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NWZonline.de Gartenzeit

tradition: Alte Gemüsesorten sind erhaltenswert

13.05.2022

Museumsdorfcloppenburg Früher konnte Saatgut nicht einfach wie heute im Laden gekauft werden. Die Menschen, vor allem auf dem Land, erzeugten ihre Lebensmittel selbst. Das Wissen um die Vermehrung und Saatgutgewinnung aus den eigenen Pflanzen wurde von Generation zu Generation weitergegeben. So entwickelten sich lokale, an den Standort und die Vorlieben und Bedürfnisse angepasste Sorten.

Mit dem Aufkommen von modernem Hybrid-Sorten verloren die althergebrachten Sorten an Attraktivität. Die neuen Sorten waren ertragreicher, gleichmäßiger im Wuchs und das Saatgut günstig zu kaufen, so dass sich der Aufwand der eigenen Saatgut-Gewinnung nicht mehr lohnte.

Warum die samenfesten Sorten wieder an Bedeutung gewinnen, erklärt uns Jutta Tellmann vom Museumsdorf Cloppenburg in einem Interview.

Was ist so besonders an den alten Sorten?

Zum einen sind diese Sorten nachbaufähig, das bedeutet, es lassen sich aus den selbst angebauten Pflanzen Samen gewinnen, aus denen wieder Pflanzen wachsen können, die größtenteils die gleichen Eigenschaften wie die Elternpflanzen haben. Durch die Auswahl der schönsten, gesündesten und ertragreichsten Pflanzen als Saatträger entwickeln sich diese Sorten mit der Zeit weiter und passen sich an die Standortbedingungen und den Geschmack des Anbauers an. In den alten Gemüsesorten ist ein riesiger Genpool vorhanden und eine unermessliche Vielfalt, was Geschmack und Optik betrifft. Dies unterscheidet sie von dem Einheitssaatgut der wenigen im Allgemeinen im Handel verfügbaren Sorten. Außerdem schaffen sie ein gewisses Maß an Unabhängigkeit von den großen Saatgutkonzernen, da das Saatgut der nachbaufähigen Sorten nicht jedes Jahr neu gekauft werden muss.

Was tut das Museumsdorf Cloppenburg dafür, dass historisches Saatgut erhalten bleibt und vermehrt wird?

Erhalten durch Anbauen und Essen: Seit Jahren schon werden in den Gemüsegärten des Museumsdorfes Cloppenburg viele alte Gemüsesorten kultiviert. Einige regionale ostfriesische Bohnen-, Erbsen- und Grünkohlsorten wurden uns vom Verein Dreschflegel e.V. anvertraut und werden hier durch regelmäßigen Anbau bewahrt.

In diesem Frühjahr konnten wir einen Teil unseres Saatgutes im Rahmen einer Saatgut-Tauschbörse an interessierte Hobbygärtner weitergeben und hoffen so auf eine weitere Verbreitung dieser Sorten.

Wie profitieren wir als Verbraucher von alten Sorten?

Alte Gemüsesorten sind oft nur bedingt für die Vermarktung geeignet. Die Größe und Form der Früchte ist meist nicht so gleichmäßig und perfekt wie man es von Hybridsorten gewohnt ist. Auch die Lager- und Transportfähigkeit dieser Gemüse lässt oft zu wünschen übrig. Für gewerbliche Anbauer ist es deshalb schwierig mit diesen alten Sorten zu arbeiten und sie wirtschaftlich anzubauen. Als Verbraucher sollte man sich und sein Konsumverhalten kritisch hinterfragen: kann man akzeptieren, dass Gemüse und Früchte kleiner sind oder keine perfekte Optik haben? Oder um Transportwege kurz und Lagerkapazitäten klein zu halten, direkt beim Erzeuger regional und saisonal zu kaufen? Dann belohnen uns die alten Sorten mit ungeahnter Geschmacksvielfalt. Außerdem verringert man dadurch den ökologischen Fußabdruck, den die Erzeugung unserer Lebensmittel hinterlässt.

Wirklich interessant sind alte und samenfeste Sorten für den Anbau im eigenen Garten, weil es hier um die inneren Werte geht: Geschmacksvielfalt, Erhalt des Kulturgutes ‚Alte Gemüsesorten‘, Essen und Ernten von selbst gezogenem Gemüse.

Können auch private Hobbygärtner in den Genuss alten Saatgutes kommen? Und wie erfährt er davon??

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Ich kenne keine spezialisierten Saatgutbetriebe für samenfestes Saatgut in der Region. Im Gartenbaufachhandel sind manchmal auch Sorten zu finden, die nachbaufähig sind. Das ist aber leider oft nicht auf den Verpackungen deklariert.

Im Internet gibt es einige Online-Shops, die ein größeres Angebot an nachbaufähigen Sorten haben. Andere Quellen sind Saatgut-Tauschbörsen oder Saatgut-Bibliotheken, die in neuerer Zeit immer öfter mal zu finden sind. Auch auf speziellen Pflanzenmärkten kann man fündig werden. Da sollte man auf Ankündigungen solcher Veranstaltungen oder Angebote in der Tagespresse achten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, anderen Gärtnern über die Schulter zu schauen und nach ein wenig Saat von bewährten Sorten zu fragen. Unter Gleichgesinnten kommt man oft schnell ins Gespräch und bekommt meist noch gute Tipps dazu.

Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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