Altjührden - Die Erntezeit ist in vollem Gange: Das Kraterbeet im friesischen Altjührden hat einiges hervorgebracht, was täglich den Speiseplan bereichert. Kohlrabi, Erdbeerspinat, Möhren – es ist bereits die zweite Kultur nach den Kartoffeln, die die Klimabedingungen dieses besonderen Beets für bestes Wachstum nutzt. „Auch im ersten Kraterbeet, das sich nun im dritten Jahr befindet, wachsen Chili, Physalis und vieles mehr“, freut sich Marlene Hasselbach-Meyer. „Wir ernten jeden Tag, sei es für einen leckeren Tee aus verschiedenen Kräutern, oder für einen Salat“, erzählt die leidenschaftliche und zudem noch sehr experimentierfreudige Hobbygärtnerin. Auch Ehemann Gerd Meyer ist zufrieden mit allem, was der Garten so hergibt.
Dem Anspruch gerecht werden
Am inneren Nordhang wachsen beispielsweise Sellerie und Mangold – gut geschützt vor Sonne und Wind. Im Südwesten hingegen gedeihen Thymian und Bergbohnenkraut. Auch bei starkem Regen erhält jede Pflanze die für sie besten Bedingungen. Solche, die viel Wasser benötigen, werden in der Mitte des Trichters angesiedelt, solche die weniger benötigen, an den Hängen, an denen das Wasser herunterfließt. Hier wachsen auch alte Sorten und keine hochgezüchtete Hybridpflanzen. Beispielsweise Baumspinat, der bis zu 1,60 Meter hoch werden kann. „Durch die idealen Bedingungen entsteht auch mehr Masse, so dass wir uns damit perfekt selbst versorgen können. Einiges hat sich auch selbst ausgesät, auch ein Zeichen dafür, dass der jeweilige Standort optimal ist.“
Im Blumenbeet
Was in diesem Garten ebenfalls sehr schön ist: Sowohl im Kraterbeet als auch auf der Wildblumenwiese finden sich sehr viele nicht ganz alltägliche Sorten. „Noch wachsen die Wildstauden ziemlich durcheinander. Daher möchte ich demnächst damit auch richtige Staudenbeete anlegen“, so Gerd Meyer. Ochsenauge, Gelbe Resede, Färber-Hundskamille, Rainfarn, Wiesensalbei oder Schuppenkopf – die Vielfalt ist riesengroß und immer wieder entdeckt das Ehepaar neue Insekten auf den Blüten, die es zu bestimmen gilt.
Rechtzeitig Saatgut sichern
Eine von Gerd Meyers Lieblingsbeschäftigungen: den verblühten Blumen die Samen entnehmen und für die Aussaat im kommenden Jahr aufbereiten. „Der richtige Zeitpunkt ist hier entscheidend“, so der 75-Jährige. Eine weitere Schwierigkeit: der starke Regen, der die Ernte erschwerte. „Sind die Samen dadurch verdorben, ist es zu spät“, erklärt Gerd Meyer. „Daher schaue ich täglich nach, wie weit die Samenstände an den jeweiligen Pflanzen sind.“ Nach der Ernte werden die Samenstände drei Wochen getrocknet und danach mit Hilfe eines Nudelholzes oder von Hand gedroschen. Mit mehreren Sieben und einem Föhn werden die Samen von der Spreu getrennt und: „Ganz wichtig: das Beschriften nicht vergessen!“
