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NWZonline.de Gartenzeit

Wo es blüht und summt

12.04.2019

Wie sind Sie zu dieser speziellen Form der Gartengestaltung gekommen?

NINA HOGEBACK: Während meines Studiums Ingenieurwesen im Garten- und Landschaftsbau wurde mir bewusst, dass viel Potenzial in der ökologischen Form der Gartengestaltung steckt, um etwas gegen die derzeitigen Probleme wie Insektensterben, Klimaerwärmung und Artenrückgang in Flora und Fauna zu bewirken. Ich halte es für wichtig, wieder mehr Bezug zu der Natur sowie deren Schönheit und – oft vergessenen – Nutzen zu gewinnen. Mit dieser Idee versuche ich, im Kleinen und Großen ökologisch wertvolle Gärten zu schaffen.

Wie sieht ein ökologischer Garten überhaupt aus?

NINA HOGEBACK: Auf den ersten Blick unterscheidet er sich nicht von anderen Gärten.

Er kann formal, architektonisch, aber auch nach natürlichem Vorbild wild gestaltet sein. Es sind gezielt gesetzte Gestaltungselemente, die Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten. Daraus ergibt sich im Garten eine ökologisch wertvolle Oase für Menschen, Tiere und Pflanzen.

Was spricht für den Einsatz natürlicher Baustoffe im Garten?

NINA HOGEBACK: Die Natur bietet zahlreiche Baustoffe an, die auf verschiedene Art und Weise genutzt werden können. Alle Baustoffe, ob Holz, Natursteine, Lehm, Ton oder auch Pflanzen sind umweltfreundlich, recycel- beziehungsweise kompostierbar und vielseitig einsetzbar. Auch bereits im eigenen Garten gewonnene Baustoffe können verarbeiten werden – so kann der Baum- und Strauchschnitt zu einer sogenannten Benjes-Hecke umgewandelt werden. Darüber hinaus sollten auch die bereits vorhandenen künstlich hergestellten Baustoffe wie gebrauchte Beton-Pflastersteine nicht vergessen werden: Solche Materialien können wiederverwendet werden, und es entstehen neue spannende Gestaltungen, ohne dass viel neues Baumaterial hinzugekauft werden muss. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel.

Was für Pflanzen finden im Garten ihren Platz?

NINA HOGEBACK: Auf jeden Fall kommen Wildpflanzen infrage. Die Sorten müssen insekten- und tierfreundlich sein. Die Palette ist zahlreich und auch mit Wildpflanzen können ästhetisch anspruchsvolle Pflanzungen entstehen. Natürlich sind auch im Einzelfall „Exoten“ erlaubt. Wichtig ist die Gesamtheit. Außerdem plädiere ich für einen gewissen Anteil an sogenannten Unkräutern – ich nenne sie „Wildkräuter“. Für Schmetterlinge sind Brennnesseln wichtig, die für viele Raupenarten das Hauptnahrungsmittel sind. Aber auch für Menschen sind Wildkräuter nützlich: zum Beispiel die Vogelmiere, die einerseits den Boden vor Austrocknung schützt, als auch im Salat gut schmeckt. Wer den Geschmack von Knoblauch liebt, aber die berühmte Knoblauchfahne vermeiden will, sollte die Knoblauchsrauke im Garten stehen lassen. Denn diese schmeckt ähnlich wie Knoblauch, ist aber im Nachhinein geruchsfrei.

Gibt es im Bereich des naturnahen Gartens gewisse Trends?

NINA HOGEBACK: Der Trend ist die ökologische Gartengestaltung an sich. Die Natur soll im eigenen Garten erlebbar sein. Das funktioniert nur, wenn der Garten zu einem Lebensraum für alle – Menschen, Tiere, Insekten und Pflanzen – wird. Immer mehr Menschen wird die Wertigkeit der Natur bewusster. Sie wollen durch eine ökologische und naturnahe Gartengestaltung umweltfreundlicher und natürlicher leben. Ein weiterer Trend sind essbare Pflanzen im eigenen Garten. Davon gibt es eben bewusst gesetzte Pflanzen, aber auch zahlreiche Wildkräuter.

Wenn man bisher einen „normalen Garten“ hinterm Haus hatte: Wie schwer ist es, diesen in einen ökologischen Bereich umzuwandeln?

NINA HOGEBACK: Die Umwandlung fängt schon mit einer Veränderung der Gartenpflege an. Das bedeutet zum Beispiel, dass einige Stauden zum Winter hin nicht abgeschnitten werden. Viele abgestorbene Pflanzenteile bieten Winterschutz und/oder Nahrung für Tiere und Insekten. Auch das Erhalten vom Gleichgewicht in der Natur im Garten – ein gewisser Anteil an Schädlingen fördert die Nützlinge – und das Verwerten von angesammelten Schnittgut und Grünabfall, also Kompost, schließt einen natürlichen Kreislauf im Garten. Zu der Umgestaltung: Der Charakter eines bestehenden Gartens muss nicht geändert werden. Kleine Gestaltungselemente wie beispielsweise Blühwiesen, Totholz und Steinmauern können schon vieles bewirken.


  www.naturwesen-gartengestaltung.de 
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