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NWZonline.de Gartenzeit Gartenpflanzen

Klimawandel: Robuste Gewächse für den Garten

15.05.2020

Auf den Rasen kommen schwere Zeiten zu. Und auch immergrüne Pflanzen wie Rhododendron und Prachtstauden wie Phlox und Hortensie werden zu leiden haben. Davon ist Thomas Heß überzeugt. Der Gärtner und Gartenbauingenieur hat sich für seinen Ratgeber „Nur die Harten bleiben im Garten!“ (Kosmos, 2019) mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Garten beschäftigt und dafür unter anderem Pflanzen für extremes Wetter recherchiert.

Durstige Gewächse und Pflanzen mit großen, weichen Blättern gehören für ihn zu den Verlierern der Entwicklung. „Vor allem die zu erwartenden Starkregen und die Trockenheit erfordern neue Beetideen und Maßnahmen“, sagt der Gärtner. „Klassiker wie riesige Zierrasenflächen oder prall gefüllte Rabatte mit durstigen und hungrigen Prachtstauden werden es schwer haben.“

Jahreszeiten verschieben sich

Aber nicht nur Hitze und anhaltende Trockenperioden zählen schon jetzt zu den Herausforderungen für Gärtner*innen und ihre Gewächse. „Klassische Jahreszeiten interessieren sich nicht mehr für den Kalender. Sie verschieben sich, bekommen neue Gesichter oder vermischen sich“, sagt Heß. „Der phänologische Gartenkalender wird wichtiger.“

Frostfreie, milde Winter bringen aber nicht nur Vorteile wie eine verlängerte Vegetationszeit für den Gemüseanbau mit sich. „Der Boden wird wärmer, daher muss man den Rasen unter Umständen auch im Winter mähen und jäten“, sagt der Gärtner.

Und auch Schädlinge profitieren von den Veränderungen. „Schädlinge werden früher und verstärkt auftreten“, meint Heß. „Sie schaffen mehr Generationen im Jahr, die vielen Tiere kommen auch noch besser über den Winter und schlagen deutlich früher als sonst zu.“ Als Gewinner sieht er vor allem Zikaden und Wanzen, da diese die Hitze liebten.

Schleichender Wandel

Was also tun? Von blindem Aktionismus rät der Gärtner ab. „Man muss jetzt nicht gleich alles rausreißen, umgestalten und neu pflanzen“, sagt er. Die Auswirkungen des Klimawandels würden sich aber schleichend, also nach und nach zeigen.

Wenn der Boden nicht ausreichend Wasser speichern könne, müsse man sich daher auf häufigeres Gießen einstellen – am besten mit selbst gesammeltem Regenwasser und einer gezielten, automatisierten Bewässerung. „Wer sich dauernd über den hohen Wasserverbrauch, leere Regentonnen oder staubigen Sandboden ärgert, sollte schon an eine Umgestaltung denken und dann von Anfang an auf robuste und für den Standort geeignete Pflanzen zählen“, so Heß.

Neue Pflanzengemeinschaften

Tatsächlich spielt der Standort bei der Pflanzenwahl eine wichtige Rolle. „Falsche Lichtverhältnisse und unpassender Boden bedeutet schon Stress, kommen dann noch Hitze oder Wassermangel hinzu, werden die Pflanzen anfällig für Schädlinge“, schreibt der Buchautor.

Auf der Liste seiner Favoriten stehen heimische Arten ganz oben, idealerweise in natürlichen Pflanzengemeinschaften. Heß‘ Tipp: Blumenwiesen. „Säen sie möglichst keine Standardmischungen, sondern eine regionale Mischung. Da sind dann die Arten drin, die mit dem lokalen Kleinklima am besten klar kommen.“

Aber auch unter den Zierstauden gibt es Gewächse, die sich an ein trockenes Klima angepasst haben. „Ysop etwa kommt fast ohne zusätzliche Wassergaben aus. Ebenso robust sind Steppenpflanzen wie Mädchenauge, Purpursonnenhut oder Blauraute“, so der Gartenbauingenieur. Wer auf Rasen nicht verzichten möchte, dem empfiehlt er die Flächen mit breitblättrigen Gräserarten wie Festuca arrundinacea zu gestalten – „auch wenn sie im Moment noch fremdartig wirken mögen“.

Für den Gemüsegarten empfiehlt Thomas Heß Frühgemüse wie Saubohnen und Erbsen, die schon vor der Trockenheit im Sommer reifen. Und: „Setzen Sie auf Gemüse wie Rote Bete, Wurzelpetersilie oder Pastinaken. Die wurzeln tief, sehr tief.“

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Buch-Tipp

Thomas Heß: Nur die Harten bleiben im Garten! Franckh-Kosmos Verlag, 2019. 128 Seiten, ISBN 978-3-440-16764-9

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