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Überlebenskünstler mit goldener Herbstfärbung Der Gingkobaum überdauert die Zeiten

Janine Schulze
Der sommergrüne Gingkobaum trägt hübsche, fächerartige Blätter und im Herbst kleine runde Früchte.

Der sommergrüne Gingkobaum trägt hübsche, fächerartige Blätter und im Herbst kleine runde Früchte.

Canva

Der Ginkgobaum, auch bekannt als Fächerblattbaum (Ginkgo biloba), zählt zu den beeindruckendsten Überlebenden der Natur. Ursprünglich vor über 180 Millionen Jahren in den Laubmischwäldern Europas verbreitet, überlebte er fast alle globalen Katastrophen und gilt heute als „lebendes Fossil“. Heute wird er weltweit als Zier- und Klimabaum geschätzt.

Eine Pracht in jedem Garten

Der Gingkobaum ist weder den Blütenpflanzen noch den Nadel- oder Laubgehölzen zuzuordnen und nimmt damit eine Sonderstellung ein. Mit seinem schlanken, aufrechten Wuchs und einer Höhe von bis zu 40 Metern, sowie einer im Alter breiter werdenden, kegelförmigen Krone, ist der sommergrüne Ginkgo nicht nur ein Blickfang in Parks und großen Gärten. Bevor er im Herbst mit seinen intensiv goldgelben Blättern verzaubert, die in Büscheln oder einzeln an den Zweigen sitzen, trägt der weibliche Gingko im September gelbe, fleischige Samen mit Steinkern. Da diese beim Zerquetschen unangenehm nach Bittersäure riechen, werden im öffentlichen Raum meist nur männliche Gingkos gepflanzt. Seine zweigeteilten Blätter, die oft fächerförmig geschnitten sind, wurden durch Goethes Gedicht „Ginkgo Biloba“ von 1815 berühmt. Er pflanzte auch den Gingkobaum im Botanischen Garten in Jena, der noch heute bewundert werden kann und zu den ältesten Exemplaren Europas zählt.

Warum der Ginkgo als Klimabaum gilt

Der Ginkgo zeigt eine außerordentliche Resistenz gegenüber städtischen Belastungen wie Luftverschmutzung und Hitze, was ihn zum idealen Klimabaum macht. Er verträgt Trockenheit und ist zudem extrem frosthart, wodurch er in urbanen Gebieten unersetzlich ist. Seine Fähigkeit, CO₂ effizient zu binden und Sauerstoff zu produzieren, unterstützt aktiv städtische Grüngürtel bei der Luftreinigung und Temperaturregulierung.

Trotz seiner imposanten Erscheinung ist der Ginkgo außerdem äußerst anspruchslos, anpassungsfähig und robust. Er kommt auf nahezu jedem tiefgründigen Boden zurecht, bevorzugt jedoch nährstoffreiche, lehmige Untergründe. Er benötigt wenig Pflege, Jungpflanzen sollten allerdings vor starkem Frost geschützt werden. Aufgrund seiner Krankheitsresistenz und der Unempfindlichkeit gegenüber Schädlingen ist er besonders pflegeleicht.

Eine Heilpflanze mit Tradition

In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Ginkgo seit Jahrhunderten geschätzt. Auch in Europa werden die in den Blättern enthaltenen gesundheitsfördernden Stoffe in verschiedenen Medikamenten verwendet. Das Extrakt verbessert die Durchblutung und hat einen antioxidativen Effekt. Gingko wird häufig zur Unterstützung der Gedächtnisleistung und zur allgemeinen Förderung der kognitiven Funktionen eingesetzt, sowie zur Linderung und Vorbeugung verschiedener Erkrankungen.


Der ideale Baum für die Zukunft

Durch seine unvergleichliche Anpassungsfähigkeit und seine positiven Umwelteigenschaften ist der Ginkgo nicht nur ein Symbol der Hoffnung und des Überlebens, sondern auch ein praktisches Werkzeug im Kampf gegen die städtische Hitzeinselwirkung und die globale Erwärmung. Seine Pflegeleichtigkeit und die spektakuläre Herbstfärbung machen ihn zu einem Favoriten für Gartenliebhaber und Städteplaner gleichermaßen.

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