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NWZonline.de Gartenzeit

Bodenverbesserung: Wertvoller Wurmkompost aus eigener Produktion

12.09.2020

Von den Regenwürmern, bei uns kommen über 20 Arten vor, ist der große Tauwurm (Lumbricus) mit einer Länge von bis zu 20 cm vorwiegend in Gartenbeeten anzutreffen. Er lockert unterirdisch die Bodenschichten, zieht Halme und Blätter in seine Röhren und produziert den Regenwurmkot, der ein wertvoller, lockerer Humus ist.

Beim Umsetzen eines Mist- oder Komposthaufens bemerkt man, dass hier andere Regenwürmer leben, die Mistwürmer (Eisenia). Diese kleineren rötlichen Regenwürmer kommen hier in Massen vor und zersetzen die halb verrotteten Materialien in kürzester Zeit zu ähnlicher Qualität wie der Tauwurm die Substanzen im Garten.

Diese Aktivität auf kleinstem Raum lässt sich in einer speziellen Wurmkompostierung nutzen.

Erforderlich sind ein passender Behälter, Mistwürmer und Futtermaterialien. Für den Garten ist eine Wurmmiete am praktischsten, da sie vor räuberischen Spitzmäusen und Maulwürfen schützt, die Tiere andererseits nicht abwandern können und optimal behütet sind; zur Not lassen sich aber auch Kompostsilos verwenden. Eine Wurmmiete besteht am Boden aus gelochten Ziegelsteinen, die so verlegt werden, dass die Löcher von oben nach unten führen. Bei Frost haben die Tiere die Möglichkeit, sich in tiefere Bodenschichten zurückzuziehen. Die Seitenwände können aus Holz oder Stein bestehen, und oben wird der Behälter mit Brettern oder einem Deckel verschlossen. Vorteilhaft ist ein Doppelsilo, der es den Tieren ermöglicht, durch gelochte Ziegelsteine von einem Silo in den anderen zu wandern. Für kleine Gärten sowie Terrasse oder Balkon gibt es fertig zu kaufende Wurmkästen aus Holz oder Kunststoff.

Als Futtermaterial eignen sich hervorragend alle organischen Abfälle, die in der Küche anfallen; Kaffeemehl und Rückstände von Zwiebeln und Porree gehören zu den Lieblingsspeisen. Ergänzt werden diese Stoffe durch gehäckseltes Material aus dem Garten, und natürlich ist abgelagerter Mist eine gute Wurmfütterung. Die ganze Mischung sollte immer leicht feucht, aber nicht vernässt oder ausgetrocknet sein. Am Anfang lohnt es sich, mit einem Einmachthermometer die Temperatur zu messen, die 40 Grad nicht übersteigen sollte. Damit die frostempfindlichen Würmer über Winter nicht absterben, ist es sinnvoll, die Wurmmieten während dieser Jahreszeit mit Stroh und Folie gut abzudecken.

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Bezugsquellen von Mistwürmern finden sich in den Anzeigenteilen aller großen Gartenzeitschriften; für den Anfang reicht es aus, 500 Tiere zu erstehen. Diese werden in die Miete gesetzt und fangen sofort an, das Material zu zersetzen; sie vermehren sich zudem schnell. Frisches Material wird nach Bedarf immer zugefügt, und nach ca. sechs bis sieben Wochen ist der Kompost erntereif. In Doppelsilos wird nun der leere Silo mit Futter bestückt, und die Würmer wandern in das frische Material über. Der Kompost wird anschließend gesiebt, grobe Bestandteile und Kokons sowie die Würmer in einkammerigen Kästen werden der neuen Mischung zugesetzt.

Regenwurmkompost enthält drei- bis viermal so viel pflanzenverfügbare Nährstoffe wie normale Gartenerde. Er wird deshalb sparsam in Saatrillen, Pflanzlöcher oder zum dünnen Mulchen von Obstbaumscheiben oder Blumenrabatten eingesetzt und eignet sich auch als Zusatz zu Blumen- oder Zimmerpflanzenerde.

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