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NWZonline.de Gartenzeit Gartendeko Gestaltung

Klostergarten: Nach historischer Vorlage entstanden

30.04.2020

Strücklingen-Bokelesch Nahe der Sagter Ems und der bekannten Deutschen Fehnroute sowie Moorerlebnisroute führt hier die Klosterstraße zum etwas versteckt gelegenen Informationszentrum bei der Johanniterkapelle an der Johanniterstraße 6. Diese Backstein-Kapelle ist das einzige noch erhaltene Bauwerk von ehemals 24 Klöstern der friesischen Johanniter und damit ein bedeutendes mittelalterliches bauliches Zeugnis der einst vielfältigen Klosterlandschaft auf friesischem Boden. 2019 wurde das 700-jährige Jubiläum gefeiert.

Klostergarten nach Plänen von Franzh Hericks

Das Kloster Bokelesch wurde erstmals 1319 erwähnt. Die Anlage soll ursprünglich ein Herrenhof nach Art einer mittelalterlichen Wasserburg gewesen sein, das Klostergebäude wurde im Dreißígjährigen Krieg 1623 zerstört. 2011 wurde im einstigen Pfarrhaus neben der Kapelle ein Besucherzentrum zur Geschichte des Johanniter-Ordens in den nördlichen Küstengebieten eingerichtet.

Gemeinsam mit dem Förderverein der Johanniterkapelle wurde im Sommer 2012 nach den Plänen von Franz Hericks ein kleiner Klostergarten nach historischem Vorbild angelegt, der 2018 um eine Streuobstwiese mit alten Sorten, eine Wildblumenwiese und Wildrosenhecke, ein Insektenhotel, einen Kinderspielplatz sowie Sitzgruppen erweitert wurde. Außerdem wurden durch Marlies Jakobi aus Strücklingen Bienenvölker in einem aufgestellten Bienenwagen platziert und von der Gemeinde ein behindertengerechter Rundwanderweg angelegt, der an die Wanderwege im Klosterbusch angebunden ist. Ganz neu in diesem Frühjahr ist ein Storchennest errichtet worden, das auf seine ersten Bewohner noch wartet.

Renate Lüken-de Vries ist neue Leiterin

Trotz dieser bedeutsamen Geschichte, des Informationszentrums und der beträchtlichen Klostergartenerweiterung finden viele Besucher dieses etwas abgelegene Kleinod mehr zufällig. Auf einer Radtour. So erging es auch Renate Lüken-de Vries, die seit Anfang des Jahres die Leitung des Infozentrums von ihrem Vorgänger Joachim Bunger übernommen hat. Und die heute 55-Jährige gelernte Augenoptikerin aus Rhauderfehn hatte der besondere Charme dieser Idylle im Grünen auf Anhieb gefangen genommen. „Es wird vermutet, dass der Klostergarten auch ursprünglich an dieser Stelle lag“, weiß sie inzwischen durch ihre neue Stelle. Man habe südlich der Kapelle den Friedhof gehabt und wiederum südlich davon den Kräutergarten.

Regionale Heilpflanzen

„Spitzwegerich, Johanniskraut, Scharfgabe, Beifuß, Frauenmantel, Salbei und Ringelblumen sind typische Beispiele, die im Mittelalter auch heilkundliche Anwendung fanden“, erzählt die Ostfriesin, die sich mit ihrer neuen Berufung an diesem idyllischen Ort inmitten der Fehnlandschaft sehr wohl fühlt. Hier seien vom Planer Franz Hericks, der sich über Jahrzehnte mit Pflanzenkunde befasst und im Kloster Ihlow kundig gemacht hatte, auch alte Kräuter aus der Region wie beispielsweise Süßdolde auf dem Areal gefunden worden. In typischer Klostergarten-Manier laden um den Nachbau des historischen Brunnens herum vier Beete mit verschiedenen Themengärten zum Entdecken ein: ein Küchengarten, ein Mariengarten (Duftgarten) sowie zwei Heilpflanzengärten. Dank vieler Schilder lassen sich die verschiedenen Pflanzen gut zuordnen und mögen auch dazu anregen, diese Heil- und Küchenkräuter auch im eigenen Garten wieder anzusiedeln.

Neue Pläne liegen schon in der Schublade

Die neue Leiterin hat noch viel vor: Mit verschiedenen Workshops (wie Filzen, Lettering, Küchen- und Heilkräuter) und auch einer Theaterführung als Schwester Rieke, die über das Leben im Kloster erzählt, möchte Renate Lüken-de Vries künftig mehr vom Leben im Mittelalter vermitteln. Noch werden ihre Pläne durch die Corona-Maßnahmen gebremst. Auch hofft sie, dass das Café im und vor dem Informationszentrum bald wieder eröffnen kann. Für weitere Auskünfte steht sie unter Telefon  0151/ 65645835 oder per Email an johanniter-bokelesch@web.de zur Verfügung.

Um die Unterhaltung und Pflege des Gartens kümmere sich vorbildlich der Förderverein der Johanniterkapelle. Ohne diese tatkräftige Unterstützung wäre diese Anlage nicht denkbar, betont Lüken-de Vries.

Die Heimat entdecken

Mein Tipp: Wenn Sie sich aufmachen, die bezaubernde Fehnlandschaft mit ihren vielen Kanälen, den hübschen weißen Klappbrücken und den vielen, gut erhaltenen Mühlen zu entdecken, machen sie auch einen Abstecher zu dem Klostergarten und dem Informationszentrum im Klosterbusch nahe der Sagter Ems. Der Klaasterpaad und verschieden lange Rundgänge bieten zudem eine erholsame Auszeit im Dreieck zwischen Ammerland, Ostfriesland und Cloppenburg. Ein Stück Heimat, das es zu entdecken lohnt. Der Klostergarten ist ebenso wie der Klosterbusch frei zugänglich; das Infozentrum ist derzeit geschlossen.


     www.friesische-johanniter.de 
Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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