Im Garten nach dem Feierabend abschalten, mit Freunden auf der heimischen Terrasse grillen – das ist alles wunderbar. Klappt aber nur, wenn man vor neugierigen Blicken von außen sowie vor Wind geschützt ist. Deswegen gehört ein durchdachter Sichtschutz zu den wichtigsten Aufgaben einer Gartenplanung. Und obwohl schicke Mauern und Zäune der Hecke mittlerweile Konkurrenz machen, bleiben die grünen Wände immer noch die beliebteste Variante.
„Mauern und Zäune haben zwar dieselbe Funktion. Aber nur eine Hecke besteht aus lebendigem Material“, sagt Maik Bohlken von der gleichnamigen Baumschule in Bad Zwischenahn. „Nur sie verändert ihre Größe und Form, und mit der Zeit auch die Farbe, falls man sich für eine Blühhecke entscheidet.“ Die Hecke sei aufgrund ihrer Beschaffenheit zudem windabweisender als ein Zaun. „Man hat mit ihr auch einen besseren Lärm- und Schallschutz“, sagt der Experte. „Und natürlich bietet eine Hecke im Winter vielen Tieren einen Unterschlupf.“
Immergrün oder blühend
Die Wahl der passenden Hecke fällt nicht immer leicht. „Zunächst einmal muss man sich dafür entscheiden, ob es eine immergrüne oder eine blühende Hecke werden soll“, erzählt der Fachmann. „Das ist eine rein geschmackliche Entscheidung.“
Bei den immergrünen Hecken sei derzeit vor allem der Portugiesische Kirschlorbeer beliebt. „Denn dieser sieht nicht nur schön aus, er ist auch sehr pflegeleicht“, erklärt Maik Bohlken. „Sein kleines Laub lässt sich gut und einfach schneiden, zudem fällt nur wenig Schnittabfall an. Und auch wenn der Name sehr mediterran ist: Die Pflanze ist winterhart und deswegen gut in unserer Region einsetzbar.“ Glanzmispeln fänden ebenfalls viel Anklang, seien allerdings nicht so winterfest.
Wer eine bunte beziehungsweise blühende Hecke möchte, für den kommen unter anderem Forsythien und Liguster infrage. „Auch Deutzien und der sogenannte Schneeball werden gern genommen, ebenso wie die Felsenbirne und der Gelbe Hartriegel“, erzählt der Gartenprofi. „Ganz typisch für unsere Region ist natürlich auch der Rhododendron.“
Eine Frage des Standorts
Neben dem persönlichen Geschmack spielt auch der Standort der Hecke eine wichtige Rolle bei der Pflanzenauswahl. „Dabei muss zum Beispiel berücksichtigt werden, ob dieser sehr anfällig für Sturm ist, um dementsprechend windverträgliche Heckenpflanzen zu wählen“, sagt Maik Bohlken. „Bei kleineren Grundstücken brauche ich eine Hecke, die etwas schmaler bleibt – und natürlich spielen Sonnen- und Schattenplätze auch eine Rolle.“
Bei einem sonnigen Standort kommen sehr viele Hecken infrage – „zum Beispiel der klassische wie auch der Portugiesische Kirschlorbeer und Bambus, um nur einige zu nennen“, zählt der Experte auf. „Bei einem schattigen Standort gibt es eine deutlich eingeschränktere Auswahl. Da geht der Kirschlorbeer zwar auch, empfehlenswerter wäre aber beispielsweise die Eibe.“
Eine Hecke pflanzen
Eine Hecke sollte man entweder im Herbst oder im Frühjahr anpflanzen. „Viele unserer Kunden machen das in Eigenregie und holen sich von uns Tipps and Anregungen“, erzählt Bohlken. „Unter anderem ist es empfehlenswert, vor dem Ausheben der Erde eine Schnur zu spannen, damit die Hecke gerade wird, und die Pflanzen vor dem Einsetzen ordentlich zu wässern.“
Richtige Pflege
Hecken sind leicht zu pflegen. „Der jährliche Schnitt ist dabei am wichtigsten“, betont Maik Bohlken. Düngen sollte man die Hecke selbstverständlich auch. „Dabei ist es entscheidend, darauf zu achten, dass der Dünger kein Salz enthält“, mahnt der Experte. „Denn viele Gehölze beziehungsweise ihre Wurzeln können dieses nicht vertragen.“ Besser seien Natur- oder Kompostdünger, die ohne Salz hergestellt werden. „Wenn es sehr trocken ist, das Gießen nicht vergessen – und das war’s im Grunde genommen schon.“
