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NWZonline.de Gartenzeit

Nachwuchspflege nach der Ernte

03.08.2019

Im August nach der Ernte der Hauptsorten ist der richtige Zeitpunkt, die Bestände zu pflegen und sich Gedanken über eine Neuanlage, vielleicht einmal mit neuen Sorten, zu machen. Drei bis fünf Jahre lohnt sich im naturgemäßen Gartenbau die Kultur von sommertragenden Erdbeerpflanzen, danach lässt der Ertrag deutlich nach. Sinnvollerweise legt man deshalb jedes Jahr mindestens eine neue Reihe an, um den Bestand zu verjüngen.

Kräftiger Wurzelansatz

Am bekanntesten und beliebtesten sind die im Frühsommer reichlich tragenden Sorten „Asista“, „Elista“, „Lihama“, „Regina“, „Senga Sengana“, „Senga Litessa“, „Senga Dulcita“ und „Tenira“. Sorten aus Großmutters Garten wie „Mieze Schindler“ und „Soltwedel“ werden nur noch vereinzelt angetroffen.

Neue Sorten kauft man im Gartenhandel oder -versand. Von den eigenen Pflanzen kann man gut Ableger nehmen, die sich an den Ranken ausbilden. Empfehlenswert ist es, nur Kindel von gut tragenden Büschen zu verwenden. Ableger mit kräftigem Wurzelansatz werden im August ausgegraben, und die Nabelschnur wird gekappt.

Erdbeeren bevorzugen als Waldpflanzen einen feuchten, mittelschweren bis leichten, nährstoffreichen Boden mit einem hohen Humusgehalt. Eine schwach saure Bodenreaktion (pH 6) ist anstrebenswert. Gut geeignet sind deshalb vollsonnige Beete, auf denen als Vorfrucht bereits Frühkartoffeln oder Erbsen standen.

Bei der Pflanzung ist auf weite Pflanzabstände (Reihenabstand 80 cm, in der Reihe 30 cm) zu achten. Die Ableger werden so tief gepflanzt, dass das Herzblatt gerade noch herausschaut. Ein zu tiefes oder zu hohes Pflanzen ist zu vermeiden. In die Pflanzgrube kann man Kompost, vermischt mit etwas Steinmehl geben, um einen guten Wachstumsstart zu erreichen.

In trockenen Wochen sind die neu angelegten Beete kontinuierlich zu wässern, da die Pflanzen noch über kein ausreichendes Wurzelsystem verfügen. Erdbeeren vertragen gut eine Mulchung mit Nadeln, Laub und zerkleinerten Ästen, wie es für einen Waldstandort auch üblich ist.

Fleckiges Laub entfernen

Neben der Neuanlage ist nach der Ernte eine Pflege der alten Bestände wichtig. Alle nicht benötigten Ranken werden abgeschnitten, da sie die Mutterpflanzen nur unnötig Kraft kosten. Ebenso kann fleckiges oder krankes Laub entfernt werden.

Die Blütenknospenanlage erfolgt bei Erdbeeren bereits im Herbst, sodass es lohnenswert ist, im August bis Anfang September die Pflanzen zu düngen. Geeignet sind dazu reifer Kompost, verdünnte Pflanzenjauche oder organischer Dünger, der in Maßen gegeben wird. Jede zu starke und erst recht stickstoffbetonte Düngung führt nur zu einer nicht erwünschten Triebigkeit und zu einer erhöhten Anfälligkeit für den Grauschimmel. Zum Herbst werden die alten und bei Bedarf auch die neuen Anlagen noch einmal mit Laub, Nadeln oder holzigem Häckselgut gemulcht.

Im nächsten Frühjahr wird die Abdeckung entfernt und der Boden oberflächlich gelockert, ohne die Wurzeln zu verletzen. Als Düngung kommt dann nur etwas Kompost oder eine Gabe von Gesteinsmehl in Betracht. Nach der Blüte im Mai werden die Pflanzen wieder mit holzigem Material oder Stroh gemulcht, um im Frühsommer saubere, köstlich schmeckende Früchte hervorzubringen.

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