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NWZonline.de Gartenzeit

Nächtliche Konzerte in der Küche

28.09.2019

Heuschreckenplagen sind in unseren Breiten heutzutage nicht mehr zu fürchten. Wenig bekannt ist allerdings, dass noch in den 1980er Jahren dreimal gewaltige Schwärme von Wanderheuschrecken mitten in Deutschland erschienen und weiter nach Frankreich und England gezogen sind.

Durch massiven chemischen Einsatz versuchte man im vergangenen Jahrhundert in Afrika dieser Plage Herr zu werden. Aber auch noch in den 50er Jahren überfiel ein 250 Kilometer langer und 20 Kilometer breiter Heuschreckenschwarm Südmarokko und vernichtete die Orangenernte. Grundsätzlich braucht man Heuschrecken allerdings nicht mit Argwohn zu begegnen; von mehr als 5000 Arten wandern lediglich sieben in der Sahararegion.

Bei uns in Mitteleuropa gibt es keine wandernden Heuschrecken; man unterscheidet grob in Feldheuschrecken und Laubheuschrecken. Letztere kann man gut daran erkennen, dass ihre Fühler länger als der Körper sind; der bekannteste Vertreter ist das Große Grüne Heupferd. Die Laubheuschrecken leben vorwiegend im Gebüsch und auf Bäumen und sind nachtaktiv. Gerade an warmen Abenden hört man vom Nachmittag an bis spät in die Nacht hinein ihren „Gesang“ in sehr hoher Tonlage und langen Strophen.

Dazu stellen sie ihre Flügel auf und reiben sie gegeneinander. Dabei dient der Gesang dem Ziel, dass die Geschlechter zueinanderfinden. Mit ihrem Zirpen machen die Männchen auf sich aufmerksam und versuchen, die Weibchen anzulocken.

Während die Heuschrecken ihre Anwesenheit lautstark verkündigen, benötigt der Mensch aber etwas Übung, die von ihrer Färbung gut getarnten Tiere zu erkennen. Indem man sich vorsichtig dem Gesang nähert, kann man Heuschrecken aber auch gut beobachten. Kommt man ihnen allerdings zu nahe, machen sie von ihren Sprungbeinen Gebrauch und hüpfen fort.

Gerade jetzt im Herbst fallen besonders die Weibchen auf, die mit einem schwertförmigen Legesäbel ausgestattet sind, wie die Gewöhnliche Strauchschrecke. Auch wenn er furchterregend aussieht, wird er nicht zur Abwehr genutzt, sondern lediglich zur Eiablage in Pflanzenstängel, unter Baumborken oder in der Erde.

Die Nahrung der meisten Laubheuschrecken besteht größtenteils aus kleinen Insekten, weshalb diese Tiere auch zum Biologischen Gleichgewicht im Garten beitragen. Im Herbst sterben sie in der Regel ab. Im nächsten Frühling schlüpfen die Larven aus den Eiern und häuten sich in mehreren Monaten zu geschlechtsreifen Tieren.

Zu den bei uns heimischen Feldheuschrecken gehören die bekannten zirpenden Grashüpfer, die im Sommer die Wiesen zahlreich bevölkern und den ganzen Tag über zu beobachten sind. Sie ernähren sich von rein pflanzlicher Kost, ohne jedoch im Gemüsegarten für auffällige Schäden zu sorgen. Die unterschiedlichen Arten bevorzugen zwar bestimmte Futterpflanzen, ihr Auftreten richtet sich aber eher nach den Ansprüchen an ein feuchtes oder trockenes Biotop.

Neben diesen im Freien lebenden Heuschrecken besiedeln die Heimchen oder Hausgrillen die eigenen vier Wände und kamen früher in jeder Küche vor. Sie waren auch nicht so verrufen wie die Küchenschaben; denn dem Zirpen der Heimchen sagte man nach, das sie dem Haus Glück und Zufriedenheit bringen. Heutzutage verzichtet man wohl gern auf dieses nächtliche Konzert, zumal die Töne vieler Tiere eher zermürbend wirken.

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