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NWZonline.de Garten

„Urban Gardening“ mitten in Oldenburg

24.05.2014

Parzelle lädt zum Mitmachen ein

Die zwei Männer und vier Frauen, die sich an diesem Nachmittag zur Gartenarbeit treffen, bedienen schon rein optisch nicht das Klischee über Kleingärtner. Auch ihre Parzelle auf dem Gelände des Kleingartenvereins (KGV) Haarentor unterscheidet sich deutlich vom üblichen Bild eines Schrebergartens. Die 500 Quadratmeter große Fläche ist die Keimzelle des „Wurzelwerk Oldenburg e.V.“, das hier zum Urban Gardening einlädt und den offenen Gemeinschaftsgarten zum Quell vieler fruchtbarer Ideen machen will.

Mitmachen kann jeder – auch wer keinen „grünen Daumen“ hat: „Hier kann man sich engagieren, sich ausprobieren. Das geht gemeinsam leichter“, findet Aline Stiglitz, die zum harten Kern zählt. Auch von Schulen wird das Angebot angenommen, wie das Beispiel einer Grundschulklasse zeigt, die beim Kartoffelpflanzen half. „Wir vermitteln Wissen, aber wir lernen auch selbst ständig dazu“, freut sich Aline Stiglitz über den Austausch. Gärtnerische Misserfolge bringen deshalb auch keinen Frust, sondern sind Teil des Prozesses.

Wertschätzung der natürlichen Prozesse

Eine spannende Erfahrung, wie auch das Beispiel des kürzlich angelegten Hügelbeetes zeigt. „Da steckt viel theoretisches Wissen aus Internet-Portalen drin“, erklärt Martin Ritter, einer der Initiatoren des Projektes Wurzelwerk Oldenburg. „Vieles was wir bisher nur gelesen haben, können wir hier endlich ausprobieren.“ Beim Ansatz, durch den ökologischen Anbau und die selbstständige Ernte die vielfältigen Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Mensch und Umwelt sichtbar zu machen und so für eine gesündere und bewusstere Ernährungsweise zu sensibilisieren, spielt Perfektion nicht die erste Geige. Wichtiger sei das Kennenlernen verschiedener Tier – und Pflanzenarten und die Faszination für den Garten. „Das stärkt die Wertschätzung von Natur und Umwelt.“

Lebendiger Austausch aller Generationen

Einen hohen Stellenwert hat das das gemeinschaftliche Gärtnern und der lebendige Austausch, auch zwischen den Generationen. „Wir sind im Augenblick noch etwas studentisch geprägt, aber das Ziel ist natürlich eine Beteiligung aller Altersgruppen,“ sagt Ritter. Dem Verein schwebt ein Netzwerk vor, das Fähigkeiten, Wissen und Möglichkeiten bündelt: Jemand hat Ahnung vom Gartenbau, jemand anderes hat das richtige Werkzeug oder ein Auto mit Anhängerkupplung: So kann man gemeinsam etwas gestalten“. „Da sind wir natürlich auch interkulturell völlig offen und i freuen uns über das Zusammenkommen von Menschen mit verschiedenen Hintergründen und Fähigkeiten“, unterstreicht Dorothea Gawlytae, bevor sie sich mit zwei Mitstreiterinnen über das Unkraut hermacht.

Aktive Städter im ökologischen Netzwerk

Dass „Urban Gardening“ nicht nur Gärtnern, sondern auch Keimzelle einer sozialökologischen Stadtentwicklung sein kann, glaubt Steffen Schwalfenberg. Er sieht das „Wurzelwerk“ als geeignete Plattform für andere nachhaltige Projekte in Oldenburg. „Das schafft aus meiner Sicht auch ein Stück Lebensqualität für den Standort Oldenburg.“

Jeder ist willkommen – wöchentliche Gartenarbeiten

Die Grundlage für weitere Ideen schufen die Wurzelwerker_innen selbst: Als sie im Herbst des vergangenen Jahres die Parzelle übernahmen, war das eine 500 Quadratmeter feuchte Fläche, völlig zugewachsen und durch stacheliges Brombeergestrüpp so gut wie unzugänglich. „Das war nur in der Gemeinschaft zu schaffen,“ blickt Martin Ritter zurück. Jetzt, nur wenige Monate später, gibt es Beete, sieht man das Grün überall sprießen. Sogar die erste Ernte wurde schon eingefahren: „Die Radieschen waren wirklich lecker“, bestätigt Sina Ergezinger, die sich trotz des wechselhaften Wetter auch noch auf dem Gelände eingefunden hat. Dort ist jeder mittwochs ab 15 Uhr und sonnabends ab 11 Uhr willkommen. Zum Anpacken oder zum Schnuppern – oder zu geselligen Ereignissen wie am 30. April, als sich über 70 Besucher zum Feiern in den Mai auf der Parzelle trafen.

@ Mehr Infos und eine Anfahrtskizze gibt es auf www.wurzelwerk-ol.de

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