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NWZonline.de Gartenzeit

Käfer und Larven mit großem Appetit

14.07.2018

Lilienfreunde stellen an ihren Pflanzen ab Frühjahr zuerst häufig einen Fenster- und Lochfraß fest, und später sind die Blätter sogar vom Rand her abgefressen. Selbst Knospen und Blüten werden oft angeknabbert.

Schuld daran ist in den meisten Fällen das Lilienhähnchen, ein faszinierend aussehender lackroter Käfer, der im Garten zur Plage werden kann. Denn als Larve und Käfer ist er in der Lage, an einem Tag ganze Lilien kahl zu fressen.

Der Käfer ist etwas kleiner als einen Zentimeter mit dunklen Beinen und schwarzem Kopf. Er erscheint ab April und ernährt sich zuerst von Kaiserkronen und Madonnenlilien. Die Tiere legen auf den Blattunterseiten in Reihen ihre etwa 1,5 Millimeter großen, orangen Eier ab. Die Larven erscheinen ab Anfang Mai und verpuppen sich nach drei Wochen. Die zweite Generation entwickelt sich im Sommer und richtet den Hauptschaden an den Lilien an, zumal die Käfer flugfähig sind und sich schnell ausbreiten können.

So leuchtend auffallend der Käfer, so unscheinbar ist die Larve. Sie ist als Schutz vor Fraß total verhüllt von einer dunkelbraunen klebrigen Schutzschicht aus ihrem eigenen Kot, nur die Mundwerkzeuge bleiben frei. Die Käfer der letzten Generation, bis zu drei sind bei warmen Sommern möglich, überwintern im Boden und sind im Frühjahr zur Stelle, wenn die Kaiserkronen aus dem Boden treiben.

Zur Vermeidung größerer Schäden werden die Larven und Käfer täglich eingesammelt und aus dem Gartenbereich entfernt, auch die Eier kann man durch Abstreifen der Blätter mit den Händen gut beseitigen.

Trotz intensiven Einsammelns kommt es vor, dass jährlich unvermindert neue Tiere auftreten, auch wenn keine Nachbargärten in der Nähe sind. Dies liegt daran, dass Lilienhähnchen als Wirtspflanze auch den Bittersüß (Solanum dulcamara, Bittersüßer Nachtschatten) annehmen. Bei Plagen mit Lilienhähnchen ist dafür Sorge zu tragen, dass dieses giftige Nachtschattengewächs nicht im Garten wächst.

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