Während in ländlichen Gegenden oftmals größere Gärten eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten bieten, sind die Grundstücke in Stadtgebieten zumeist um einiges kleiner. Dennoch können auch sie sich zu einer richtigen Wohlfühloase entwickeln, in der man sich zu jeder Zeit des Tages sehr gerne aufhält. Wie das möglich ist, das verrät Landschaftsarchitekt Thomas Damke aus Dötlingen.
So wenig wie möglich
Romantischer Bauerngarten, mediterranes Flair und dazu noch eine moderne Lounge-Area? „Wer zu viel auf einmal möchte, der kann sich leicht verzetteln. Das gilt nicht nur für den Stil, sondern auch für die Bepflanzung: Hier sollte man sich auf eine Auswahl beschränken und anstelle verschiedenster Einzelpflanzen auf das Pflanzen in Gruppen setzen. Dies schafft ein einheitlicheres Bild“, so Thomas Damke.
Vorab ein Plan
Was will ich eigentlich? Möchte ich in meinem Garten sitzen und mich darin aufhalten, ist mir die Natur sehr wichtig oder gibt es Kinder, die darin toben wollen? „Um die Vorstellungen festzuhalten, sollte man ein Raumprogramm erschaffen – wie bei einem Haus. Auch ein kleiner Garten kann aus mehreren Räumen mit ein oder zwei Sitzecken bestehen.“
Sonne, Halbschatten oder Schatten
Die Sonnenausrichtung ist für die Standortwahl der einzelnen Pflanzen sehr wichtig, ebenso für den eigentlichen Aufenthalt im Garten. Die verschiedenen Lichtverhältnisse lassen sich auch gut bei der Platzierung der Sitzecken berücksichtigen. „Sehr schön ist beispielsweise ein Plätzchen mit Blickrichtung Südwesten und gleichzeitiger Rückendeckung. Hier kann man sich auch im Frühling oder Herbst die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, während es von hinten geschützt ist“, empfiehlt der Landschaftsarchitekt. Im Sommer wiederum, wenn man auch Schatten braucht, kommen Bäume oder höhere Sträucher ins Spiel.
Das Element Wasser
Wasser ist immer eine gute Ergänzung – sowohl für die Menschen als auch für tierische Bewohner. „Je nachdem, ob kleine Kinder im Haus sind oder nicht, kann Wasser auf unterschiedlichste Weise zum Einsatz kommen und somit auch einen Mittelpunkt des Gartens bilden. Dies kann ein größeres Becken sein, aber auch nur ein kleiner Quellstein. Gerade in der Stadt ist ein solch sprudelndes Element nicht nur eine optische Bereicherung, es kann auch Geräusche der Nachbarn oder durch die Straße übertönen oder zumindest dämpfen.“
Gehölze gehören dazu
„Ich mache mich gerne für Bäume stark – auch in einem kleinen Garten“, sagt Thomas Damke. „Es gibt viele tolle Gehölze abseits immergrüner Hecken. Mit kleinkronigen Bäumen oder Sträuchern lassen sich auch die Grenzabstände einhalten. Für eine abwechslungsreiche Gestaltung bieten sich viele Pflanzen an. Man sollte allerdings schon bei der Planung darauf achten, dass es immer etwas Blühendes oder Früchtetragendes gibt.
Und wie ist es mit Rasen?
Wenn keine Kinder darauf spielen wollen, kann man sicher auch gut darauf verzichten. „Viele unterschätzen den Pflegeaufwand“, so Thomas Damke. „Weniger pflegeintensiv und dazu noch um einiges interessanter ist eine schöne Bepflanzung, bei der sich hervorragend mit unterschiedlichen Höhen spielen lässt. Steht alles dicht beieinander, kann man selbst im Sommer meist gut auf eine Beregnung verzichten – anders als bei einem Rasen, der ja auch schön grün sein soll.
Gerade Wege
Ein eckiges Haus, eckige Grundstücksgrenzen und dann ein sich schlängelnder Weg? „Das ist meistens zu viel. Besser ist es, wenn sich auch die Wege und die Kanten dieser Geradlinigkeit anpassen. Dies gibt dem Garten Ruhe – bei den Pflanzen darf es dafür das genaue Gegenteil sein. In den Beeten kann es also umso üppiger ausfallen. Und wenn die Bepflanzung über die Begrenzung ragt, dann sieht alles sehr natürlich und romantisch aus.“
