Langeoog - Unkraut jäten, Gießen und Ernten: An diesem Nachmittag haben Victoria, Maria, Amke, Renko, Benjamin, Elsa, Jule, Ida Lina und Rieke, allesamt Schüler und Schülerinnen der Schulgarten-AG der Inselschule Langeoog, alle Hände voll zu tun. Mit ihrer Biologie-Lehrerin Kirsten Rottmann, die seit 2018 auf Langeoog unterrichtet, und den beiden Schülermüttern Antje Julius und Nadine Wilts beackern, bestücken, pflegen und hegen sie den Schulgarten. Rund 100 Quadratmeter groß ist die Anlage, hat ein Gewächshaus und mehrere Hochbeete – weitere Hochbeete sollen noch nach und nach folgen und über den gesamten Schulhof verteilt werden. Die grundlegende Idee von Studienrätin Kirsten Rottmann war es, das Grüne Klassenzimmer ganzjährig und auch bei schlechtem Wetter mit praktischem und theoretischem Unterricht zu füllen.
Die Initiative kam anfangs von zwei Müttern, daraus wurde eine Schulgarten-AG. Damit hat auch der Schulhof ein ganz neues Aussehen erhalten: Das große Sandbeet wurde inzwischen mit Pflanzsteinen eingefasst und mit bienenfreundlichen Pflanzen bestückt. „Die Bienen- und Insektenpflege ist ein großes Anliegen“, so Kirsten Rottmann. Antje Julius, Hauswirtschaftsmeisterin, möchte den Kindern gesunde Ernährung beibringen und Nadine Wilts, Floristin, die blühende Seite des Schulgartens.
Hochbeete bieten Vielfältigkeit
Die Hochbeete, die in diesem Jahr aufgestellt wurden, sind mit Reisig, Dachziegel, Kuh- und Pferdemist und Mutterboden gefüllt. Mit den neuen Hochbeeten ergibt sich jetzt eine willkommene Alternative zur Bepflanzung direkt auf dem Boden: Sensible Pflanzen können auch bei niedrigen, schwankenden Temperaturen frühzeitig herangezüchtet werden können. „Die Hochbeete sind nicht nur rückenfreundlich zu bearbeiten, sondern werden auch von deutlich weniger Schnecken und Schädlingen befallen“, weiß die Fachfrau.
Rund 100 Quadratmeter groß ist die Anlage, hat ein Gewächshaus und mehrere Hochbeete – weitere Hochbeete sollen noch nach und nach folgen und über den gesamten Schulhof verteilt werden. Die grundlegende Idee von Studienrätin Kirsten Rottmann war es, das Grüne Klassenzimmer ganzjährig und auch bei schlechtem Wetter mit praktischem und theoretischem Unterricht zu füllen.
Ernten und Verkaufen
Salat, Gurken, Radieschen, Kartoffeln, Mangold, Kohlrabi, Mairübe, Zucchini, Rosenkohl, Chinakohl, Kürbis, Bohnen, Frühlingszwiebeln, Spinat, Weintrauben, Zuckererbsen und zahlreiche verschiedene Kräuter werden im Schulgarten angebaut und wollen je nach Reife geerntet und verkauft werden. Im Gewächshaus wachsen Melone, Tomaten und Gurken. „Ein Gastronom bekommt jede Woche die Blüten von Kapuzinerkresse, Ringelblumen und Borretsch als Dekoration für die Speisen“, freut sich die Studienrätin.
Auch zum Erntedank der Evangelischen und Katholischen Kirche spendet der Schulgarten Obst und Gemüse. „Wir wollen den Sinn für das Ganzheitliche vermitteln“, so Kirsten Rottmann. So wird auch das Saatgut selbst erzeugt. Amke macht sich ans Schneiden des Ruccolas, Renko erntet den Salat und Victoria den Lauch. Die anderen Mädchen und Jungen sind mit dem Unkraut jäten und Gießen beschäftigt. Der Abfall wird kompostiert. Am Ende der Doppelstunde wird das frisch geerntete Gemüse über einen Verkaufsstand auf Rollen, den der Mann einer ehemaligen Kollegin gebaut und der Inselschule geschenkt hat, an der Straße beim Schulgelände an Insulaner und Urlauber verkauft.
„Der Schulgarten ist eine Herzensangelegenheit für mich“, bekräftigt Kirsten Rottmann.
Tulpenzwiebeln und mehr
In Kooperation mit einem Blumenladen und der Inselschule wurden in den letzten Jahren 1000 Tulpen-, Hyazinthen- und Osterglockenzwiebeln im Herbst im Schulgarten gesetzt. „Die Tulpenzwiebeln bekommen wir aus der ‚Aktion Tulpen für Brot‘. An dieser Aktion nehmen wir bereits zum dritten Mal teil“, so Kirsten Rottmann. Die Erlöse aus dem Verkauf der Blumen im Frühjahr wurden an verschiedene Kinderhilfsprojekte weitergeleitet.
