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NWZonline.de Gartenzeit

Wenn es Bäumen zu kalt wird

26.01.2019

Die zunehmend milden Winter verleiten schnell dazu, auch bei uns eher mediterrane Gehölze anzupflanzen. Aber Obacht: Einige weisen nicht die notwendige Frosthärte auf. Wenn dann zum ausklingenden Winter noch einmal kräftig der Frost zuschlägt, sind Schäden programmiert. Sich mit Gewalt gegen das Klima zu stemmen, bringt wenig Sinn. Besser ist es, geeignete Arten für den Garten auszuwählen.

Winterhärtezonen

Wichtig ist es zuerst zu wissen, in welchen Winterhärtezonen unsere Gärten liegen. Das mildeste Klima in Deutschland ist, belegt durch jahrzehntelange Aufzeichnungen, an der Nordsee und im westlichen Ostseegebiet, am Rhein bei Koblenz, Mainz und Ludwigshafen und am Bodensee, wo die Tiefsttemperaturen nur in den seltensten Fällen unter minus neun bis minus zwölf Grad fallen.

Abgesehen von der Küste ist es in der Norddeutschen Tiefebene schon kälter. Dort muss mit Frost bis minus 15 Grad gerechnet werden. In vielen anderen Gebieten ist Frost bis minus 20 Grad zu erwarten, während in ungünstigen und höheren Lagen die Temperaturen bis unter minus 25 Grad fallen.

Wichtig ist es auch zu wissen, dass nicht jeder Frost die Gehölze schädigt. Liegt zum Beispiel eine dicke Schicht Schnee, schützt diese die Bäume gut vor Minusgraden. Schädlich dagegen sind vor allem die Kahlfröste im Februar, die für beträchtliche Schäden sorgen, wenn die Temperaturen dann unter minus 20 Grad fallen.

Den meisten unserer heimischen Bäume kann aber in der Regel kein Frost schaden: Kiefer, Zitterpappel und Moorbirke vertragen Temperaturen bis minus 45 Grad; Faulbaum, Gemeine Fichte und Schwarzerle bis minus 40 Grad, Buche, Stieleiche, Winterlinde und Spitzahorn bis minus 34 Grad und Feldahorn, Kornelkirsche und Vogelkirsche bis minus 28 Grad.

Ab diesen Werten gibt es die ersten Gehölze, die in ungünstigen Lagen kalte Füße bekommen. Buchsbaum, Efeu, Eibe und Walnuss halten Minusgrade nur geringfügig unter minus 20 Grad aus. Atlaszeder, Lorbeerkirsche und Stechpalme können Schäden schon ab minus zwölf Grad erleiden und Buntlaubige Ölweide, Purpur-Glanzmispel, Pinie, Steineiche, Schmetterlingsstrauch und Strandkiefer bei Temperaturen unter minus sieben Grad.

Schutz vor Verdunstung

Noch empfindlichere Gehölze wie Bougainvillea, Dattelpalme, Echte Zypresse, Eucalyptus, Kamelie, Lorbeerbaum, Immergrüne Magnolie, Japanische Hanfpalme und Ölbaum überleben bei uns jahrzehntelang unbeschadet lediglich in mildesten Klimagebieten und zum Teil auch nur mit einem Winterschutz.

Vielfach kommt es bei Immergrünen zu Blattschäden durch Frosttrocknis, an der meist eine wind- und sonnenexponierte Lage schuld ist. Dies lässt sich vor allem an Rhododendren beobachten. Sie rollen bei starkem Frost zwar als Schutz vor Verdunstung die Blätter um die Mittelrippe ein, bei starker Spätwintersonne und eisigen Ostwinden verdunsten die aufgetauten Blätter dann aber doch Wasser. Aus den gefrorenen Zweigen und dem Boden kann dieses dann oft nur mangelhaft ergänzt werden, und es kommt zu Schäden. Möglich ist es, empfindliche Immergrüne mit Fichten- oder Kiefernreisig zu schützen, das im Frühjahr geschreddert zum Mulchen verwendet werden kann.

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