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NWZonline.de Gartenzeit

Mit Säge und Schere gegen Pilz

25.01.2020

Ganz so schlimm, wie das Wort vermuten lässt, ist der Obstbaumkrebs nicht. Im Gegensatz zu den Krebserkrankungen tierischer Organismen und des Menschen handelt es sich bei Obstbäumen um eine pilzliche Infektion. Sie befällt hauptsächlich die Rinde von Apfel- und Birnbäumen, kann aber auch zur Fruchtfäule der Äpfel und Birnen auf dem Lager führen.

Aufgeplatzte Stellen

Nach dem Laubfall im Herbst, wenn die Blätter das Astwerk nicht mehr verdecken, sind an Obstbäumen oft Wucherungen von teilweise beträchtlichem Umfang zu beobachten. Schaut man genauer hin, sieht man, dass die Rinde am Rand eingesunken ist und sich im Zentrum der Infektionsstelle das augenfällige Umwallungsgewebe zeigt. Diese aufgeplatzten Stellen sind ein willkommener Unterschlupf für Läuse und andere Insekten. Sie verkriechen sich dort über Winter, verpuppen sich oder legen ihre frostresistenten Eier ab. Für den Schaden, den Obstbaumkrebs, sind diese Tiere aber nicht verantwortlich.

Die Infektion mit dem Obstbaumkrebs erfolgt über Eintrittsöffnungen am Baum, wie frische Narben nach dem Blattfall an den Knospenansätzen oder Rindenrisse und Schnittwunden durch den Obstbaumschnitt. Wird im Verlauf der Krankheit die Rinde astumfassend geschädigt, stirbt der betreffende Zweig ganz ab. Als Sekundärbefall zeigt sich dann auf dem abgestorbenen Holz oft ein Pilz mit orangenfarbigen Pusteln, der sich vom toten Holz ernährt.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt es sich, das kranke Gewebe gründlich und restlos zu entfernen. Kleinere Äste schneidet man bis in das gesunde Holz zurück. Am Stamm und an kräftigen Zweigen werden die Krebswucherungen am besten mithilfe eines Spezialmessers, einer Hippe, fein säuberlich ausgeschnitten. Das Schnittgut wird aus dem Gartenbereich entfernt, da von ihm erneut eine Infektion ausgeht.

Jede Schnittstelle bekommt nach der Behandlung einen Wundverschluss mit Baumwachs, der bei Bedarf erneuert wird. Da man es in der Regel selten schafft, bei einer Behandlung alle Krebsinfektionen zu entfernen, ist eine gründliche Nachschau jedes Jahr erforderlich. Neue Krebswunden sind kontinuierlich zu behandeln.

Anfällige Apfelsorten

In niederschlagsreichen Frühjahren und nach dem Blattfall ist die Infektionsgefahr am größten. Kleine gefährdete Bäume kann man zu Beginn des Blattaustriebs und im Oktober/November je einmal mit einem Grünkupfermittel behandeln. Bei größeren Bäumen dürfte dies zu aufwendig sein, da ein Erfolg sich erst dann einstellt, wenn der ganze Baum mit einem Sprühnebel überzogen wurde. Zu den für Obstbaumkrebs anfälligen Apfelsorten werden der Klarapfel, Cox Orange, James Grieve, Berlepsch und Mcintosh gezählt.

Aber auch diese Bäume lassen sich unproblematisch anbauen, wenn sie im Jugendstadium über Winter auf Obstbaumkrebs überprüft und gegebenenfalls sofort behandelt werden. Treten Infektionen an jungen Bäumen jedoch unten am Stamm auf und werden nicht behandelt, ist dies meist das Todesurteil für das Bäumchen.

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