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Karriere „Gärtner ist ein spannender Beruf!“

Dirk Wieting

Die 22-jährige Miriam Keller ist in Memmingen in Bayern aufgewachsen. Schon als kleines Mädel interessierte sie sich für Pflanzen, was mit der jährlichen Anzucht von Tomaten und Paprika für den Hausgebrauch begann. Im späteren Beruf wollte sie mit Menschen zu tun haben, gerne mit Kindern. Dass das aber nicht immer ganz einfach ist, lernte sie bei diversen Praktika und sozialem Engagement im örtlichen Sportverein. Somit wurde Grundschullehrerin von der Berufswunschliste gestrichen und es war Platz für den grünen Daumen.

Von Bayern über Chile ins Ammerland

Nach ihrem Abitur zog es sie nach Chile, wo sie für ein Jahr in einer sozialen Einrichtung arbeitete. Von Chile aus organisierte sie via Internet ihre Ausbildung und stieß dabei auf die Baumschule Bruns im schönen Ammerland.

Ausbildungsplatz samt Unterkunft wurde von der Firma organisiert. Während der Ausbildung lernte Miriam die Vielseitigkeit des Berufes kennen und die Schönheit der Pflanzen lieben. Bei Bruns Pflanzen wird von kleinen Sträuchern über edle Formgehölze bis zu mehrere Tonnen schweren Alleebäumen – die dann nur noch mit großen Maschinen bewegt werden können – alles geboten. Bis zur Prüfung werden von den Auszubildenden die wissenschaftlichen (botanischen) Namen von über 300 Gehölzen (Strauch-und Baumarten) gefordert. „Das klingt schlimmer als es ist“, findet Miriam: „Wenn du jeden Tag mit den Pflanzen zu tun hast, lernst du die Namen ganz einfach nebenbei.“ Angetan haben es ihr vor allem die verschiedenen Obstgehölze. „Es gibt noch viel mehr Obstarten als wir aus dem Supermarkt kennen!“

Praktikum in Südspanien


Im Rahmen ihrer Ausbildung machte sie ein vierwöchiges Erasmus Praktikum in Südspanien. Der Begriff Erasmus steht für „European Community Action Scheme for the Mobility of University Students“, was auf Deutsch etwa „Gemeinschaftliches Europäisches Aktionsprogramm zur Förderung der Mobilität von Hochschulstudenten“ bedeutet. Innerhalb dieses Programms werden Studenten oder auch Auszubildende zum Beispiel bei ihren Auslandspraktika finanziell unterstützt. In Südspanien arbeitete sie auf einer ökologisch bewirtschafteten Finca. Hier pflegte sie die Korkeichenlandschaften, unter denen sich freilaufende Ibericoschweine von Eicheln und Kräuter ernähren.

Von der Baumschule zum Kunden

Wegen ihren sehr guten Leistungen konnte sie bereits nach anderthalb Jahren im Februar 2018 ihre Abschlussprüfung machen. „Mir hat es in meinem Ausbildungsbetrieb bei Bruns sehr gut gefallen, aber ich wollte gerne noch andere Betriebe kennenlernen“, erklärt Miriam Keller. So wechselte sie zu dem Jungpflanzenbetrieb Jens Meyer nach Apen, wo sie für sechs Monate die unterschiedlichen Anzuchtmethoden für Baumschulgehölze erlernte und arbeitet zurzeit bei Happe, einem Betrieb für Garten-und Landschaftsbau in Bad-Zwischenahn. „Während ich bei Bruns tausende von verschiedenen Pflanzen betreut habe, kann ich hier miterleben was beim Kunden vor Ort passiert“, erzählt Miriam Keller. Mit dem Spartenwechsel erwarteten sie auch viele neue Arbeiten: „Anfangs war es schon sehr anstrengend, aber jetzt finde ich es super interessant“, ergänzt Miriam. „Ich bin gerne draußen an der frischen Luft und da gehört auch Regen nun einmal dazu. Aber dafür gibt es ja Regenzeug und Gummistiefel“, ergänzt Miriam.

Premiere in Lettland

Im Januar dieses Jahres machte sie erneut ein Erasmus Praktikum, dieses mal vier Wochen in Lettland. „Das war total spannend! Zunächst war ich zwei Wochen im Institut für Gartenbau in Dobele. Hier wurden angepasste Obstarten für den baltischen Klimaraum gezüchtet und getestet“, erzählt Miriam. Danach ging es für zwei Wochen in den Nationalen Botanischen Garten in Salaspils. „Dazu hatte ich noch die Gelegenheit bei der Junioren-Europameisterschaft im Bobfahren live dabei zu sein“, schwärmt Miriam noch heute.

Berufsziel: Ausbilderin

„Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen organisiert für den Berufsnachwuchs Auslandspraktika. „Miriam Keller war unsere erste Gartenbaupraktikantin in Lettland, und das im Winter!“, erläuter Heiko Ahlrichs von der Landwirtschaftskammer (LWK). Im April ging es für Miriam nochmal mit der LWK nach Spanien zu einem Seminar für zukünftige Ausbilder. Genau das ist ihr berufliches Ziel. Sie möchte jungen Menschen ihr Wissen und die Liebe zu den Pflanzen weitergeben und sie fit machen für die Berufswelt.

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