NWZonline.de Gartenzeit

Folge 5: Irrtum: „Bäume müssen gekappt werden“

23.04.2021

Man sieht sie in jedem Ort, in jeder Gemeinde und auch in Städten: gekappte Bäume. Besonders wenn man sich mit dem Lebewesen Baum näher auseinandergesetzt hat, ist dies ein trauriges Bild. Doch was bedeutet Kappung eigentlich?

Das Kappen von Bäumen beschreibt das massive, baumzerstörende Zurückschneiden der Krone. Übrig bleiben meist kahle „Stümpfe“ oder „Stummel“, der natürliche Habitus des Baumes ist zerstört. Die Auswirkungen dieser Schnittmaßnahme sind meist irreversibel. Durch das fehlende physiologische Gleichgewicht wird ein Pilzbefall im Wurzelbereich begünstigt.

„Aber der Baum kommt doch wieder“ bekommen wir oft zu hören, wenn wir unseren Kunden erklären, wieso wir die Bäume nicht so massiv schneiden. Zunächst einmal hat man keine Garantie, dass der Baum „wiederkommt“. Man raubt dem Baum die komplette Blattmasse, die dieser zum Leben benötigt. In einer Art Panikreaktion versucht der Baum, die verlorene Blattmasse wieder herzustellen. An den Schnittstellen bilden sich meist mehrere Triebe gleichzeitig. Diese haben eine schlechte Anbindung, da sie nur mit den äußeren Holzschichten verbunden sind. Die Triebe werden von Jahr zu Jahr dicker, schwerer und länger und sind zunehmend bruchgefährdet.

Zudem fault der Baum von den Schnittstellen ausgehend in den Stamm hinein. Der Baum höhlt langsam aus. Dies vermindert die Bruchfestigkeit der Äste zusätzlich und kann auch die Standsicherheit des Baumes beinträchtigen. Aufgrund der oben dargestellten schlechten Astanbindung am Stammkopf ist es notwendig, verstärkt Baumkontrollen durchzuführen und alle zwei bis fünf Jahre die Krone zu pflegen und zu schneiden, was zu lebenslangen Folgekosten führt. Nur so können gekappte Bäume verkehrssicher gehalten werden. Klar sollte aber sein, dass solche massiven Eingriffe die Lebenserwartung der Bäume in jedem Fall verkürzen

Es kann gute Gründe für das extreme Einkürzen der Krone geben, wenn der Baum, etwa durch Pilzbefall, schwer geschädigt ist und nur so die Verkehrssicherheit hergestellt werden kann. Aber das sind fachlich begründete Ausnahmen. Dabei wird im Regelfall die Krone reduziert, ohne den Baum massiv zu schädigen. So wie es das Regelwerk, die ZTV Baumpflege empfiehlt.

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Häufig genannte Gründe für Kronenkappungen sind: zu viel Laub, zu viel Schatten, Angst vor dem großen Baum. Jedoch erreicht man durch eine Kappung langfristig gesehen das Gegenteil: mehr Laub, mehr Schatten und bruchgefährdete Bäume.

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