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NWZonline.de Gartenzeit Gartendeko Gestaltung

Kiesgarten: Von wegen pflegeleicht

15.05.2020

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Doch bei Vorgärten, in denen ein paar Gräser oder immergrüne Gehölze in einem Meer aus Steinen mit dem Überleben ringen, da hört für Tjards Wendebourg der Spaß auf. „Eine Kies- oder Schotterschüttung ist eine lebensfeindliche Wüste, wie wir sie uns in unseren Siedlungen aus ökologischen und klimatischen Gründen nicht mehr leisten sollten“, sagt der studierte Gartenbauingenieur.

Und doch ist der Trend nicht zu übersehen. Ob in der Stadt oder auf dem Land, vor Reihenhäusern oder Stadtvillen – immer häufiger findet sich Kies statt Grün im Vorgarten. „Der Kies- und Schotterwahnsinn hat sich so vor zehn Jahre zeitgleich mit der Ausbreitung der Gabionen über das Land ausgebreitet, vermehrt in den letzten fünf, sechs Jahren“, meint Wendebourg.

Dass das so ist, dafür gibt es aus seiner Sicht viele Gründe – allen voran das wachsende Unwissen über natürliche Abläufe und die Angst der Menschen vor der Natur. Neben den Grundstücksbesitzern nimmt der Gartenbauingenieur aber auch die Branche in die Pflicht: „Überdimensionierte Betonsteinfläche, Drahtschotterkörbe, Kunstrasen - die Baustoffhandlungen sind voll von solchen Beispielen und die Prospekte dazu suggerieren, dass solche Bilder normal und zeitgemäß sind. Wer das dann nicht einordnen kann, nimmt es eben so hin.“

#DerKiesMussWeg!

Tjards Wendebourg wollte diese Entwicklung nicht mehr „eben so hinnehmen“ und schrieb mit „Der Kies muss weg!“ (Ulmer, 2020) ein Buch gegen die Verschotterung der Gärten. Für ihn sind solche Schotterwüsten nicht nur aus ökologischer Sicht „Gärten des Grauens“, sondern auch „ein gut sichtbarer Ausdruck von Egoismus und Gleichgültigkeit“.

„Schließlich muss man das Ganze auch im großen Zusammenhang sehen“, meint der Autor. „Wenn jeder so handeln würde, würden wir alle bald in einer Wüste sitzen.“

In seinem Buch zeigt er unter anderem die Probleme der Schotterwüsten auf – insbesondere für deren Besitzer. Denn wider aller Erwartungen seien solche Kiesflächen keineswegs günstig oder pflegeleicht. „Wer einmal in grobem Kies oder Schotter Unkraut entfernt hat, wird wissen, was ich meine. Sie wirken deshalb schnell ungepflegt und schäbig“, so Wendebourg. „Außerdem heizen sich die Flächen stark auf und sorgen dafür, dass es an warmen Tagen vor der Haustür noch ungemütlicher wird.“

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Von Kiesschüttung zu Kiesgarten

Gleichzeitig will Wendebourg ein Missverständnis aus der Welt räumen: „Eine Kiesschüttung ist kein Kiesgarten“, betont er ausdrücklich. „Unter Kiesgärten versteht man Staudenpflanzungen auf magerem, steinigen Boden, blütenreich, ökologisch wertvoll, attraktiv und pflegeleicht - also etwas, in das man Kies- und Schotterwüsten umwandeln könnte.“

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Wer eine solche Renaturierung seines Vorgarten anstrebt, dem empfiehlt der Fachmann, der auch für zehn Fachzeitschriften Verantwortung trägt, zunächst, das Vlies oder die Folie zu entfernen und zu entsorgen, damit Regenwasser versickern und die Pflanzen wieder im Boden Fuß fassen können. Die Steine selbst können aus seiner Sicht wiederverwendet werden: „Kleinere Kies- oder Schottersortierungen können mit magerem Boden gemischt und mit Stauden bepflanzt werden. Da können schicke Bilder entstehen.“

Größere Steine lassen sich wiederum zu Steinmauern oder Haufen schichten und mit Stauden oder Gehölzen umpflanzen. „So kann selbst aus einer sehr sterilen Anlage sogar ein Naturgarten werden. In der Natur gibt es dafür schöne Vorbilder“, so Wendebourg.

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