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NWZonline.de Gartenzeit

„Wir haben einen Generationenauftrag!“

04.05.2018

Besonderen Anklang findet das Garten-Café, das 2013 eröffnet wurde. Jeden Sonntag von 12 bis 17 Uhr können sich die Besucher inmitten von Stauden und heimischen Obstgehölze mit frischem hausgemachten Kuchen aus guter Butter, Dinkelmehl und regionalem Obst sowie Fairtrade gehandelten Bio-Kaffee und Bio-Tee stärken und die blühende Gartenlandschaft zwischen Juni und September genießen.

Die Leidenschaft für den Garten teilt die Mutter von drei erwachsenen Kindern mit ihrem Mann, denn seine Mutter hatte ihre Begeisterung für alles, was grünt und blüht, an die beiden weiter vermittelt. „Wenn etwas in den Büschen raschelt, ist das kein Igel, sondern meine Mama“, hatte der heute 63-Jährige früher seine Frau humorvoll gewarnt.

Als Heyens 1984 nach Saterland zogen, hatte Annelens Schwiegermutter ihren Gemüsegarten für das Gartengrundstück ihres Sohnes geopfert, der von der Freude am Gärtnern ebenfalls infiziert ist. Annelen kannte von zu Hause in Bokelesch auch einen großen Garten, aber in ihrer Kindheit eher vom Toben und Rasenmähen. Angegliedert war aber auch hier ein großer Gemüsegarten. Das Interesse für die große Pflanzenwelt wurde erst mit dem eigenen Garten geweckt.

Seitdem hat die Saterfriesin sich im Laufe der Jahre viel Wissen angeeignet, sich 2013 sogar als Obstbaum-Fachwartin beim Evangelischen Bildungszentrum Ostfriesland-Potshausen ausbilden lassen. Ihr Wissen möchte die lebenslustige Hobbygärtnerin gerne weitergeben. Durch ihre wissbegierige Enkeltochter Lotta (3) ist ihr der Generationenauftrag sehr bewusst geworden: „Wir müssen uns um unsere Kinder und Kindeskinder kümmern.“

Thementage für Kinder

Seit 2017 engagiert sie sich im Ort für den Nachwuchs und bietet für Kindergärten Thementage in ihrem Garten an. Letztes Jahr gab es für die Kita Pusteblume einen Apfeltag, Ende Mai werden die Jungen und Mädchen von der Kita St. Jakobus Pfefferminze und Zitronenmelisse mit allen Sinnen kennenlernen. Auch möchte sie das Denken wieder zur ursprünglichen Natur lenken und Wildkräutern ihren Platz lassen. „Auch Brennnesseln kann man essen“, ermuntert sie zu naturnahen Gärten.

Vom Gartenprojekt zum grünen Netzwerk

Ursprünglich wollte Annelen Heyens eine Gartenroute durchs Saterland initiieren, fand damals aber nicht genügend Mitstreiter und öffnete ihr Gartenprojekt auf eigene Faust. Mit Hilfe von Flyern und Mund-zu-Mund-Propaganda machte sie erfolgreich auf diese Idylle aufmerksam. „Klappern gehört zum Handwerk“, weiß die Hobbgärtnerin. Erst vor einigen Jahren schloss sie sich dem Netzwerk der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) an und gerne nahm sie das Angebot der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) wahr, auch offiziell als grüne Perle zwischen Moor und Meer gelistet zu werden.

Als „Location“ hatten ihre Schwägerin und ihre Tochter, beide Fotografinnen im Nebenberuf, dieses idyllische Fleckchen schon ganz früh entdeckt – u.a. für Hochzeitsfotos. Jetzt fangen viele Augenpaare und natürlich auch Fotoapparate die vielen zauberhaften Ecken immer sonntags ein. Von Juni bis September ist das Gartencafé jeden Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Für Gruppen ab zehn Personen bietet Annelen Heyens auf Anmeldung auch unter der Woche Gartenführungen an.

Jeder Quadratmeter ein Genuss für die Sinne

„Als wir hierher gezogen sind, hatte ich großen Respekt und mich gefragt, wie ich das schaffen will“, erinnert sich Annelen an die Anfänge des Gartens. Heute möchte die Vorsitzende der Landfrauen Saterland keinen Quadratmeter missen, am liebsten ihren Garten noch erweitern. „Es ist ein Geschenk, so ein Grundstück bewirtschaften zu dürfen“, weiß sie ihre Idylle zu schätzen.

Pflegeleichter

Im Laufe der Jahre ist ihr blühendes Paradies pflegeleichter geworden. Die über 400 Meter lange Buchsbaumhecke ist verschwunden, viele Kräuter und Stauden sorgen dafür, dass alles zugewachsen ist. „Und weil ich regelmäßig jäte, sät sich auch nicht viel neu aus“, liebt Annelen die Gartenarbeit, von der sie sich im Schwimmteich gerne erholt. „Ich liebe es, hier einzutauchen und fühle mich nach ein paar Runde wie neugeboren“, weiß sie das hauseigene Naturbaden im Reich der Frösche zu schätzen. Ein kleines keckes Teichhuhn hält das frische Nass seit einigen Jahren von Wildenten frei.

Viele Deko-Objekte

Ein Garten wird niemals fertig… es gibt immer wieder neue Projekte: so ist ein Großteil des Gemüsegartens in Hochbeete gewandert. Ringelblumen, Maggikraut, Rucola, Radieschen, Möhren, Schnittknoblauch – für essbare Blätter und Blüten ist hier genügend Platz. Übrigens auch für viele ausgediente Fundstücke: ob Fensterrahmen, alte Stiefel, Lederfußball oder Koffer – Annelen hat intuitiv ein grünes Händchen für diese Dekostücke. Gehen Sie einfach mal auf Entdeckungstour bei Familie Heyens.

Erlebnisgarten im Saterland

Familie Hans & Annelen Heyens

Hauptstraße 429 (Zuwegung Möhlenschleede)

26683 Ramsloh

Anmeldung zur Gartenführung unter 04498 - 919010

www.garteneinblicke.eu

www.offenegaerten-weser-ems.de

Swantje Sagcob
Redakteurin
Sonderthemen Redaktion
Tel:
0441 9988 4661

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