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NWZonline.de Gartenzeit

Üppiges Grün auf kleinem Raum

04.05.2018

Blumen, Gemüse, Kräuter und sogar Obst: Es gibt inzwischen wohl kaum etwas, was heutzutage nicht auf kleinstem Raum angebaut wird. Gerade wer keinen eigenen Garten oder eine Parzelle hat, experimentiert gern mit Pflanzgefäßen.

Amphoren, Fässer und Kisten

Neben Blumenkästen und Kübeln aus dem Handel sind für eine Bepflanzung grundsätzlich auch Amphoren in ausreichender Größe, Weinfässer, Obst- und Weinkisten aus Holz geeignet, sagt Miriam Soboll, Landesfachberaterin beim Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde. „Die Kisten können bei der Bepflanzung mit Jute ausgekleidet werden. Diese lässt überschüssiges Wasser ablaufen und verhindert das Ausschwemmen der Pflanzenerde“.

Reifen, Flaschen und Stiefel

Weniger geeignet für eine Bepflanzung sind aus ihrer Sicht hingegen Autoreifen, Maurerkübel, Gummistiefel oder Waschmittelflaschen. „Sie enthalten Weichmacher, die gesundheitsschädlich sein können.“ Bei einer Bepflanzung mit Blumen sei dies nicht ganz so dramatisch. Für Kräuter, Obst- oder Gemüsepflanzen sollte man aber besser auf solche Pflanzgefäße verzichten. „Die Pflanzen nehmen die Weichmacher auf und speichern sie. Über den Verzehr gelangen diese Stoffe dann in unseren Körper.“

Darüber hinaus spricht laut Soboll ein weiterer Aspekt gegen solche Alternativen zu Kübel & Co: „Beim Einsatz dieser Materialien ist man von einer naturnahen beziehungsweise natürlich wirkenden Gestaltung sehr weit entfernt“, meint die Landesfachberaterin.

Überschüssiges Wasser

Egal, ob im klassischen Blumenkübel oder im alternativen Pflanztopf: Staunässe bekommt Pflanzen in der Regel nicht, da die Wurzeln in der feuchten Erden faulen und absterben. Daher müssen die Gefäße immer Möglichkeiten bieten, durch welche überschüssiges Gießwasser abfließen kann. „Bei zweckentfremdeten Gefäßen können solche Ablauflöcher je nach Material mit einem Holz- oder Steinbohrer gebohrt werden.

Drainageschicht hilfreich

Wer besonders tiefe Gefäße wie Weinfässer benutzt, muss sie in der Regel nicht vollständig mit Erde füllen. „Pflanzen wurzeln in der Regel nur etwa 20 bis 25 Zentimeter tief“, sagt Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie. Daher kann man das Fass erst einmal mit anderen Materialien füllen, um „auf Höhe“ zu kommen. Die Fachfrau empfiehlt Tonscherben, Steine und Tongranulat, auch unter dem Namen Blähton bekannt. Eine solche Schicht wirkt zudem als Drainage und sorgt für eine gute Durchlüftung.

Düngen in Maßen

In Sachen Erde rät die Fachfrau der Niedersächsischen Gartenakademie zu handelsüblicher Blumen- und Kübelerde. Dieser sollte man zusätzlich, aber sparsam Langzeitdünger beimengen oder sie später zur Hauptblütezeit auch noch regelmäßig mit Flüssigdünger versorgen – und zwar genau nach Anweisungen des Herstellers. „Viel hilft nicht viel. Im Gegenteil: Die Pflanzen können bei zu viel Dünger oder ungeeigneter Erden sich schlecht entwickeln und auch eingehen“, warnt Ahlers.

Erlaubt ist, was gefällt

Bei der Bepflanzung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das Sortiment an Sommerblumen, Kräutern und Naschgemüse ist riesig. „Erlaubt ist, was gefällt – und sich am jeweiligen Standort wohlfühlt“, sagt Miriam Soboll vom Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde. Neben Blumen können auch Gemüse, Kräuter und sogar Obst im Kübel angebaut werden: „Bei einigen Obstsorten wie zum Beispiel Himbeeren oder Heidelbeeren gibt es spezielle, kompakt wachsende Züchtungen für Kübel.“

Kräuter sind ideal

Die Größe des Gefäßes kann für manche Gewächse allerdings ein Problem werden. „Tiefwurzelnde Pflanzen wie Stock- oder Pfingstrosen sind im Garten besser aufgehoben und auch Wurzelgemüse wie Möhren und Sellerie stoßen im Kübel an ihre Grenzen“, meint Ahlers. Kräuter hingegen sind kein Problem: „Kräuter sind absolute Kübelpflanzen. Gerade mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Strauchbasilikum fühlen sich sehr wohl, wenn sie in magerer, durchlässiger Erde mit einem ordentlichen Wasserabzug wachsen können.“

Pflanzpartner finden

Bei Gemüse gibt es ebenfalls viel Auswahl. „Kopfsalat, Pflücksalat und Rucola funktionieren bestens im Topf, Tomaten, Auberginen und Paprika ebenso“, sagt Miriam Soboll. Die Landesfachberaterin empfiehlt, die Pflanzengruppen aber nicht nur für sich, sondern als Mischkultur mit anderen zu kombinieren. „Man kann zum Beispiel ein Gefäß mit Mangold, Kapuzinerkresse und Kräuter bepflanzen oder ein Obststämmchen wie Johannisbeere oder Stachelbeere mit Kräuterunterpflanzung setzen. Eine Kreuztabelle hilft, geeignete Pflanzenpartner zu finden.“

RichtigesVerhältnis

Damit die Bepflanzung auch gestalterisch was her macht, ist das Verhältnis von Gefäßgröße und Bepflanzung wichtig. „Bei Blumen sollte man mehrere Pflanzen in einen Kübel setzen, damit die Pflanze üppig wirkt“, sagt Soboll. Mechtild Ahlers rät zu einem Verhältnis von zwei Drittel Kübel zu einem Drittel Bepflanzung: „So ist das Gesamtbild optisch ansprechend.“ In einem Balkonkasten mit einer Länge von einem Meter und einer Breite und Tiefe von jeweils 20 Zentimetern empfiehlt sie, sechs bis sieben Pflanzen zu setzen, damit sie eine Wirkung entfalten.

Grundsätzlich lautet ihre Faustregel: „In einen Topf mit einem Fassungsvermögen von zwei Liter passt eine Pflanze.“ Ausnahmen sind Geranien, Fuchsien und starkwachsende Kräuter: Hier rät die Fachfrau der Niedersächsischen Gartenakademie zu drei Litern pro Pflanze.

Regelmäßig wässern

Abgesehen von der regelmäßigen Düngung ist bei der Pflege von Kübelpflanzen ein weiterer Aspekt besonders wichtig: das Gießen. „Die Kübel müssen im Sommer fast jeden Tag gegossen werden, auch wenn sie nicht überdacht stehen“, sagt Miriam Soboll vom Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde. „Das Wasser, das als Regen in den Kübel gelangt, ist nicht ausreichend.“

www.gartenfreunde-niedersachsen.de

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