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Heilpflanzen: Pflanzen-Signaturen als Zeichen

30.04.2021

Detern Was ist wirksam gegen Blähungen? Was hilft gegen Neurodermitis? Welche Kräuter sorgen für kreative und gesunde Abwechslung in der Küche? In einem Rundgang mit Karl-Heinz Peper durch seinen Garten in Detern sind diese und weitere Fragen schnell beantwortet. Mehr noch: Der Heilpraktiker weiß zu jeder Pflanze eine Menge Wissenswertes zu erzählen.

Woher rührt diese Begeisterung für heimische Wild- und Heilkräuter?

Früher wussten sich die Menschen auf dem Lande bei Beschwerden mit Kräutern aus der Natur zu helfen. „Meine Mutter hat hobbymäßig Pflanzen- und Heilkunde betrieben. Sie war Bäuerin und hat die Familie mit Kräutermischungen aus der Natur gesund gepflegt. Ich erinnere mich an eine Teemischung, die mir als Kind überhaupt nicht geschmeckt, wohl aber geholfen hat“, erzählt Karl-Heinz Peper, der in Ostfriesland geboren und auf einem Bauernhof aufwuchs. So kam er schon als Kind mit dem Hobby seiner Mutter und den Heilpflanzen auf den ostfriesischen Wiesen und im eigenen bäuerlichen Garten in Berührung. Er selbst sieht seine Leidenschaft für die Volksmedizin als eine von seiner Mutter vererbten Berufung an.

Was versteht man unter der Signaturenlehre?

Heilpflanzen haben Kennzeichen, die verraten, welche Krankheiten sie heilen können. „Das ist ein großes und spannendes Gebiet“, macht der Heilpraktiker neugierig und beschreibt es so: „Der Schöpfer hat jeder Pflanze ein Zeichen gegeben, wofür sie gut ist.“ Das könne eine besondere Farbe oder Form von einzelnen Pflanzenteilen sein, es könne der Geruch sein, an dem sich erkennen ließe, gegen welche Krankheit sie wirksam sei oder vorbeugend eingesetzt werden könne.

„Als ich 1989 begann, mich der Erforschung dieses Phänomens zu widmen, wurde ich immer wieder überrascht von der verblüffend deutlichen Sprache des Schöpfers, die sich in der Pflanzenwelt offenbart. Schritt für Schritt entdeckte ich, dass in der Signaturenlehre ein ganzes lehrfähiges System verborgen liegt, mit dem es auch heute noch möglich ist, Heilpflanzen einer Indikation zuführen“, beschreibt Karl-Heinz Peper das besondere und einzigartige Phänomen.

Welche Beispiele verdeutlichen die Merkmale?

 Engelwurz habe deutlich aufgeblähte Blattachseln. Das sei ein Zeichen dafür, dass es sich bei dieser Heilpflanze um ein Mittel gegen Blähungen handele – „und es ist hochwirksam.“

 Fenchel habe eine aufgeblähte Knolle – ebenfalls ein Zeichen für eine Pflanze gegen Blähungen.

 Der Oleander habe wie auch die Christrose – beide Pflanzen sind giftig – herzförmige Knospen und werden in der Homöopathie bei Herzkrankheiten eingesetzt.

 Das Gänsefingerkraut bilde viele nervenähnliche Ausläufer – ein Indiz als Mittel bei Nervenkrankheit.

 Auch die Nierenform einer Bohne sei ein Zeichen: Ein Tee aus Bohnenschalen rege die Nierentätigkeit an.

 Die rote Farbe des Storchenschnabels sei ein Indiz für die blutstillende Wirkung und die Blüte der Wilden Karde ein Zeichen für den Einsatz bei Gürtelrose.

Im heimischen Garten von Karl-Heinz Peper sind noch weitere solcher Pflanzen zu entdecken – und in der weitläufigen Natur noch mal deutlich mehr.

Welche Bedeutung haben Ihre Kräuter in der Küche?

Karl-Heinz Peper, der ursprünglich Koch gelernt hat, ist seit 1992 Heilpraktiker und gründete vor 15 Jahren mit seiner Frau die Heilpflanzenschule in Detern. Er ist viel in der Natur auf Spurensuche unterwegs, um alte Kräuterrezepte ausfindig zu machen. Wie schnell Essig aus Knoblauchranke oder Bärlauch gemacht ist, zeigt der Ostfriese. Ein Gang zum Bärlauch-Beet und einen frischen Strauß geschnitten. „Bärlauch ist das Highlight des Frühlings“, so Peper. Die Blätter mit einem Holzlöffel in eine Flasche stecken, Wein-Branntwein-Essig drauf gießen und etwa drei bis vier Wochen in der Speisekammer stehen lassen. Das gleiche Prozedere setzt der Heilpraktiker auch mit der Knoblauchrauke um, und auch dieser Essig muss drei bis vier Wochen stehen. Die Pflanzen können auch nach der Standzeit im Essig bleiben. „Beide Essige sind sehr einfach und schnell zubereitet und beide sehr lecker. „Aus Bärlauch lasse sich auch ein köstliches Pesto herstellen.

Auch alkoholische Spezialitäten lassen sich aus Wildkräutern herstellen. Sehr zu empfehlen sei der Engelwurzlikör. Diese und weitere Rezepte sind in seinem Buch „Ostfriesische Wildkräuter“ nachzulesen.

Was ist Ihr persönliches Anliegen?

„Ich möchte das Wissen über unsere heimischen Wunderpflanzen weitergeben und Menschen für die Pflanzenheilkunde, Pilzbestimmung, Ostfriesische Volksheilkunde, Klosterheilkunde, Signaturenlehre, indianische Medizin begeistern.“ Das sei ihm ein Anliegen. Daher habe er sein Wissen über die heimischen Wunderpflanzen in illustrierten Büchern verarbeitet. In Arbeit ist derzeit sein Buch über die Klosterheilkunde nach Hildegard von Bingen und anderen früheren Volksmedizinern.

Ostfriesische Heilkräuter: Vom Hausmittel bis zum gesunden Kick für Rezepte

Karl-Heinz Peper hat bereits vier Bücher, allesamt im Isensee-Verlag, herausgebracht. Die Titel:

Lexikon der Ostfriesischen Natur- und Volksheilkunde (256 Seiten; 29,50 Euro)

Nutze die Heilkraft der Nüsse, Kerne, Körner und Samen (190 Seiten; 17,80 Euro)

Ostfriesische Wildkräuterküche (330 Seiten, 29,50 Euro)

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Alte Ostfriesische Hausmittel neu entdeckt (200 Seiten, 17,80 Euro)

Die Illustrationen zu seinen Werken zeichnet er selbst.


     www.heilpflanzenschule-ostfriesland.de 
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