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NWZonline.de Gartenzeit

brauereien: Regionale Braukunst liegt hoch im Kurs

09.10.2020

Oldenburger Land /Ostfriesland Der Bierkonsum in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Das gilt zumindest für die Produkte der großen Brauereikonzerne. Die sogenannten Fernsehbiere, die tagtäglich flächendeckend in der Werbung angepriesen werden, haben es mittlerweile deutlich schwerer, bei den Verbrauchern im Kühlschrank zu landen, als etwa noch Anfang der 90er-Jahre.

„Bier braucht Heimat“

Aber: Immer mehr kleine Privatbrauereien trotzen dieser Entwicklung – und das ziemlich erfolgreich. Regional verwurzelt, setzen sie getreu dem in der Branche verbreiteten „Bier braucht Heimat“ auf natürliche, meist in der Umgebung angebaute Zutaten, unverwechselbare Aromen, traditionelle Braukunst und geschmackliche Vielfalt. Dabei sind laut deutschem Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zur Bierherstellung erlaubt – aber durch kreative Variationen dieser wenigen ausgewählten Zutaten und mithilfe von unterschiedlichen Herstellungsprozessen lässt sich damit eine Vielzahl unterschiedlicher Biersorten produzieren. Und: Wenn es um Craft Beer geht, sind durchaus auch weitere Zusätze erlaubt.

Craft-Beer-Revolution in den USA

Angefangen hat die Entwicklung zurück zum Handwerk jenseits des Atlantiks: Bereits in den 70er- und 80er-Jahren fand in den USA die sogenannte Craft-Beer-Revolution statt. Um dem standardisierten Geschmack des von nur wenigen Großbrauereien produzierten Bieres etwas entgegenzusetzen, entwickelte sich damals in Nordamerika eine lebendige Heimbrauer-Szene. Für die eigens kreierten Craft Biere fanden sich schnell viele Liebhaber.

Der Trend zum handgemachten Spezialitätenbier schwappte dann vor gut zehn Jahren über andere europäische Länder wie beispielsweise Dänemark nach Deutschland herüber. Ob das hopfenintensive India Pale Ale, mittlerweile ein Craft-Beer-Klassiker, ob fruchtig oder säuerlich, mit Karamellnote oder extra bitter: Der Fantasie sind bei den zahlreichen Neuentwicklungen oder auch der Wiederbelebung traditioneller Biersorten kaum Grenzen gesetzt.

Individuelle Herstellung mit Herzblut

Auch in Norddeutschland haben sich mittlerweile zahlreiche Braumeister den Traum von der eigenen Brauerei erfüllt und stecken neben viel Arbeit auch jede Menge Herzblut in die individuelle Herstellung regionaler Spezialitätenbiere. Die meisten bieten neben ihren Bierkreationen auch Verkostungen, Brauereiführungen oder Braukurse an.

Brau- und Malzmeister in Wildeshausen

Am Rande von Wildeshausen liegt zum Beispiel die Privatbrauerei Thomas Bannas, Brau- und Malzmeister in dritter Generation. Er möchte nach beruflichen Stationen bei internationalen Brauereien im In- und Ausland das traditionelle Bierbrauen wieder in den Mittelpunkt stellen und die handwerkliche Braukunst fördern. Zu seinem Sortiment gehören zum Beispiel „Bannas Spezial“, „Bannas Landbier“ und „Bannas Weizen“ sowie saisonale Spezialitäten.

Historische Landbrauerei in Ostfriesland

„Ostfriesen Bräu Dunkel“, Bockbier und weitere Sorten wie Weizenbier, „Sommerbries“ und „Törfbrand“ werden seit 1999 im niedersächsischen Bagband gebraut – und das anfangs noch in einer über 100 Jahre alten historischen Anlage. Diese wurde mittlerweile zum Braumuseum umfunktioniert, seit 2001 gibt es für die Bierproduktion ein neues Brauereigebäude mit modernsten technischen Gerätschaften. Nichtsdestotrotz werden die Bagbander Biere nach wie vor handwerklich nach traditioneller Art und unter stetiger Überwachung des Braumeisters Rene Krischer gebraut.

Inselbier von Norderney

Tobias Pape hingegen braute zunächst auf der Veranda und im Keller eines alten Pensionshauses auf Norderney – natürlich mit Trinkwasser direkt von der Insel. Mittlerweile ist er mit seiner Bierproduktion in größere Räumlichkeiten ins Gewerbegebiet umgezogen. Genießen kann man immer wieder neue saisonale Bierspezialitäten, aber nach wie vor in seinem Lokal – oder man nimmt sie als Urlaubssouvenir mit nach Hause.

Küstenbrauerei und Brennerei in Werdum

„Ob Ebbe oder Flut, ein Watt’n-Bier tut immer gut“ lautet die Devise in der Küstenbrauerei gegenüber des Werdumer Hofes in Ostfriesland. Vier Sorten Bier werden dort gebraut und passend dazu im Restaurant deftige Hausmannskost serviert. Auch Brauereiführungen samt Verkostung können gebucht werden.

Hausbrauerei am Teufelsmoor

Auch in der Osterholzer Hausbrauerei am Rande des Teufelsmoores setzt man seit 2011 auf Bier als regionales Naturprodukt ohne künstliche Zusatzstoffe. Traditionelles Bier wie Pilsener und Dunkel, aber auch Craft Biere wie das WH Honey Ale werden hier angeboten. Letzteres ist dem nach Honig schmeckenden Bier nachempfunden, das Barack Obama während seiner Amtszeit in der Küche des Weißen Hauses brauen ließ.

Das OLs ist eine Erfolgsgeschichte

Josef Herzog ist das Gesicht für das Oldenburger Bier „OLs“, das seit dem Start vor zehn Jahren am Markt etabliert hat. Der 54-Jährige, der an der TU Berlin studiert hat, war lange Laborleiter und Qualitäts-Manager in der internationalen Getränkeindustrie, bevor der Diplom-Braumeister die naturbelassene, süffige Bierrezeptur entwickelte. Im kleinen Brauhaus im Rose-Haus am Stau wird das Bier im Siphon oder Fass abgefüllt, die Herstellung des „OLs“-Flaschenbieres wurde ausgelagert – kürzlich öffnete das „Ols Brauhaus“ am Hafen, das zur Nordmann-Gruppe aus Wildeshausen gehört – eine Erfolgsgeschichte.

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Feinste Bio-Biere kommen aus Friesland

Mit dem deutschen Bio-Siegel ist das TIDE-Bier ausgezeichnet, das seit 2008 im Vareler Brauhaus gebraut und als Pils, Trüb, Dunkel und Weizen ausgeschenkt wird. Bei der Herstellung verwendet Braumeister Kai Cornelius nur Zutaten aus ökologischem Landbau verwendet. TIDE-Bio-Biere gibt es auch zum Mitnehmen – einzeln, in 6er-Trägern oder in 9er- und 11er-Kisten.

Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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