Rainer Müller, Schulleiter des Förderzentrums Ganderkesee, strahlt über das ganze Gesicht: „Unser Projekt ’Schülergarten’ haben unsere Schülerinnen und Schülern ausnahmslos mit großer Begeisterung angenommen und ausgeführt. Die Schüler schaffen etwas, was man sehen kann und ganz wichtig ist dabei das soziale Miteinander bei diesem Projekt. Da ist das gießen der Pflanzen schon mal beliebter, als zum Beispiel Mathe“.

Das Förderzentrum Ganderkesee hat seit 2008 eine Außenstelle für die Grundschüler mit dem Unterstützungsbedarf im Schwerpunkt Emotionale und soziale Unterstützung in Nordenholz in der Gemeinde Hude. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 und 4 haben im vergangenen Jahr das Projekt „Schülergarten“ begonnen. „Zunächst haben sie im Sachunterricht selbstständig überlegt, was es für einen Garten braucht. Die praktische Arbeit im Garten wurde dann aufgeteilt. Es ist eine willkommene Abwechslung zum normalen Lernen im Unterricht, hier lassen sich sehr gut unterschiedliche Fächer miteinander verbinden.“, erzählt Anja Hülsmann, die Leiterin des Projekts.

So wurden zwei Hochbeete gebaut und die Schülerinnen und Schüler sorgten für den gesamten Inhalt samt Kompost und Pflanzen. Schon im vergangenen Jahr konnten die Schüler selbst erleben, wie Gemüse und Kräuter wachsen und gedeihen. Erdbeeren oder Schnittlauch aus eigenem Garten und eigener Ernte schmecken den Schülern besonders gut. Auch in diesem Jahr gab es zum Frühstück selbst geerntete Erdbeeren und Radieschen. Dazu kommen noch Stachelbeeren und Möhren.

Bilder: Dirk Wieting

Bilder: Dirk Wieting

Ferner wurde ein Barfußpfad angelegt, ein Fühlpfad für die Füße. Die Parcours bestehen aus kleinen aneinander gereihten Becken, die mit unterschiedlichen Materialien gefüllt sind, wie zum Beispiel mit Steinen, Sand, Heu, Rindenmulch, Moos, Tannenzapfen und Wasser. Ein Wegweiser gehört ebenfalls zum „Schülergarten“, gebaut mit Materialien die auf dem Schulgelände gefunden wurden. Auch die „Wetterstation“ ist eher außergewöhnlich und ein selbstgemachtes Hinweisschild gibt die Erklärung dazu: Stein weiß – es schneit, Stein nass – es regnet, Stein wackelt – Sturm und Stein weg – Diebstahl. Ein Hingucker gleich am Eingang der Schule ist ein Palettenbeet, das mit farbenfrohen Blumen und dem Hinweis „Herzlich Willkommen“ dekoriert ist.


Projektleiterin Anja Hülsmann zusammen mit Schülern vor der selbst erbauten Wetterstation.

Projektleiterin Anja Hülsmann zusammen mit Schülern vor der selbst erbauten Wetterstation.

An einem Tag in der Woche steht der „Schülergarten“ auf dem Stundenplan. Ein weiteres Projekt gibt es direkt im Förderzentrum Ganderkesee am Habbrügger Weg. Unter der Anleitung von Garten- und Landschaftsbau Kreye aus Ganderkesee wurde eine bienenfreundliche Blühwiese und Staudenbeet vor dem Schulgebäude angelegt, deren Pflanzen aus dem Projekt „Ökologische Schule“ der LZO mit 500 Euro finanziert wurden. „Für die Klasse 10 war dieses Projekt mit der Firma Kreye auch gleichzeitig ein Beitrag zur Berufsorientierung und für die Bienen der Schul-Imkerei ein Gewinn“, erklärt Schulleiter Rainer Müller. Aktuell wurden Stauden von der Gärtnerei Melle für ein weiteres bienenfreundliches Staudenbett im Schulgarten zur Verfügung gestellt und von einer Schülergruppe eingepflanzt.