Schon ein kleiner Balkon reicht aus. Der Platz für einen großen Topf oder Kübel ist schnell gefunden, schon wird Tomaten, Erbsen und Mini-Paprikas ein neues Zuhause geboten. Insbesondere das durch seine kleinen Früchte besonders beliebte Naschgemüse mit seinen fast schon exotischen Sorten findet hier garantiert ein Plätzchen. Das Beste: Naschgemüse bleibt vom Wachstum her kleiner und bildet daher auch kleinere Früchte aus. Das Beste: Hier darf man sich immer wieder gerne im Vorbeigehen bedienen. „Auch wenn nur ein kleines Eckchen für die Mini-Beete vorhanden sind, muss dennoch darauf geachtet werden, dass die Pflanzbehälter groß genug sind und den Pflanzen genügend Raum fürs Wachstum bieten“, sagt Jan Wittje von der Gärtnerei Wittje in Edewechterdamm. „Eine Balkontomate braucht beispielsweise mindestens 3 Liter Erde, besser sind 4 bis 5.“
Guter Grund
Ob Gemüsebeet oder ein Kübel auf dem Balkon – je besser die Pflanzen gepflegt werden, desto größer ist der Ernteertrag. So lohnt es sich, im Fachhandel zu spezieller Gemüseerde zu greifen. Und wer regelmäßig düngt, kann auch regelmäßig ernten: vom Sommer bis zum ersten Frost. „Sobald geerntet wurde, kann auch gleich wieder gedüngt werden, um das Wachstum der neuen Früchte zu fördern“, so Jan Wittje. Möglich ist dies auch mit normalem Blumendünger, der etwas mehr Calcium enthält. Ist die Pflanze stark, so hält dies auch Krankheiten und Schädlinge fern. „Die meisten Krankheiten bei Gemüsepflanzen entstehen übrigens durch Calciummangel“, weiß Jan Wittje.
Schon früh sollte man beginnen, den Boden zu kalken – entweder direkt beim Pflanzen in die Erde einarbeiten oder Kalk im Wasser auflösen und damit von Zeit zu Zeit gießen. „Die Pflanze braucht das Calcium zur Fruchtbildung. Ist zu wenig im Boden vorhanden, wird die Schale zu dünn und sie wird anfälliger, beispielsweise für Schimmel. Der PH-Wert sollte ungefähr bei 6 liegen“, erklärt Jan Wittje. Dennoch sollte man auch hier, genau wie bei allen anderen Pflanzen, darauf achten, des Öfteren den Standort zu wechseln: Schädliche Einflüsse, die sich hier vielleicht über Jahre aufgebaut haben und zu Krankheiten oder Pilzbefall führen können, werden so vermieden.
Wenig anfällig
Gerne greifen Hobbygärtner inzwischen auch zu veredeltem Gemüse. Dieses, beispielsweise von Kiepenkerl, ist besonders gezüchtet in Hinblick auf Ertrag und Geschmack. Außerdem ist es resistent gegen die üblichen Krankheiten, durch seine extrem starke und widerstandsfähige Wurzelunterlage auch gegen Bodenkrankheiten. Veredeltes Gemüse beinhaltet zwei gute Eigenschaften unterschiedlicher Pflanzen. Durch die Veredelung werden diese zusammengeführt und wachsen an der Veredelungsstelle schließlich zusammen. Gut harmonieren beispielsweise eine wurzelstarke Unterlage und eine daraufgesetzte Edelsorte. Nicht immer muss es sich dabei um die gleichen Arten handeln: So kann zwar Tomate auf Tomate veredelt werden, möglich ist dies aber auch mit Aubergine auf Tomate oder Gurke auf Kürbis. So ist der starke Wurzelbau sehr gut in der Lage, Pilze abzuwehren oder Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und weiterzuleiten. Ganz wichtig: „Die empfindliche Veredelungsstelle muss über der Erde bleiben“, so Jan Wittje. „Kommt die obere Hälfte in die Erde, so bildet auch sie Wurzeln. Die ganze aufwändige Veredelung wäre damit sinnlos.“
