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Gartenerde Fertige Substrate haben viele Vorteile

Swantje Harms
Blumenerde, torffreie Kräuter- und Aussaaterde, Rosenerde, Rasenerde, Graberde, Balkon- und Kübelpflanzenerde, Rhododendron- und Hortensienerde – die Auswahl an Substraten ist riesig.

Blumenerde, torffreie Kräuter- und Aussaaterde, Rosenerde, Rasenerde, Graberde, Balkon- und Kübelpflanzenerde, Rhododendron- und Hortensienerde – die Auswahl an Substraten ist riesig.

Swantje Harms

Oldenburg - Hobbygärtner sind jedes Jahr mit Herzblut für ihre grüne Oase im Einsatz. Der Rasen soll ein grüner Teppich sein, die Blumen sollen in ihrer vollen Faszination wachsen und blühen, das Gemüse darf gut gedeihen, das Obst soll sich gesund und ertragreich entwickeln. Früher wurde die Gartenerde mit Mist und Kompost auf die Saison vorbereitet, heute gibt es im Gartenfachhandel unzählige Substrate zur Auswahl. Welche Substrate wofür wichtig sind, erklärt uns Nadja Krause von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die Diplom-Ingenieurin für Gartenbau (FH) ist seit Januar 2022 Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Ist die große Vielfalt an Substraten für einen normalen Garten überhaupt erforderlich? Reicht es nicht mehr, mit Muttererde und Kompost zu arbeiten ?

Im Garten ist das durchaus ausreichend. Wenn ich jetzt aber an bepflanzte Kübel oder Balkonkästen denke, sind Substrate durchaus sinnvoll. Zum einen funktionieren mineralische Böden im Kübel oder Balkonkasten eher schlecht. Besonders schwierig ist dort das Wasserhaltevermögen. Ein anderes Problem ist die Menge an Mutterboden, die man für seine Kübel oder Kästen bräuchte. Nehme ich den Mutterboden aus dem Garten, fehlt er mir ja dort. Weiterhin gibt es einige empfindliche Kulturen, die einen besonders eingestellten pH-Wert benötigen (z. B. Rhododendron) oder die recht salzempfindlich sind (z. B. Zitruspflanzen oder auch Gemüseaussaaten). Dort empfiehlt es sich, auf fertig gemischte Substrate zurückzugreifen. Weiterhin sind Substrate vom Gewicht her häufig leicht. Damit ist der Transport der Kübel oder Kästen an ihren Bestimmungsort deutlich einfacher und händelbarer.

Welche Kategorien an Substraten gibt es und worin unterscheiden sich die Sorten im Wesentlichen? ?

Es gibt Substrate für: Zimmerpflanzen, Kübelpflanzen, Rasen, Rosen, Rhododendron, Gemüse, Hochbeete, Zitruspflanzen, Kräuter- und Anzuchterde und Graberde und mehr.

Zum einen gibt es Unterschiede beim pH-Wert und natürlich in der Zusammensetzung der organischen und mineralischen Bestandteile. In vielen Substraten ist der Hauptbestandteil Weißtorf. Diesem werden noch andere Bestandteile wie Ton, Sand, Nährsalze und andere Zuschlagstoffe beigemischt. Torf hat viele positive Eigenschaften hinsichtlich Wasserhaltevermögen, pH-Stabilität und Durchlüftung. Dadurch ist das Substrat im Kübel oder Kasten auch sehr strukturstabil und haltbar. Wir als Verbraucher werden uns aber daran gewöhnen müssen, ohne Torf im Garten auszukommen. Aus Gründen des Klimaschutzes soll der Torfeinsatz stark eingeschränkt werden. So fordert die Bundesregierung, dass ab 2026 kein Torf mehr in Blumenerden eingesetzt werden soll.

Welche Substrate im Handel sind für den Hobbygarten im Frühjahr am wichtigsten? ?

Im eigenen Garten reicht meist eine universelle Blumenerde. Hat man Kulturen mit besonderen pH-Wertansprüchen, wie Rhododendron und verschiedene kalkempfindliche Pflanzen, Heidelbeeren oder Hortensien (die unbedingt blau bleiben sollen), dann sollte es ein spezielles Substrat dafür sein. Der eigene Gartenboden hat meist nicht die passenden Eigenschaften. Häufig ist der pH-Wert zu hoch. Auch für Zitruskulturen empfiehlt sich ein spezielles Substrat. Diese Pflanzen sind recht salzempfindlich und entwickeln sich sonst häufig nicht wie gewünscht. Außerdem würde ich für die Anzucht von Gemüsepflanzen immer ein spezielles Aussaatsubstrat empfehlen. Aussaatsubstrate sind besonders feinkrümelig, gut wasser- und luftdurchlässig und salzarm. Die jungen Keimlinge sind sehr empfindlich. Ansonsten sind die anderen Substrate nicht unbedingt notwendig. Eine universale Pflanzerde ist ausreichend.


Die Klimaschutz-Diskussion um den Abbau von Torf und der Renaturierung von Moorflächen hat dazu geführt, dass immer mehr torfreduzierte und -freie Erden entwickelt wurden. Was zeichnet diese Substrate aus und sind sie so gut wie ihre torfhaltigen Vorgänger ?

Mittlerweile gibt es einige Ersatzstoffe für Topf, z.B. Holzfasern, Kokosmark bzw. Kokosfasern, Rindenhumus oder Kompost. Bisher kann keiner dieser Stoffe alleine Torf ersetzen. Bewährt haben sich aber Mischungen daraus. Wichtig wäre immer der Blick auf die Rückseite des Substratsackes. Dort finden sich Angaben über pH-Wert und Salzgehalt. So kann man bei pH- und salzempfindlichen Kulturen Problemen aus dem Weg gehen. Bei torffreien oder torfreduzieren Kübelpflanzenerden muss, um die Strukturstabilität zu gewährleisten, mit weiteren mineralischen Bestandteilen, wie z. B. Splitt, Bims oder Blähton, gearbeitet werden. Wichtig zu wissen ist, dass torffreie Erden nicht so lange gelagert werden können. Die Gefahr von Verpilzungen steigt, oder auch, dass Nährstoffe freigesetzt werden und damit der Salzgehalt ansteigt. Weiterhin enthalten torffreie Bioerden keinen mineralischen, sondern organischen Dünger. Organische Dünger müssen erst in die pflanzenverfügbare mineralische Form umgewandelt werden und das geschieht meist zeitverzögert. Dadurch muss noch genauer auf die Nährstoffversorgung geachtet werden, damit es nicht zu Mangelsymptomen kommt.

Gibt es auch neue Alternativen für Pflanzenbereiche, in denen bislang Torfqualitäten gepunktet haben ?

Laut meinem Kollegen Heinrich Beltz sind verschiedenste Stoffe in der Entwicklung. So werden zum Beispiel auf abgetorften Moorflächen Torfmoose (Sphagnum) kultiviert und geerntet, die sehr gute Eigenschaften haben und ähnlich wie Torf eingesetzt werden können. Allerdings steckt der Anbau noch in den Kinderschuhen und im Moment sind nur sehr geringe Mengen davon verfügbar. Aber wer weiß, vielleicht erlangen sie in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren eine größere Bedeutung.

Kann ich auf Torf im Garten ganz verzichten? ?

Für den eigenen Garten und die „normalen“ Kübel- oder Balkonpflanzen ist es kein Problem, auf Torf zu verzichten. Lediglich in der Anwendung und Pflege müssen wir uns ein wenig umstellen, da wir Hobbygärtner alle den Umgang mit torfhaltigen Substraten gewöhnt sind.

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