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NWZonline.de Gartenzeit

Dicken Bohnen macht die Kälte nichts aus

31.01.2019

Bad Zwischenahn (dpa/tmn) - In der kalten Jahreszeit denken viele Gärtner noch nicht an die Aussaat von Gemüse im Freiland. Und doch gilt gerade diese Zeit als ideal, um Dicke Bohnen zu legen.

"Wer früh pflanzt, verhindert, dass die Pflanzen massiv von Schädlingen befallen werden", erklärt Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie.

Auf die einheimische Bohne setzen

Klassiker unter den Dicken Bohnen sind die Sorten 'Dreifach Weiße' mit schneeweißen Blüten und 'Hangdown' mit schwarz-gefleckten Blüten. 'Karmesin' trägt leuchtend rote Blüten. Ahlers rät, alte regionale Sorten anzubauen. "Sie haben sich am besten an die jeweiligen Bodenverhältnisse und klimatischen Verhältnisse angepasst."

Trotz ihrer Vielseitigkeit ist die Dicke Bohne heutzutage meist nur noch als regionale Spezialität bekannt - und als Viehfutter. Manche Menschen vertragen sie nicht. "Bei einem G6PD-Mangel (Favismus) können Dicke Bohnen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen und im schlimmsten Fall zum Tode führen", sagt Cornelia Lehmann vom Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN). Allerdings tritt Favismus hierzulande selten auf.

Der Hauptgrund für das Verschwinden der Dicke Bohne aus dem Gemüsegarten ist aber wohl ein anderer: Die Stangen- und Feuerbohnen aus Amerika haben die Dicken Bohnen aus den Gärten verdrängt, sagt Matthias Schuh, Gärtner im Freilichtmuseum am Kiekeberg bei Hamburg.

Die Frost-resistente Bohne mag es gerne feucht

Dabei gibt es Gründe, sie wieder häufiger zu nutzen: Dicke Bohnen gelten als nahrhaft und eiweißreich. Und während Gartenbohnen äußerst frostempfindlich sind, macht den Dicken Bohnen Kälte nichts aus. "Dicke Bohnen keimen, wenn der Boden gerade mal zwei Grad warm ist und vertragen Temperaturen bis zu minus fünf Grad. Ist es ihnen zu kalt, stellen sie lediglich das Wachstum ein, erfrieren aber nicht", erklärt Lehmann. Aber Dicke Bohnen benötigen einen sonnigen bis maximal halbschattigen Standort, um zu gedeihen. Der Boden sollte humos, tiefgründig und feucht sein. Trockenheit bekommt ihnen nicht. "Gerade während der Blüte und dem Fruchtansatz sollten die Pflanzen ausreichend gewässert werden", rät Lehmann. Expertin Ahlers empfiehlt, Spinat breitflächig mit einzusäen: "Die Spinatpflanzen beschatten den Boden und halten die Feuchtigkeit."

Im Freiland können die Samen sechs bis zehn Zentimeter tief gelegt werden - entweder in Horsten mit je vier Samen oder bei leichten Böden einzeln in einem Abstand von 15 Zentimetern. Als optimal gilt ein Reihenabstand von 40 Zentimetern.

Bohnen in Töpfen vorziehen und früher abernten

Ahlers' Tipp: Die Pflanzen in Tontöpfen vorziehen, idealerweise an einem hellen, aber geschützten Ort wie unter einer Remise oder im kühlen Hausflur. "Durch den Kulturvorsprung kann man die Dicken Bohnen bereits abernten, bevor sie im Juni von der Schwarzen Blattlaus befallen werden." Der Schädling befällt insbesondere die jungen Triebspitzen. Daher sollten diese bei einer späteren Kultur unbedingt herausgebrochen werden, sobald die Pflanzen Früchte angesetzt haben und diese beginnen, auszureifen.

Davon abgesehen gilt die Dicke Bohne als robust und pflegeleicht. Schuh empfiehlt, um die Pflanzen etwas Erde aufzuschütten, wenn sie etwa zehn Zentimeter hoch sind. "Durch das Anhäufeln werden die Pflanzen dazu angeregt, mehr Wurzeln zu bilden. Das macht sie standfester und unempfindlicher gegenüber Trockenheit."

Im Frühjahr mit Kompost und Hornspäne düngen

Eine tiefe, weit verzweigte Verwurzelung hat noch einen Vorteil: Dicke Bohnen können Stickstoff aus der Luft im Boden binden und somit zur Bodenverbesserung beitragen. Das macht sie zu einer idealen Vorkultur für starkzehrendes Gemüse wie Kohl. Dennoch: Ganz ohne Dünger kommt auch die Dicke Bohne nicht aus. "Wenn man im Herbst fünf Liter Kompost und 100 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter ins Beet einarbeitet, verschafft man ihnen gute Startbedingungen", so Ahlers.

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