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NWZonline.de Gartenzeit

Ein Hoch auf die Brennnessel

11.05.2018

Das weltweit vorkommende Kraut verbreitet sich sehr schnell. Welchen Nutzen es im Hausgarten hat, erklärt uns Biologin Susanne Grube, Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Ammerland.

Welche Brennnessel-Art kommt eigentlich in unserer Region am meisten vor?

SUSANNE GRUBE: Bei uns am meisten verbreitet ist die Große Brennnessel (Urtica dioica). Daneben kommt noch häufig die Kleine Brennnessel (Urtica urens) vor. Brennnesseln sind übrigens ganz entfernt mit den Rosen verwandt.

Was sagt ein starker Wuchs über den Boden aus?

SUSANNE GRUBE: Ein üppiges Brennnesselvorkommen zeigt stickstoffhaltige Böden an. Deshalb findet man starken Brennnesselwuchs häufig in der Nähe von Mist- oder Komposthaufen, an Wegrändern, aber auch an natürlicherweise nährstoffreichen Standorten, wie beispielsweise Gewässerufern oder Auwäldern. Brennnesseln deuten aber auch auf einen hohen Humusgehalt hin. Das kann genutzt werden, um an diesen Standorten Starkzehrer anzubauen, wie Kohlarten, Kürbisse, Zucchini oder Gurken – falls man die Brennnesseln nicht stehen lassen möchte.

Die Brennnessel ist eine anerkannte Heil- und Nutzpflanze. Sollte sie also gar nicht aus den Beeten entfernt werden?

SUSANNE GRUBE: Diese Pflanze ist in der Tat sehr reich an Mineralstoffen, Spurenelementen und den Vitaminen A, C und E. Sie spielt eine große Rolle bei der Behandlung von Rheuma, Nieren- und Verdauungsleiden. Aufgrund der blutreinigenden und entgiftenden Wirkung eignet sie sich hervorragend für Frühjahrskuren. Schon aus diesem Grund sollte die Brennnessel in keinem Garten fehlen. In einem ausgewiesenen Staudenbeet würde ich persönlich die Brennnessel allerdings nicht unbedingt stehen lassen. Aber jeder Garten hat irgendwo eine kleine wilde Ecke, wo man der Wildpflanze Raum geben kann, um sie für Brennnesselspinat, zum Naschen der nussigen Früchte oder in heißer Butter geschwenkt als köstliche Knusperstreusel für die Suppe immer parat zu haben.

Die Brennnessel lässt sich für die Gartenküche nutzen, aber welchen Nutzen hat sie für die Natur?

SUSANNE GRUBE: Die Brennnessel ist für über 50 Schmetterlings- und Käferarten eine bedeutende Futterpflanze. Während sich nämlich die erwachsenen Schmetterlinge überwiegend von Nektar ernähren, dienen die Brennnesselblätter ihren Raupen als Nahrung. Für einige Arten, wie den Kleinen Fuchs oder das Tagpfauenauge, ist sie sogar die einzige Futterpflanze. Sie sind also zwingend auf die Brennnessel angewiesen. Die Raupen wiederum können Vögeln als Nahrung dienen – ein natürlicher Kreislauf, der das biologische Gleichgewicht im Garten erhöht.

Die Raupen des Distelfalters findet man oft an der Großen Brennnessel (Urtica dioica), sie ist eine der wichtigsten Futterpflanzen der Larven dieser Schmetterlingsart. Welche Tiere erfreuen sich noch an der Pflanze?

SUSANNE GRUBE: Außer den oben genannten Tagfaltern leben an und von Brennnesseln unter anderem Admiral, Landkärtchen, C-Falter oder Schönbär. Aber auch Raupen diverser Nachtfalter dient die Pflanze als Nahrung, was sich teilweise sogar in ihrem Namen widerspiegelt, wie bei der Brennnessel-Zünslereule. Schaumzikaden und einige Wanzen ernähren sich vom Pflanzensaft. Andere Tiere, wie Spinnen, Ohrwürmer oder Käfer nutzen die Pflanze als Versteck.

Das Wildkraut bietet nicht nur Nahrung, es lässt sich als Jauche auch als natürlicher Schutz gegen Insekten einsetzen. Was hat mehr Wert?

SUSANNE GRUBE: Das kommt immer auf die Betrachtungsweise des Nutzers an. Da aber Organismen ohne Nahrung nicht überleben können, ist der höhere Wert der Brennnessel wohl ihrem Nutzen als Futterpflanze zuzuschreiben.

oder

Mehr Informationen unter   www.bund-ammerland.de 
  www.bund-niedersachsen.de/ueber-uns/bund-vor-ort/ 
Swantje Sagcob
Redakteurin
Sonderthemen Redaktion
Tel:
0441 9988 4661

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