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NWZonline.de Gartenzeit

Lavendel mehr als ein Duftwasser

17.08.2019

Kennzeichnend für dieses Mittelmeerkraut ist sein Gehalt an ätherischen Ölen und Bitterstoffen, die zum Würzen, als Duftmittel und zum Heilen verwendet werden.

Lavendel wächst in seiner Heimat auf steinigem, magerem, kalkhaltigem Boden in vollsonniger Lage. Ähnliche Bedingungen sollten wir ihm auch in unseren Gärten schaffen. Möglich ist ein geschütztes, sonniges Beet vor einer Hauswand, ein Platz im Steingarten oder sehr praktisch auf einer Kräuterspirale. Wegen seiner zahlreichen Blüten passt der Lavendel auch in jeden Ziergarten. Sehr dekorativ ist eine Pflanzung zu Rosen.

Schnitt nach der Blüte

Am besten besorgt man sich dieses Kraut als Jungpflanze, da ein Aussäen meist wenig Erfolg bringt. Seiner Größe nach pflanzt man den Lavendel im allseitigen Abstand von 40 bis 50 Zentimeter. Im Kräuterbeet stehen Oregano und Weinraute hinten, Eberraute, Lavendel, Salbei, Ysop und Rosmarin in der Mitte und vorn Tripmadam, Thymian und Winterbohnenkraut. Zwei bis drei Exemplare reichen aus, um den Haushalt ständig mit Blättern und Blüten zu beliefern. Bis zum Anwachsen gießt man die Pflanzen und hält sie frei von Wildkräutern. Später benötigen sie nur noch wenig Pflege und halten Trockenheit gut aus.

Nach der Blüte schneidet man den Lavendel um ein Drittel zurück, damit er nicht von unten verholzt. Über Winter kann ein Frostschutz aus Reisig nicht schaden, besonders an einem windexponierten Standort.

Lavendel lässt sich in späteren Jahren über Teilung vermehren. Einfacher ist es, im Frühling Stecklinge oder Absenker zu nehmen, die sich rasch bewurzeln.

Vom Lavendel, wie auch von allen anderen mehrjährigen Mittelmeerkräutern, können das ganze Jahr über einige Blätter gezupft werden. Außerdem eignet sich Lavendel auch zum Trocknen und Lagern. Zum Zeitpunkt der aufgehenden Blüte schneidet man das Kraut ab und hängt es kopfüber in Bündeln an einem schattigen, luftigen Ort auf. Die getrockneten Kräuter lagert man in geschlossenen Behältern.

Öle und Essenzen

Ragouts, Eintöpfe, Fleisch- und Fischgerichte erhalten durch Lavendel eine hervorragende Würze, kleinere Gewürzsträuße werden mitgekocht. Außer in der Küche lässt sich der Lavendel noch vielfach benutzen, und zwar zu Kräuterkissen, Trockensträußen, Duftwässern, Badezusätzen sowie zu Ölen und Essenzen.

Im Haus wie im Garten benutzt man Lavendel auch erfolgreich zum Vergrämen unerwünschter Tiere. Kräuterbündel mit Eberraute und Lavendel halten im Wäscheschrank die Motten fern. Auch als Mittel gegen geruchsempfindliche Ameisen hat sich Lavendel bewährt. Die Blüten oder Essenzen daraus streut oder tropft man auf die Ameisenwege.

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