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NWZonline.de Gartenzeit

Eiskalt erwischt?!

04.05.2018

Es gibt Sprichwörter, die kennt man irgendwie schon seit seiner Kindheit. „Die kalte Sophie macht alles hie“, ist bei mir so eines. Keine Ahnung, wann und wo ich das mal aufgeschnappt habe. Seit ich selbst auf dem Balkon Gemüse und Kräuter anbaue und mich auch sonst mit Gartenthemen beschäftige, kann ich damit aber ziemlich viel anfangen.

Besagte kalte Sophie gehört nämlich zu den Eisheiligen, einer Reihe von Tagen Mitte Mai, bei denen die Temperaturen in der Nacht noch unter null Grad Celsius fallen können. Und das vertragen so manche zarten Blüten und Triebe gar nicht. Daher heißt es seit jeher: Frostempfindliche Pflanzen wie Tomaten, Zucchini, Gurken, Geranien und Bohnen erst nach den Eisheiligen auspflanzen und aussäen. Danach ist in der Regel kein starker Bodenfrost mehr zu erwarten. Benannt sind die Eisheiligen nach christlichen Heiligen, denen man in der katholischen Kirche an diesen Daten gedenkt. Nun könnte man natürlich sagen: „So ein Unsinn! Eisheilige! Das klingt ja nach Mittelalter!“ Aber selbst Meteorologen können den Eisheiligen etwas abgewinnen. Gerade in Höhenlagen und Tälern könne sich in dieser Jahreszeit oftmals noch Kaltluft sammeln, sagte mir mal ein Experte.

Bauernregeln regional ausgerichtet

Dass diese von Norden nach Süden wandert, dafür spricht auch die Datierung der Eisheiligen. Die ist regional nämlich unterschiedlich: Bei uns im Norden zählt bereits der Gedenktag des Heiligen Mamertus am 11. Mai zu den Eisheiligen. Im Süden, wo ich aufgewachsen bin, treten die sprichwörtlich „gestrengen Herren“ einen Tag später auf den Plan. Hier markieren Pankratius, Servatius, Bonifatius und zum Schluss eben jene Sophia die kritischen Nächte. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Bauernregeln, mit denen man sich früher diese Lostage merkte: „Pankraz, Servaz, Bonifaz – die machen erst dem Sommer Platz“, hieß es eher im Norden. „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist“, sagte man hingegen im Süden.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sind die Eisheiligen in den vergangenen Jahren zwar immer seltener geworden – und im Süden der Republik aufgrund der Temperaturen manchmal sogar zu „Schweißheiligen“ mutiert. Für mich werden sie aber weiterhin das wahre Ende des Winters markieren. Und das heißt nicht nur: Tschüss Bodenfrost! Auch die Raus- und Reinschlepperei der zahllosen Blumentöpfe hat dann endlich ein Ende.

Vor Sonnenbrand schützen

Denn die empfindlichen Jungpflanzen müssen erst abgehärtet werden, bevor sie dauerhaft draußen bleiben können – aber nicht gegen die Kälte, sondern gegen die Sonne! Pflanzen können nämlich bei zu intensiver Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand bekommen. Und dagegen hilft keine Sonnencreme, sondern nur das schrittweise Gewöhnen an die Bedingungen auf dem Balkon und im Garten, bis sich ein pflanzeneigener Sonnenschutz gebildet hat.

Das gilt übrigens auch für Pflanzen, die nun aus dem Winterquartier ziehen, wie zum Beispiel mein Zitronenbaum und meine Zitronenverbene. Auch sie werde ich erst komplett nach draußen stellen, wenn sie sich eingewöhnt haben. Ansonsten würde ich mich arg ärgern, wenn Blätter und Triebe absterben oder die Pflanzen im schlimmsten Fall sogar komplett eingehen. Dann wäre nämlich die ganze Mühe für die Katz gewesen – und ich könnte noch nicht mal den Eisheiligen die Schuld daran geben.

www.kistengruen.de

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