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NWZonline.de Gartenzeit

Zwiebeln im Haus vorziehen

09.03.2019

Die Palette der Speisezwiebeln und ihrer nahen Verwandten ist groß. Neben der Speisezwiebel, der Schalotte und der Perl-, Frühlings- und Winterheckenzwiebel sind seit einigen Jahren besonders die Gemüsezwiebeln geschätzt, die ein Erntegewicht von bis zu einem Kilo auf die Waage bringen. Um diese Erträge zu erzielen, reicht es aber nicht aus, die Samen im Frühling im Freiland auszusäen, eine Anzucht auf der Fensterbank ist nötig, um starke Jungpflanzen zu bekommen.

Dünn aussäen

Als Saatgut empfehlen sich die Sorten „Alisa“, „Graeg“ oder „The Kelsay“. Die Samen werden ab Anfang März dünn in Schalen und Kisten etwa zwei Zentimeter tief in feuchter Vorzuchterde ausgesät. Die Gefäße bedeckt man mit einer Glasscheibe oder Haushaltsfolie und stellt sie an einen warmen Ort, der durchaus dunkel sein kann, da zum Keimen kein Licht erforderlich ist.

Während im Freiland Zwiebeln erst in zwei oder drei Wochen keimen, zeigen sich die ersten Sprosse im warmen Haus bereits innerhalb einer Woche. Die Sämlinge müssen jetzt hell und nicht zu warm gestellt werden, zum Beispiel auf einer Fensterbank, im leicht temperierten Wintergarten oder Gewächshaus. Die Abdeckung wird entfernt. Die Jungpflanzen verzieht man auf 5 mal 5 Zentimeter in größere Pflanzgefäße.

Im Freiland finden die Gemüsezwiebeln ab April unter Folie, Glas oder Vlies oder nach den letzten Spätfrösten ab Mitte Mai ihren Platz. Der Reihenabstand beträgt 30 Zentimeter und der Abstand von Pflanze zu Pflanze 25 Zentimeter.

Wer sich die Mühe der Vorzucht ersparen möchte und nicht auf riesige Gemüsezwiebeln Wert legt, kann die Samen auch im März direkt ins Freiland in nicht zu tiefe Rillen einsäen. Eine Markiersaat von Salat oder Radieschen wird zur rechtzeitigen Erkennung der Reihen dazwischengesät. Zwiebeln keimen zwar schon ab einer Bodentemperatur von vier Grad, kaltnasses Wetter mit Frösten führt aber leicht zu Ausfällen.

Zum optimalen Wachstum benötigen die Zwiebeln neben einem vollsonnigen Standort humose Gartenböden. Sandböden mit Lehmanteil sind am idealsten. Besonders gut wachsen Gemüsezwiebeln auf Beeten, auf denen im Vorjahr Starkzehrer wie Kohl, Sellerie und Kartoffeln standen, die eine reiche Gabe Kompost und verrotteten Mist bekommen hatten. Im selben Frühjahr ausgebrachten Mist vertragen Zwiebeln nicht, infrage kommen dann nur reifer Kompost und eine kleine Gabe von Holzasche.

Mischkultur mit Möhren

Als bekannteste Mischkultur empfiehlt sich der Anbau neben Möhren, da sich diese Pflanzen günstig im Wachstum beeinflussen und zudem dem Befall mit der Möhren- und der Zwiebelfliege vorbeugen. Möglich sind aber auch Nachbarn wie Gurken, Salat und Schwarzwurzeln oder eine Pflanzung neben Kräutern wie Bohnenkraut, Dill und Kamille.

Zwischen den Reihen lockert man im Frühling mit dem Sauzahn, zum Sommer lohnt sich ein Mulchen mit Grasschnitt oder ähnlichem Material. Sind Schäden durch die Zwiebelfliege zu befürchten, ist ein Anbau unter Gemüsefliegennetzen die einfachste Art, sich vor dieser lästigen Plage zu schützen.

Ab September beginnt dann die Ernte dieser mild schmeckenden Zwiebeln. Sie eignen sich gut zu Rohkostsalaten, als geschmortes Gemüse oder ausgehöhlt mit einer Füllung aus Getreide oder Fleisch zubereitet.

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