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Experteninterview Mit Gräsern das ganze Jahr Freude erleben

Andreas Unterberg

Gerhard Mühring ist Ostfrieslands Staudenkönig. Neben 3500 verschiedenen Staudensorten hat er in seiner Staudengärtnerei aber auch 500 Gräserarten im Angebot. Alleine über 120 davon gehören zum Chinaschilf (Miscanthus sinensis). Gräser sind robust, pflegeleicht und eignen sich hervorragend für ein vielfältiges Gartenbild. Zartheit und grazile Wuchsformen prägen ihr Image. Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides), Zierhirse (Panicum), Pampasgras (Cortaderia selloana) oder auch Bambus (Bambusoideae). Sie alle gehören zu den Gräsern und bestechen durch einen formschönen Wuchs, prächtige Blüten und teils auch ein immergrünes Erscheinungsbild. Bisher wurden die filigranen Gräser-Gewächse in den Gärten aber unterschätzt. Das meint auch Staudengärtner und Unternehmer Gerhard Mühring aus Völlenerfehn. Im NWZ-Interview verrät er seine persönlichen Tipps für den perfekten Gräser-Garten.

Was macht den generellen Reiz von Gräsern aus ?

Gräser lockern das Gartenbild ungemein auf. Durch ihre besondere Struktur und ihren lockeren Wuchs sorgen sie für einen verspielten Ausgleich zu Stauden und anderen Gewächsen. Mit ihren vielfältigen Wuchshöhen von fünf Zentimetern, wie z.B. bei den Seggen (Carex), bis hin zu 3,5 bis fünf Meter Höhe wie das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) oder das Pfahlrohr (Arundo Donax) kann man mit ihren besonders gestalterisch tätig werden. Im Garten sind Gräser daher vielseitig einsetzbar. Entweder als Beetrandbepflanzung, wofür sich eher niedrigere Sorten eignen oder als Blickfang im Hintergrund, was eher etwas für die hochwachsenden Sorten ist. Gräser sind auch besonders robust, die meisten von ihnen sind winterhart, wie z.B. das Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides). Das macht sie so beliebt. Auch ihre Langlebigkeit ist zu erwähnen. Gräser können gut und gerne bis zu 30 Jahre alt werden.

Welche Standorte sollte man für Gräser wählen ?

Gräser gibt es für alle Standorte. Von voller Sonne bis hin zu schattigen Ecken. Gräser, die graugrüne oder bläuliche Halme aufweisen, kommen mit einem eher kargen Boden aus und vertragen dabei auch viel direktes Sonnenlicht. Der Blauschwingel (Festuca glauca) oder auch Strandroggen (Leymus arenarius) sind solche Gräser. Eher im Schatten sollte man hingegen Gräser mit filigranen, grünen Halmen pflanzen. Die Schneemarbel (Luzula nivea) oder auch das Japanwaldgras (Hakonechloa macra) brauchen neben einem schattigen Stand auch ausreichend Feuchtigkeit im Boden. Klimatisch haben wir hier in Norddeutschland Glück. Das maritime Klima der Nordsee sorgt für eher mildere Winter und die überwiegend sauren Böden, zumindest in Ostfriesland, begünstigen einen schönen Wuchs und gesunde Pflanzen.

Was ist beim Pflanzen von Gräsern zu beachten ?

Da kommen ihnen die Gräser eigentlich sehr entgegen. Hier kommt es immer auf den Standort an. Ist der Boden geeignet für das jeweilige Gras, dann benötigt es sehr wenig Pflege. Wenn ihr Boden zu feucht und kompakt ist, dann lockern Sie diesen mit etwas Sand auf. Damit wird er auch wasserdurchlässiger. Bereits sehr lockere Böden können mit einem organischen Dünger angereichert werden. Gräser sollten beim Einpflanzen zunächst einmal gut eingeschlämmt werden. Das reicht in der Regel an künstlich hinzuzugebener Flüssigkeit.

Benötigen Gräser eine besondere Pflege ?

Hier ist lediglich einmal im Jahr ein Rückschnitt fällig. Nachdem die Blüte verschwunden ist und die Stauden sich braun verfärben, schneiden Sie alles Braune weg. Dann gedeiht das Gras im nächsten Frühjahr wieder prächtig. Schneiden Sie die Gräser bloß nicht ab, wenn diese noch grün sind.


Mit ihrer eigenen Züchtung gedenken Sie Ernst Pagels ?

Der Leeraner Ernst Pagels war einer der bekanntesten und anerkanntesten Staudenzüchter Deutschlands. Vor 15 Jahren verstarb Pagels im Alter von 94 Jahren. Einer seiner Schwerpunkte war die Züchtung von Chinaschilf (Miscanthus sinensis). Ihm zu Ehren haben wir eine eigene Züchtung des Chinaschilfs (Miscanthus sinensis „Andenken an Ernst Pagels“) gemacht. Das ist ein Prozess von ca. zehn Jahren, in denen sie die Pflanze eingängig studieren, umpflanzen, beobachten und so Wuchs- und Standverhalten dokumentieren. Dann können sie die Züchtung beim Europäischen Sortenschutzamt anmelden, damit ihnen die Züchtung keiner klaut. Die Sorte heisst „Andenken an Ernst Pagels“ gedacht. Er hätte sich nach innen sehr gefreut und nach außen wahrscheinlich geschimpft. So war er. Wir hatten immer einen intensiven Austausch über Themen der Gärtnerei. Ich bin auch weiter auf der Suche nach verschollenen Pagels-Züchtungen.

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