer ein, ebenso wie Würmer, Spinnen und Asseln. Sie sind Beutetiere für Zaun- und Mauereidechse oder für Igel und Marder. Auch der Hausrotschwanz jagt mit Vorliebe dort Insekten, Meisen bauen ihre Nester in Mauerhöhlungen. Mit etwas Glück stellt sich in diesen Höhlungen auch das Mauswiesel ein, das auf Wühlmausjagd geht. Unter kühlen, feuchten Steinen suchen Kröten Schutz vor der Sonne, und Molche finden dort ein Versteck für die Winterruhe.

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