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NWZonline.de Gartenzeit

Eine Blattlaus kommt selten allein

11.05.2018

Sie sind wieder da. Sie hängen an den jungen Trieben der Minze, unter den Blättern der Zitronenverbene und sogar in der Petersilie habe ich welche entdeckt: Blattläuse. Gerade mal so groß wie ein Stecknadelkopf bergen sie doch das Potenzial, mich ordentlich in Panik zu versetzen.

Denn so eine Blattlaus kommt selten allein – und wenn man nicht aufpasst, hat man quasi über Nacht gleich eine ganze Kolonie auf dem Balkon zu Gast. Blattläuse vermehren sich nämlich rasant: Bis zu einem halben Dutzend Nachkommen soll ein Weibchen pro Tag zur Welt bringen können. Als perfekte Klone ihrer selbst. Lebend.

Und hungrig: Mit ihrem Stechrüssel zapfen die winzigen Biester meinen Pflänzchen dann den Saft ab, der durch ihre grünen Adern fließt. Am liebsten natürlich in den jungen Triebspitzen, zarten Blütenknospen und an der Unterseite der Blätter. Da lässt sich der Saugrüssel bestimmt besonders leicht versenken. Den Pflanzensaft verwandeln sie dann Honigtau, den sie als süß-klebrige Spur hinterlassen – und auf den Ameisen besonders wild sind. So wild, dass sie Blattläuse sogar halten sollen, wie Kühe melken und sie bei Gefahr verteidigen!

Wer einen eigenen Garten hat, der weiß: Es gibt eine ganze Reihe Pflanzen, die vor Blattläusen nicht sicher sind. Und das ist leider auch in einem Balkon-Garten so. Denn anders als bei Schnecken zum Beispiel bringt ihnen ein Domizil selbst in luftiger Höhe nichts: Bei Gefahr bilden Blattläuse nämlich Flügel, fliegen damit neue vielversprechende Futterplätze an und gründen dort eine neue Kolonie. Ich könnte das ja als Kompliment sehen. Aber wer als Dank halbtote Pflänzchen hinterlässt, hat bei mir leider schlechte Karten.

Zumal so ein Blattlausbefall nicht nur unschön und unappetitlich anzusehen ist. Er kann für einige Pflanze offensichtlich auch gefährlich werden. Blattläuse gehören zu den wenigen Tieren, die Pflanzenviren übertragen können. Und auch der von ihnen produzierte Honigtau ist wohl nicht ganz ohne: Auf ihm können sich Rußtaupilze ansiedeln, die wiederum die Fotosynthese der Pflanzen behindern. Auf solche Gastgeschenke kann ich dankend verzichten!

Natürliche Feinde anlocken

Daher lege ich mich auch immer ziemlich ins Zeug, um den Blattläusen die Party zu vermiesen. Und das mit einem ganz einfachen Trick: Ich lade Gäste ein, die sie auf den Tod nicht ausstehen können. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Blattläuse haben natürliche Feinde, zum Beispiel Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen und Schwebefliegen.

Und das nicht nur in den erwachsenen Formen: Auch die Larven der Helfer fressen die gemeinen Pflanzensaftsauger!
Und das so effektiv, dass ich in einem Jahr keine Kosten und Mühen scheute und sie sogar per Post einbestellte. Das ging ganz problemlos - und binnen weniger Tage war der Balkon-Garten so gut wie blattlausfrei. Regelmäßige Sichtkontrollen haben den Läusen dann ziemlich den Rest gegeben: Wann immer ich ein grünes oder schwarzes Exemplar entdeckte, habe ich es einfach mit der Hand abgestreift und zerdrückt.

Sicherlich: Alle habe ich auf diese Weise bestimmt nicht erwischt. Ich will aber auch gar keinen komplett blattlausfreien Balkon-Garten haben. Schließlich müssen ja auch Marienkäfer & Co. den Sommer über etwas zu beißen haben.