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NWZonline.de Gartenzeit

Viel mehr als nur ein Augenschmaus

18.05.2018

Als ich mit dem Balkongärtnern anfing, habe ich mir vorgenommen: In meine Blumenkästen kommen nur essbare Pflanzen. Nichts gegen Geranien, Fuchsien oder Männertreu. Aber nur schön auszusehen, sorry, das reicht leider nicht.

Trotz dieses Vorsatzes habe ich auf Blühendes im Balkon-Garten nicht verzichten müssen. Und das nicht nur, weil Tomaten und Bohnen von Natur aus ein paar Blütenblätter hervorbringen. Nein, in meinem Balkon-Garten gibt es tatsächlich auch richtige Blumen mit Blüten in bunten Farben. Solche, die man sich auch hübsch in eine Vase stellen könnte. Wenn man denn keine besser Verwendung für sie findet.

Von zuckersüß bis pfeffrig-scharf

Es gibt nämlich eine ganze Reihe an Gewächsen, die nicht nur schön blühen und Bienen, Hummeln und andere Insekten fleißig mit Nektar und Pollen versorgen. Ihre Blüten sind auch für uns genießbar – und schmecken je nach Pflanze zuckersüß oder pfeffrig-scharf. Entsprechend setze ich sie auch in der Küche ein: Kräuter- und Gemüseblüten verfeinern in der Regel herzhafte Gerichte, Blumenblüten eignen sich insbesondere für süße Speisen und Getränke. Und das nicht nur frisch: Man kann sie auch trocknen oder blanchieren, zu Sirup oder Gelee verarbeiten oder in Essig und Alkohol einlegen.

Fast zu schön zum Essen

In meinem Balkon-Garten lasse ich daher viele Kräuter blühen. Die gehackten Blüten von Kapuzinerkresse, Schnittlauch und Schnittknoblauch rühre ich gern in bunten, selbstgemachten Kräuterquark, Saure-Sahne-Dips und Kräuterbutter, die ich mir wahlweise auf warmes Brot schmiere oder zu jungen Pellkartoffeln und gedünstetem Gemüse verputze. Auch in der Salatschüssel landen diese Blüten regelmäßig – neben denen von Borretsch, Buchweizen, Kornblume, Ringelblume, Hornveilchen und Rucola. Obwohl dessen wunderschönen, zarten Blüten schon fast zu schön sind, um sie zu essen...

Getrocknete Blüten von Ringelblume, Kornblume, Oregano, Thymian und Lavendel verwende ich je nach Aroma gern für Zucker, Kräutersalz oder Tee. Auch zum Backen eignen sie sich: Ich liebe Plätzchen mit Rosmarin oder Lavendelblüten! Sie verleihen Plätzchen eine herrlich süße Note, mit der sie das ganze Jahr über zum Kaffee schmecken.

Natürlich ist im Balkon-Garten nicht für jede Blüte Platz. Daher sammle ich sie gern auch in der Natur: Aus frischen Löwenzahnblüten habe ich schon mal Likör hergestellt, außerdem sollen sie auch gegart genießbar sein. Bei Bärlauch kann man sie wie die Blätter verwenden. Und Holunderblüten lassen sich nicht nur Sirup verarbeiten, sondern auch in Teig wenden und frittieren – ausprobiert habe ich das aber noch nie. Es gibt also auch für mich noch eine ganze Reihe an kulinarischen Welten zu entdecken.

Vorsicht vor giftigen Pflanzen

Doch bevor Sie nun jede hübsch aussehende Blüte pflücken und sich auf den Teller legen, daraus Tee zubereiten oder mit ihr Kuchen dekorieren, noch eine ausdrückliche Warnung: Seien Sie ganz sicher, dass die Blüten auch essbar ist. Es gibt nämlich auch Pflanzen, deren Blüten ungenießbar oder sogar giftig sind! Nachtschattengewächse wie Tomate und Kartoffel, aber auch Christrose, Maiglöckchen, Fingerhut, Hahnenfuß und Schierling zählen zum Beispiel dazu.

Auch von grundsätzlich essbaren Blüten, die im Handel aber nicht explizit als solche gekennzeichnet sind, lasse ich die Finger: Sie sind in der Regel als Zierpflanzen gedacht und können mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein. Das gilt übrigens auch für Saatgut: Die Pflanzen sollten ausdrücklich als essbar deklariert sein.

Wenn ich mir nicht sicher bin, ob eine Blüte im Balkon-Garten essbar ist, überlasse ich sie lieber den Bienen und freue mich am schönen Ambiente. Das Auge isst ja bekanntlich mit.

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