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NWZonline.de Gartenzeit

Spannendes im Grün entdecken

04.05.2018

„Die Die Zahl der Hobbygärtner steigt stetig, doch meist handelt es sich dabei um Erwachsene. Viele meinen, das Gärtnern sei zu langweilig für Kinder. Was sagen Sie dazu?

HEIDE BERGMANN:Nach meiner Erfahrung ist das Gegenteil der Fall. Kinder sind von sich aus neugierig und wollen ihre Umgebung erkunden. Ein Garten bietet sich in idealer Weise dafür an. Denn die Natur ist vielfältig und verändert sich ständig. Es gibt viel zu entdecken: Eine Blüte, die sich gerade geöffnet hat, einen Käfer im Gras, ein verstecktes Amselnest in der Hecke. Und wie schön ist es, die ersten eigenen Radieschen zu ernten.

Natürlich erleben Kinder den Garten anders als die Erwachsenen. Sie sind bei der Gartenarbeit nicht so pragmatisch, beispielsweise unterscheiden sie nicht zwischen Nutzpflanze und Unkraut. Löwenzahn ist genauso interessant wie eine Sonnenblume.

In Ihrem Buch „Gartenspaß für Kinder“ geben Sie viele Tipps, wie man den Nachwuchs für Gartenarbeit begeistern kann – wie gelingt das am einfachsten und warum ist das überhaupt eine gute Idee?

HEIDE BERGMANN: Am besten begeistert man Kinder für Gartenarbeiten mit einem Erfolg versprechenden Projekt. Im Frühjahr Kartoffeln pflanzen – das funktioniert eigentlich immer. Beim Ernten und Verspeisen der Kartoffeln werden die Kleinen mächtig stolz sein, dass sie das selbst produziert haben. Das schafft Selbstvertrauen und gibt Stärke. Beim Gärtnern erleben Kinder mit allen Sinnen, wie Pflanzen wachsen und reifen, sie lernen ökologische Kreisläufe kennen und bekommen einen Bezug zu gesunden Nahrungsmitteln.

Kids spielen und toben natürlich gern. Wie kann ich mit einfachen Mitteln im Garten einen kleinen Spielplatz erschaffen?

HEIDE BERGMANN: Ein Garten mit Hügel und Gräben, wildem Gebüsch zum Verstecken, einem Apfelbaum zum Klettern, einer Rasenfläche und einem Bach zum Stauen wäre das Paradies. Aber wer verfügt schon über einen solchen Garten? Heute sind kleinere Gärten die Regel. Aber auch hier können Spielbereiche geschaffen werden. Sträucher wie Hartriegel, Hasel, Hainbuche oder ein Bambus sind ideale Verstecke. Auch ein Weidentippi kann zur kuscheligen Höhle werden. Für mich steht fest: Ein „ordentlicher Garten“, wo jeder Quadratmeter gestaltet ist, wo kurzgeschnittene Hecken und aufgeräumte Blumenrabatten dominieren, ist kein Spielgarten. Kinder wollen sich bewegen, und sie mögen das Unfertige. Lassen Sie deshalb auch offene „Baustellen“ zu – etwa einen Bereich mit Sand, Kies oder Erde, wo Kinder buddeln, bauen und graben können. Wenn ein Wasseranschluss in der Nähe ist, können sie nach Herzenslust matschen, Burgen bauen und Wasser leiten.

Was ist eigentlich ein Kobold- und Feengarten – und wie lege ich ihn an?

HEIDE BERGMANN: Das ist kein bestimmter Gartentyp. Der Begriff bezeichnet eher das Zauberhafte, Magische, das Kinder in einem Garten finden. Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit. Rätselhaft waren zum Beispiel die Nester der Schaumzikade, die wie Spucke am Wiesenschaumkraut klebten. Da lag es nahe, Geschichten von Kobolden zu erfinden. Eine magische Pflanze ist auch der Frauenmantel, der früher als Alchemistenkraut galt. Auf seinen Blättern glänzen Regentropfen wie Diamanten. Und das Aufblühen der Nachtkerze jeden Abend in der Dämmerung ist ein sehr geheimnisvoller Vorgang. Viele Geschichten über Pflanzen findet man in Büchern mit Kräutermärchen.

Beliebt ist auch das „Kinderbeet“, in dem der Nachwuchs das Sagen hat: Können Sie erläutern, was es damit auf sich hat?

HEIDE BERGMANN: Mit einem eigenen Beet erhalten Kinder einen Verantwortungsbereich, auf den sie stolz sein dürfen. Die Erwachsenen sollten die kindliche Eigeninitiative unterstützen und möglichst optimale Voraussetzungen für ein Gelingen schaffen. So sollte das Beet unbedingt an einer sonnigen Stelle angelegt werden, gut gelockert und mit viel Kompost angereichert werden. Eine prima Sache ist ein Hochbeet. Dort wachsen die Pflanzen auf Kinderhöhe, sind gut im Blick und man hat weniger Probleme mit Schnecken. Damit Kinder die Freude am Gärtnern behalten, brauchen sie Erfolg und diesen möglichst schnell. Die Pflanzen sollten daher schnellwüchsig und robust sein, wie zum Beispiel Kürbisse, Zucchini oder Cocktailtomaten. Auch Feuerbohnen gehören zu den Kinder-Lieblingspflanzen sowie Kapuzinerkresse, Minze, Basilikum und natürlich Erdbeeren.

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