Was mache ich nach der Schule? Wie sehen meine beruflichen Chancen aus? Das sind Fragen, die sich viele Schulabgänger jedes Jahr stellen. Wer Interesse an Natur und Umwelt hat, für den könnte einer der „grünen Berufe“ genau das Richtige sein. Ob in der Landwirtschaft, im Gartenbaubau, in der Pferdewirtschaft, der Molkereiwirtschaft, der Fisch- oder in der Forstwirtschaft, das Angebot ist breit gefächert. Entscheiden sich junge Menschen überhaupt für einen solchen Beruf? Wenn ja, wie sehen die Zukunftschancen aus? Wir haben bei Edda Albers, Leiterin des Fachbereiches Aus-und Fortbildung bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, nachgefragt.
Frage: Wie viele „grüne Berufe“ gibt es?
Edda Albers: Davon gibt es insgesamt 14: Brenner/in, Fachkraft Agrarservice, Fischwirt/in, Forstwirt/in, Gärtner/in, Hauswirtschafter/in, Landwirt/in, Pflanzentechnologe/in, Milchtechnologe/in, Pferdewirt/in, Revierjäger/in, Tierwirt/in, Winzer/in. Wie die Aufzählung zeigt, haben die „grünen Berufe“ zu tun mit Natur, Pflanzen, Tiere und auch mit moderner Technik. Wer hieran Interesse hat, findet in einem dieser Bereiche mit Sicherheit seinen „Traumberuf“.
Frage: Sind „grüne Berufe“ bei der jungen Generation überhaupt angesagt?
Edda Albers: Ja, zurzeit schon! Wir freuen uns jedenfalls über die konstant hohe Zahl der Auszubildenden.
Frage: Wie sehen die Bewerberzahlen konkret aus?
Edda Albers: Im Jahr 2014 hatten wir fast 6000 Ausbildungsverhältnisse in den „grünen Berufen“ in Niedersachsen. Davon sind die meisten in den Bereichen Gärtner/in und Landwirt/in. Das Besondere bei den Landwirten ist, dass 40 Prozent von Haus aus nicht aus der Landwirtschaft kommen.
Frage: Wie sehen Sie den Trend?
Edda Albers: Ich sehe der Zukunft sehr optimistisch entgegen. Junge Leute lassen sich auch von Negativmeldungen, zum Beispiel über die Landwirtschaft, nicht abschrecken. Niedersachsen ist bekanntlich das Agrarland Nr. 1 und sichert vielen Menschen Beschäftigung und Einkommen. Das wissen auch die Schüler, die vor ihrer Berufswahl stehen. Die spätere Aussicht auf Arbeitsplätze in einem der grünen Berufe ist zurzeit ganz hervorragend.
Frage: Was tut die Landwirtschaftskammer, um Jugendliche über die „grünen Berufe“ zu informieren? Edda Albers: Wir sind unter anderem auf Berufsmessen vertreten, gehen in Schulen oder veranstalten Tage der offenen Tür. Dazu haben wir einen speziellen Internetauftritt: www.talente-gesucht.de .
Frage: Gibt es in allen „grünen Berufen“ genügend Ausbildungsbetriebe?
Edda Albers: Überall sind genügend Ausbildungsplätze vorhanden, wenn nicht in Niedersachen dann aber in einem der anderen Bundesländer. Schwierig wird es beim Beruf „Pferdewirt/in“. Hier gibt es deutlich mehr Bewerber als Ausbildungsplätze.
Frage: Wie sieht es mit den Aufstiegschancen in den „grünen Berufen“ aus?
Edda Albers: In der Regel ganz hervorragend. Nach der meist dreijährigen Ausbildung und einem Praxisjahr, könnte der Besuch einer ein- oder zweijährigen Fachschule folgen bis hin zum Betriebswirt. Viele entscheiden sich auch für eine Meisterprüfung. Abiturienten oder Fachoberschüler sowie Meister und Fachschulabsolventen können an Hochschulen oder Universitäten Master-und Bachelor-Abschlüsse erlangen und schließlich sogar promovieren. Den Möglichkeiten in den „grünen Berufen“ sind keine Grenzen gesetzt.
Ausbildungsbetrieb gesucht?
Auf der Internetplattform www.talente-gesucht.de der Landwirtschaftskammer Niedersachsen befindet sich auch eine Suchmaschine, die für den gewünschten „grünen Beruf“ entsprechende Lehrstellenangebote anzeigt. Und nicht nur das: Die einzelnen Fachbereiche werden vorgestellt, verschiedene Ausbildungsbetriebe geben Einblicke in ihre tägliche Arbeit und verschiedene Kontaktadressen zu den jeweiligen Ansprechpartnern ermuntern dazu, sich persönlich beraten zu lassen.
www.talente-gesucht.de
