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NWZonline.de Gartenzeit

Unter freiem Himmel: Ein Trau-dich-Ort zum Träumen

24.05.2018

Gärten sind im Auge des jeweiligen Betrachters zumeist individuelle Paradiese. Viele Grünoasen bleiben ein persönliches Refugium, in dem jeder ungestört sein möchten. Nur manchmal kann die Gartenarbeit zur Hölle werden oder der unzufriedene Hobbygärtner hat seine Ansprüche einfach zu hoch geschraubt. Himmel und Hölle können ganz nah beieinander liegen, wie im Paradiesgarten Osterloh in der Visbeker Bauernschaft Halter (von 1170) zu erfahren ist. Die ein Hektar große Gartenanlage von Melita und Ulrich Osterloh bei ihrem historischen Fachwerkhof unweit des Erdbeerfeldes ist ein beliebter Trauort – der sich unmittelbar am Rande der „Hölle“ befindet…

VON SWANTJE SAGCOB

Diese kleine Wortspielerei darf erlaubt sein, denn für den offiziellen Trauort der Gemeinde Visbek (Landkreis Vechta) gibt es historisches Kartenmaterial von 1700 aus dem Oldenburger Staatsarchiv, das den Urteich eben als „Hölle“ vermerkt hat und das dahinter liegende Areal als „Paradies“ auszeichnet.

Wer den Hof- und Landschaftsgarten der Familie Osterloh bereits bei einer Gartenführung kennenlernen durfte, wird keinen Moment lang einen Gedanken an die Hölle verschwenden – oder doch? Dieser besagte Teich sei tief, weiß Melita Osterloh, doch der Blick gleitet wohlweislich nur über die Oberfläche. Erst im letzten Jahr hat das stattliche Gewässer zur Ostseite? einen Schutzwall erhalten, der dem riesigen Gelände mit einem malerischen Wasserfall aus großen Felssteinen sowie zahlreichen Stauden einen neuen Rahmen gibt. Das sorglose Plätschern bringt das „höllische“ Nass sanft und wohlig zum Klingen.

Doch der Blick bleibt auf dieser Teichidylle nicht lange haften, denn wohin man ihn auch wendet, es ist mit jedem Schritt weiter ein Blick in ein himmlisches Gartenparadies. Für viele Jahre haben Osterlohs die Pforten zu dieser grünen Perle zwischen Moor und Meer für Blumen- und Pflanzenliebhaber geöffnet. Etliche Busse hielten vor dem Haus Nummer 21 in der kleinen Ortschaft, die mit ihren idyllisch gelegenen Fachwerk- und Bauernhäusern schon für sich einen Ausflug in die flache Geestlandschaft wert ist. Die leckeren Früchte auf dem Erdbeerhof Osterloh sind allein Grund genug.

Zwar gäbe es aus persönlichen Gründen keine Führungen mehr, erklären Melita und Ulrich Osterloh, eine Chance für einen Gartenbesuch gibt es dennoch: die standesamtliche Hochzeit. Heiratswillige Paare können über die Gemeinde Visbek dieses offizielle „Trauzimmer“ wählen, aber auch Brautpaare, die hier in dieser grünen Idylle ihre Hochzeitsfotos machen lassen möchten. Die große, uralte Eiche am Teich gibt mit ihrem fantastischen Blätterdach einen schützenden Rahmen, die grüne Couch aus Buchsbaum lädt stilvoll zur Zeremonie ein.

Viel Stil hat das Ehepaar Osterloh auch mit dem achteckigen, beheizten Pavillon im viktorianischen Stil bewiesen, der vor 17 Jahren von der Tischlerei Harting in Visbek aufgebaut wurde. Auch wenn die Leidenschaften Erdbeeren und Garten ihre volle Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen, reicht schon eine kurze Auszeit an diesem idyllischen Plätzchen zum Auftanken für Körper und Seele.

Früher waren Gänse die einzigen Gäste

Dass Melita Osterloh ein Händchen für wahres Gartenglück hat, wurde der Hobbygärtnerin bereits 2007 bescheinigt: bei einem bundesweiten Gartenwettbewerb der Zeitschrift „Schöner Wohnen“ belegte sie einen beachtlichen fünften Platz. Die Zeichnung hatte sie damals gemeinsam mit ihrem Mann entworfen. „Ich bin nicht vom Fach, der Garten ist nach und nach aus dem Bauch heraus entstanden“, freut sich die 54-Jährige über ihr persönliches Gartengeschick.

Runter vom Feld und rein in den Garten

Wer weiß, dass auf dem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück früher Gänse die einzigen Gäste auf der Weide hinter dem Fachwerkhof waren, versteht die gärtnerische Leistung von Melita Osterloh. Übrig geblieben von damals sind der alte Baumbestand, eine Trauerbirke und die 90 Jahre alte Magnolie. „Ich habe immer gerne experimentiert und nach und nach den Zaun weiter versetzt. Die Gänseweide wurde immer kleiner und der Garten immer größer“, freut sie sich auch über ihren persönlichen Zuwachs an Gartenwissen. Runter vom Feld und rein in den Garten lautet oft die Devise, um beide Leidenschaften unter einen Hut zu bekommen. Das Aufblühen der Natur mit der explosiven Farbkraft macht den Einsatz in ihren Augen wieder wett.

Fantastische Kompositionen

Heute wechseln sich farbenprächtige Stauden, verschiedene Gehölze wie Blumenhartriegel (Cornus), Rosen und Raritäten wie Gunnera (Mammutblatt) ab. Ob Lederhülsenbaum („Christusdorn“) oder Judasbaum, japanischer Goldahorn „Aureum“ oder Taschentuchbaum, Rhododendren oder Lorbeer, Astilben oder Salomonsiegel – die jahreszeitlichen Kompositionen geben ein fantastisches Farbenbild ab. Der Buchsbaum hat dem Ilex Platz gemacht und viele Pflanzen, die durch den kalten Ostwind im Winter verfroren sind, haben bereits neuen Ideen Platz gemacht. Um sie ist Melitta Osterloh für ihre grüne Perle zwischen Moor und Meer nie verlegen.

Nur die Ruhe und Zeit zum Gartenspaziergang und Verweilen in ihrer grünen Perle zwischen Moor und Meer möchten Melita und Ulrich Osterloh noch häufiger finden.

Der alte Baumbestand, die Hofstelle, der Urteich und die Gartenlandschaft waren auch die entscheidenden Argumente, dass die Familie Osterloh von den Verantwortlichen der damaligen „Route der Gartenkultur“ für die offenen Gartenpforte angesprochen wurden; heute besteht sie unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. (DGGL) fort.

Offizieller Trauort der Gemeinde Visbek über Tel. 04445 / 8900-16

Swantje Sagcob
Redakteurin
Sonderthemen Redaktion
Tel:
0441 9988 4661
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