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Wettbewerb NWZ Gartenzeit Damit es im Garten summt und brummt

Immer etwas Blühendes: Das freut auch die Insekten im Garten.

Immer etwas Blühendes: Das freut auch die Insekten im Garten.

Melanie Jülisch

Im Oldenburger Land - Damit es im Garten summt und brummt

WETTBEWERB Die Experten geben Tipps zum naturnahen Gärtnern

Viele kleine Dinge können dazu beitragen, dass in unseren Gärten oder auch auf Balkonen und Terrassen wieder mehr Leben herrscht. Während des NWZ-Wettbewerbs „Naturnahes Gärtnern“ bekommen die Teilnehmer hilfreiche Tipps von den Gartenexperten der Region. Hier nun noch einmal ein paar ihrer Ideen:

Möglichst dicht an dicht

„Auch um möglichst wenig Arbeit zu haben, ist es wirklich sinnvoll, wuchernde Stauden zu pflanzen, die den Boden überdecken und vor dem Austrocknen und vor Unkraut schützen. Wir würden uns viel mehr solcher Gärten wünschen, sowohl fürs Klima, aber auch, weil sie einfach pflegeleichter sind. Und natürlich verdunstet so deutlich weniger Wasser. In der Natur steht ja auch alles dicht an dicht. Das gilt auch für die Stellen, wo jetzt das verblühte Laub der Frühlingsblüher noch zu sehen ist. Die werden dadurch gut überdeckt, wenn man zuvor geschickt geplant hat.“

Sandra Morthorst und Heinrich Westermann (Blumen Westermann in Visbek)

Sandra Morthorst und Heinrich Westermann.

Sandra Morthorst und Heinrich Westermann.

Schattige Ecken nutzen

„Auch an schattigen Stellen eines Gartens macht sich Blühendes sehr gut und erfreut die Insekten. Viele Schattenpflanzen beeindrucken durch große Blätter mit tollen Strukturen und Farben, beispielsweise Funkien oder Farne oder aber die höheren Rispenhortensien mit ihrer schönen weißen Blüte. Und natürlich wächst auch das Unkraut nicht so stark. Insgesamt also ziemlich pflegeleicht. Man sollte in der ersten Zeit nach dem Pflanzen gut wässern, zum Beispiel Tröpfchenbewässerung, weil man damit einen geringen Wasserverbrauch hat. Dann den Gießintervall immer weiter in die Länge ziehen, damit die Pflanzen gezwungen sind tiefer zu wurzeln. Somit überstehen sie besser die Trockenheitsperioden.“


Thore Beeken-Aumann (Aumann Garten & Wohnen in Cloppenburg)

Thore Beeken-Aumann.

Thore Beeken-Aumann.

Totholz als Lebensraum

„Das naturnahe Gärtnern sehen wir als Verpflichtung für den Erhalt der Artenvielfalt. Bei der Auswahl empfiehlt es sich, auf einfach blühende Pflanzen zurückzugreifen, dort finden die Insekten noch genügend Nektar, um sich zu ernähren.

Totholzbereiche ermöglichen vielen Lebewesen Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten. Dieses Naturelement findet in unseren ,aufgeräumten‘ Gärten leider nur zu selten einen Platz. Dabei bieten diese Bereiche Kinderstube und Jagdrevier zugleich für viele Insekten, Vögel, Kröten und vieles mehr.

Also ruhig mal Bereiche schaffen, die diese Anforderungen erfüllen – weniger Ordnung für eine größere Artenvielfalt. Eigentlich ganz einfach!“

Karin Otten (Gärtnerei Otten in Jever)

Mehr Vielfalt durch Stauden

„Stauden sind eine gute Bereicherung, weil sie auch sehr lange in Blüte sind und damit Bienen und Insekten reichlich Nahrung bieten. Wichtig ist, dass sie im Herbst nicht zurückgeschnitten werden, sondern erst im Frühjahr, weil viele Insekten in dem toten Holz überwintern oder sich direkt daneben verbuddeln. Also am besten erst Mitte oder Ende Februar zurückschneiden und vielleicht sogar mit dem vorhandenen Material den Boden gleich ein wenig mulchen. Während beispielsweise Gehölze einen großen Platzbedarf haben, kann man mit Stauden auch auf kleinem Raum Vielfalt in kleine Gärten bringen. Selbst auf wenigen Quadratmetern kann so eine bunte Blühwiese entstehen. Stauden ziehen sich ja im Winter zurück und treiben dann im Frühjahr wieder aus. Sie sind mehrjährig, während Sämereien nur einjährig sind. Vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein kann die Blüte für Abwechslung sorgen – sowohl mit heimischen als auch mit fremdländischen Pflanzen. Das wird immer wichtiger, denn heimische Pflanzen blühen etwas früher und durch extreme Wärme nicht mehr ganz so lange. Dann ist es gut, wenn andere Pflanzen diese Zeit ausfüllen.“

Olaf Schachtschneider (Pflanzenhof Schachtschneider in Aschenstedt)

Eine gute Basis

„Hier ein paar Tipps, worauf man grundsätzlich achten sollte:

- Möglichst keine Bodenversiegelung durch Splitt, Schotter etc.

- Schaffung von „wilden Ecken“ im Garten, das bedeutet die Tolerierung von Wildkräutern wie Brennnesseln, denn diese sind Wirtspflanzen für viele Falter und Insekten

- Belassung von Laub in den Beeten

- Bei der Pflanzenauswahl heimische Gehölze berücksichtigen (gut für Bienen und Insekten)

- Keinen chemischen Pflanzenschutz betreiben

- Nistmöglichkeiten für Vögel schaffen“

Michael Burhop (Baumschule Burhop in Butjadingen)

Michael Burhop.

Michael Burhop.

So entsteht ein Insektenhotel

„Der Standort sollte an der Südseite sein, am besten geschützt vor einer Hauswand oder Hecke. Für den Bau nur unbehandeltes Holz verwenden und 10 cm Dachüberstand als Regenschutz einplanen. Eine geschlossene Rückwand ist erforderlich. Für die Füllung trockenes, unbehandeltes und 15 bis 20 cm langes Hartholz (Eiche, Kastanie, Buche, Ahorn) verwenden. Weiches Holz fasert und kann die Insektenflügel beschädigen. In kleine Baumscheiben mit 2 bis 9 mm große Löcher für unterschiedliche Arten bohren. Hinten geschlossen halten und das Bohrmehl ausklopfen.

Für weitere Höhlen trockene Halme von Schilf oder Stauden verwenden Durchmesser: zwischen 3 und 9 mm. Auf einen glatten Schnitt mit einer scharfen Gartenschere achten. Tipp: Schilf und andere Stängel splitten nicht, wenn man sie vorher in Wasser einweicht, trocken lassen und bündeln. Vor dem Insektenhotel ein Vogelschutz-Gitter mit einer Maschenweite von 1 bis 2 cm anbringen, da sich ansonsten der Specht gerne an den Insekten erfreut. Mindestabstand zur Befüllung: 5 cm. Im unteren Bereich gerne morsches Holz für Kleintiere wie Asseln, Tausendfüßler oder Laufkäfer aufschichten. Apropos, bei der Größe sind keine Maße vorgeschrieben.“

Tanja Bohlken (Baumschule Böhlje in Westerstede)

Kräuter für Küche und Insekten

„Inmitten des lauten Stadtgewusels verbirgt sich eine grüne Oase Oldenburgs, die Kräuterei. In unserer Bioloand-Gärtnerei gibt es viel zu entdecken und man findet hier fast jedes Kraut, ob Duft-, Gewürz- oder Heilkraut. Das ist nicht nur in der Küche sehr lecker und aromatisch, auch Bienen und andere Insekten profitieren davon, denn in der Blütezeit bieten sie jede Menge Pollen und Nektar – und das auch auf kleinen Balkonen. Einige Pflanzen wie Borretsch bieten auch nachtaktiven Insekten reichlich Nahrung. Daher am besten die Blüten nicht zurückschneiden. Außerdem gibt es bei uns zahlreiche Wildstauden, die ebenfalls auf der Speisekarte vieler Tiere stehen. Wer übrigens im Herbst die Staudenstängel stehenlässt und nicht zurückschneidet, der kann Insekten damit auch noch ein schönes Winterquartier bieten.

Julia Freitag, Charlotte und Annika Brunkhorst (Die Kräuterei in Oldenburg)

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