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NWZonline.de Gartenzeit

Gelb blühende Apotheke aus der Natur

22.09.2018

Mit Erfolg lässt sich Rainfarn im naturgemäßen Gartenbau vielfältig anwenden: Das gehäckselte Kraut über die Möhrenreihen gestreut, dient zur Geruchsüberdeckung beim Schutz vor der Möhrenfliege. Ein Tee als Spritzmittel hilft bei Problemen mit Milben an Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren, aber auch bei einem Befall mit Blatt- und Wurzelläusen, Blattwespen und auch störenden Ameisen. Im Obstbau kann man den Tee auch zu Flugzeiten des Apfelwicklers und Frostspanners und im Gemüsebau beim Kohlweißling zur Geruchsüberdeckung ausbringen.

Zusammen mit Schachtelhalm als Brühe zubereitet und über Saatbeete ausgebracht, bieten diese Kräuterauszüge einen vorbeugenden Schutz gegen Pilzerkrankungen.

Rainfarntee bereitet man zu, indem man 30 bis 50 Gramm des getrockneten Krautes mit einem Liter kochendem Wasser übergießt. Nach dem Erkalten wird die abgesiebte Lösung unverdünnt gespritzt.

Eine Schachtelhalm-Rainfarnbrühe stellt man her, indem man je ca. 200 Gramm (entspricht 20 Gramm getrockneter Pflanzen) vom frischen Kraut über Nacht in zehn Liter Wasser einweicht, aufwärmt und eine halbe Stunde kochen lässt. Nach dem Erkalten wird die durchgesiebte Brühe verwendet.

Den höchsten Gehalt an Inhaltsstoffen hat der Rainfarn jetzt zu seiner Blütezeit. Obwohl in den Blüten die Konzentration der Stoffe am größten ist, kann man ruhig das ganze Kraut über dem Boden abschneiden und kopfüber trocknen.

Rainfarn ist ein Korbblütler, der häufig am Feldrain, also neben Feldern, an Wegen und Waldrändern in ganz Europa wächst. Jetzt im Hochsommer erkennt man diese Pflanze gut an ihrer aufrechten Gestalt mit einer Höhe von bis zu 1,5 Metern und den zahlreichen strahlend gelben, knopfartigen, ca. ein Zentimeter großen Blütenköpfchen. Die ganze Pflanze riecht stark aromatisch und enthält verschiedene ätherische Öle, darunter das giftige Thujon sowie Bitter- und Gerbstoffe.

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