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Die Frühjahrskur für den Rasen umfasst drei wichtige Schritte: abrechen, mähen und düngen. Rasen: Es wird Zeit für die Frühjahrskur

Swantje Harms
Mit dem Eisenrechen und Rasenmäher beginnt die zeitige Frühjahrskur beim Rasen. Anschließend erfolgt das Düngen.

Mit dem Eisenrechen und Rasenmäher beginnt die zeitige Frühjahrskur beim Rasen. Anschließend erfolgt das Düngen.

denisfilm/123RF

Leinfelden-Echterdingen/Oldenburg - Trotz aller Wetterkapriolen lockt es die Hobbygärtner zum Frühlingsanfang in ihren Garten. Der Wohlfühlort ist durch den Winter noch deutlich gekennzeichnet. Bislang sticht meist nur der Rasen als grünes Element heraus. Auch deshalb legen besonders viele Hobbygärtner ihr Augenmerk darauf, dass diese Grünfläche gut gepflegt in die Saison startet. Worauf es bei einem dichten, sattgrünen und homogenen Rasen ankommt und ob ein „ordentlicher“ Rasen noch zeitgemäß ist und welche Alternativen es für die Rasenpflege im Klimawandel gibt, erklärt Prof. Martin Bocksch aus Leinfelden-Echterdingen in einem exklusiven NWZ-Interview.

„Rasenprof“ Martin Bocksch BILD: privat

„Rasenprof“ Martin Bocksch BILD: privat

Der Diplom-Agrarbiologe ist Vorstandsmitglied der Deutschen Rasengesellschaft und gilt als der „Rasenprof“ Deutschlands. Der Rasenexperte weiß: Ein „ordentlicher“ Rasen ist für viele Hobbygärtner das Aushängeschild für gute Gartenexpertise. Der Geruch von frisch gemähtem Rasen ist ein Fingerzeig für den Frühling. Es wird Zeit für die Frühjahrskur.

Die Wachstumskurve im Jahresverlauf zeigt das Verhältniss von Blattfläche und Schnitthöhe zu Wurzelbildung und -tiefgang. Grafik: Ursula Knödler

Die Wachstumskurve im Jahresverlauf zeigt das Verhältniss von Blattfläche und Schnitthöhe zu Wurzelbildung und -tiefgang. Grafik: Ursula Knödler

Worauf kommt es bei der Rasenpflege im Frühling wirklich an: Welche Schritte sollten in welcher Reihenfolge erfolgen und vor allem wann ?

Ganz so „grün“ wie Sie es beschreiben, sehen viele Rasenflächen derzeit noch gar nicht aus. Oft sind sie eher als grau-gelb zu bezeichnen. Daher sollte der Rasen nun – möglichst rasch – mit einer „Frühjahrskur“ aus dem Winterschlaf geweckt werden. Diese Frühjahrskur umfasst drei Schritte:

1. Den Rasen mit einem kräftigen Eisenrechen abrechen. Letztes Laub, Äste und dergleichen abharken. Das dabei auch Graspflanzen mit herausgerissen werden ist gewollt und sinnvoll. Denn Pflanzen, die jetzt nicht gut verwachsen sind, sind krank und sollten entfernt werden.

Und spätestens danach wird einem auffallen, wie unterschiedlich stark die Gräser nach dem letzten Schnitt im Spätherbst und somit über den Winter noch gewachsen sind.

2. Im zweiten Schritt wird der Rasen das erste Mal gemäht. Für einen Hausrasen sollte eine Schnitthöhe von ca. 4 cm eingestellt sein. Das Schnittgut des ersten Schnittes wird entfernt, damit die Krankheitserreger nicht wieder in die Grasnarbe zurückgeführt werden. Und gemäht werden sollte von nun an wieder regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, mehr wird zunächst nicht nötig sein. Aber es gibt eben Gräser im Rasen, unerwünschte zumal, die auch bereits bei kühlen Bedingungen kräftig wachsen. Dazu gehören die Gemeine und die Jährige Rispe (Poa trivialis und Poa annua) sowie die Honiggräser (Holcus spp.). Wenn diese Pflanzen nicht gemäht werden, wachsen lange Blätter und sie haben viel Photosynthesefläche und bilden somit viel Zucker, der für kräftiges Wachstum und Ausdehnung in der Grasnarbe sorgt.

3. Nun brauchen die Gräser Nährstoffe und im Frühjahr insbesondere den Wachstumsmotor – Stickstoff (N). In pflanzenverfügbarer Form ausgebracht – also als Nitrat (NO3) oder als Ammonium (NH4) – nehmen die jungen, frischen Wurzeln den Stickstoff sofort auf. Die Folge ist kein starkes Blattwachstum, dafür ist es noch zu kalt, aber die Grasblätter verändern ihre Farbe und werden wieder Grün. Denn es kann wieder Chlorophyll gebildet werden.

Für ein gleichmäßiges Wachstum müssen Wasser, Nährstoffe und Sauerstoff an die Wurzeln gelangen. Vertikutiert werden sollte allerdings erst ab Mai. BILD: melkvik/23RF

Für ein gleichmäßiges Wachstum müssen Wasser, Nährstoffe und Sauerstoff an die Wurzeln gelangen. Vertikutiert werden sollte allerdings erst ab Mai. BILD: melkvik/23RF

Das erlaubt den Gräsern anschließend „entspannte Photosynthese“ zu betreiben, wie ich es nenne.


Was bedeutet das: „entspannte Photosynthese“ ?

Nun, im Sommer scheint die Sonne viel. Aber es ist trocken. Für die Photosynthese muss die Graspflanze die Spaltöffnungen öffnen, um den notwendigen Gasaustausch zu bewerkstelligen (CO2 wird für die Photosynthese aufgenommen und O2 (Abfall der Photosynthese) wird an die Atmosphäre abgegeben). Durch die geöffneten Spaltöffnungen entweicht dabei aber auch Feuchtigkeit/Wasser aus der Graspflanze. Im Frühjahr bei feuchtem Boden kann die Pflanze diesen Verlust einfach ausgleichen. Bei sommerlicher Trockenheit nicht und damit bleiben trotz schönstem Sonnenschein die Stomata zu und es kann keine Photosynthese stattfinden. Das verstehe ich unter entspannter Photosynthese im Frühjahr. Dafür muss der Himmel übrigens absolut nicht wolkenlos sein, starke Bewölkung ist völlig ausreichend, um die Lichtsättigung der Gräser für eine maximale Photosyntheseleistung zu erreichen.

Eine Schnitthöhe von vier Zentimetern belässt den Gräsern ausreichend Photosynthesefläche zur Blattbildung. BILD: Ursula Knödler

Eine Schnitthöhe von vier Zentimetern belässt den Gräsern ausreichend Photosynthesefläche zur Blattbildung. BILD: Ursula Knödler

Und was passiert danach ?

Nun die Pflanzen bilden also Zucker. Ein Teil wird für die Bildung weiterer Wurzeln verwendet. Das verbessert später im Sommer die Trockentoleranz der Gräser. Der größte Teil wird jedoch eingelagert und wenn die Temperaturen im Boden auf 10 – 12 °C steigen, dann beginnen auch unsere Rasengräser wieder zu wachsen. Und da viel Zucker vorhanden ist, bilden diese Gräser größere und mehr neue Blätter – und können in der Folge noch mehr Photosynthese betreiben.

Kann eine „entspannte Photosynthese“ stattfinden, weird Moos zurückgedrängt und Narbenlücken wieder geschlossen. Green summer background. Bild: koolol/123RF

Kann eine „entspannte Photosynthese“ stattfinden, weird Moos zurückgedrängt und Narbenlücken wieder geschlossen. Green summer background. Bild: koolol/123RF

Dabei nimmt übrigens gleichzeitig die Narbendichte zu, denn ab der Bildung des dritten Blattes einer jungen Graspflanze, wird mit jedem weiteren neuen Blatt auch ein vegetativer Seitentrieb gebildet und die Narbe wird gerade nach dem Winter wieder dichter. So wird Moos zurückgedrängt und Narbenlücken wieder geschlossen. So startet man mit einem schönen, sattgrünen und dichten Rasen in die Saison.

In welchem Fall sollte der pH-Wert vor dem Düngen gemessen werden ?

Den Boden pH-Wert zu bestimmen ist nie verkehrt. Hat der pH-Wert doch u. a. großen Einfluss auf die Nährstoffverfügbarkeit. Und hier passiert derzeit etwas. Der saure Regen fehlt. In vielen Gartenböden steigt in der Folge der pH-Wert an und liegt vielfach über pH-7, also dem neutralen Bereich. In der Landwirtschaft wird daher heute schon Schwefel gedüngt, um den Pflanzen diesen wichtigen Nährstoff, der zudem den pH-Wert saurer macht, in ausreichender Form zuzuführen. Auch im Rasen wird das immer wichtiger, bevorzugen unsere Gräser doch einen schwach sauren pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5.

Ach ja, vielfach hält sich immer noch der Glaube, eine Moosausbreitung hänge mit einem sauren/niedrigen pH-Wert zusammen und deshalb müsse nun Kalk zugeführt werden. Um es kurz zu machen, Moose wachsen mehr oder wenig unabhängig vom pH-Wert insbesondere in der kühl-feuchten Jahreszeit. Sie gehören zu den ganz wenigen Pflanzen, die auch bei Frost wachsen können. Kalk treibt nur den pH-Wert unkontrolliert nach oben und verhindert damit eventuell die Aufnahme wichtiger Nährstoffe, insbesondere Stickstoff ist davon betroffen.

Vertikutieren oder lüften – was ist wann die sinnvollere Methode ?

Im zeitigen Frühjahr reicht der Eisenrechen völlig aus. Natürlich kann man auch mit einem sogenannten Lüfterrechen arbeiten, aber meist wird er nicht die Kraft ausüben, wie ich das mit einem Eisenrechen erreiche und wenn noch Äste auf dem Rasen liegen, scheidet das Gerät ohnehin aus.

Für das Vertikutieren ist es noch zu früh. Das Gerät verursacht massive Schäden an den Graspflanzen und bei falschem Einsatz auch an der Grasnarbe. Diese Schäden verwachsen sich aufgrund der Kälte jedoch nur sehr, sehr langsam. In der Folge kann es zu Infektionen mit Krankheiten an den Gräsern kommen. Und in die geöffnete Grasnarbe wandern die kältetoleranten, bereits oben genannten unerwünschten Gräser ein. Aber auch Unkräuter nutzen gerne diese Gunst der Stunde, keimen und etablieren sich.

Vertikutieren fängt mit einem V, der römischen Zahl 5 an. Und die steht für den Monat Mai bzw. den 5. Schnitt. Also sollte man nicht vor Ende April bzw. Anfang Mai – dem Zeitpunkt des stärksten Graswachstums – seinen Rasen vertikutieren. Erst zu diesem Zeitpunkt verwachsen sich die Schäden rasch. Auch ist der Rasen durch eine Düngergabe rund 10 Tage vorher auf die Maßnahme vorzubereiten. Ein Vertikutiergang sollte übrigens immer mit einer Nachsaat verbunden werden.

Über das richtige Mähen gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Einige stehen auf vollautomatische Mähroboter, andere halten das ständige Mähen für übertrieben und schwören auf herkömmliche Rasenmäher als Motor- oder Akkuversion.

Was spricht aus Ihrer Sicht für oder gegen die jeweiligen Methoden? Und wie halten Sie es persönlich ?

Wie der Rasen gemäht wird – ob mit Akku, Stromkabel, mit einem Zweitakter oder Muskelkraft – das ist dem Rasen und den Gräsern recht egal. Wichtiger ist das, was sich unter dem Motor befindet, das oder die Messer. Die müssen unbeschädigt und geschärft sein. Und bei einem Spindelmäher müssen Untermesser und die Spindelmesser gut aufeinander abgestimmt sein. Dann ist dieses Verfahren für die Gräser schonender, weil die Blätter ähnlich einer Schere, sauber abgeschnitten werden.

Ich persönlich mähe mit solch einem handbetriebenen Spindelmäher. Das tut mir, den Gräsern und der Umwelt gut.

Wie hoch sollte der Mäher eingestellt sein ?

Vielen Dank, eine wichtige Frage. Im Hausrasen würde ich stets eine Schnitthöhe von 4 cm einstellen. Das belässt den Gräsern ausreichend Photosynthesefläche, erlaubt eine genügende Nährstoffspeicherung in den Blattscheiden am Triebgrund und sorgt für eine gute Wurzelbildung. Trotzdem sollte bei Trocken- oder Hitzestress die Schnitthöhe nochmals um 1 bis 1,5 cm angehoben werden. Das forciert nochmals das Wurzelwachstum, auch in die Tiefe, und die Gräser können sich länger aus dem Boden mit Wasser versorgen. Das hilft Beregnungswasser zu sparen. Um mehr als ein Drittel kann der Wasserbedarf so reduziert werden.

Die normale Schnitthöhe sollte 4 cm betragen, bei Mährobotern 5-6 cm. BILD: Frank Harms/123RF

Die normale Schnitthöhe sollte 4 cm betragen, bei Mährobotern 5-6 cm. BILD: Frank Harms/123RF

Übrigens Mähroboter dürfen nicht auf die angesprochenen 4 bzw. 5 cm Schnitthöhe eingestellt werden. Da sie immer laufen und somit den Rasen mehr oder weniger konstant bei dieser Höhe halten, reicht sie für eine ausreichende Zuckerversorgung der Pflanze nicht aus. Diesen Gräsern fehlen die Phasen nach dem Schnitt mit einem herkömmlichen Mäher in denen die Blätter auf 6, 7 oder 8 cm anwachsen können. Daher ist die Schnitthöhe bei Mährobotern immer auf ein Zwischending zwischen Schnitt- und Aufwuchshöhe einzustellen – also statt 4 cm auf 5 – 6 cm. Und im Sommer noch etwas höher.

Auch sollte der Mähroboter stets unter Aufsicht laufen und bei feuchten Bodenverhältnissen in seiner Ladestation bleiben. Sonst verursachen die schmalen Reifen zu große Schäden am Boden. Und auch während der Hauptblüte der Jährigen Rispe (Poa annua) sollte der Gartenbesitzer besser zu einem Mäher mit Fangkorb greifen, damit die Samen nicht als „Nachsaat“ gleich wieder in die Narbe zurückgeführt werden.

Die Beregnung des Rasens sollte in den Morgenstunden erfolgen. byrdyak/123RF

Die Beregnung des Rasens sollte in den Morgenstunden erfolgen. byrdyak/123RF

In Zeiten des Klimawandels und längerer Trockenperioden ist die Bewässerung für den Rasen ein Thema.

Wann muss ein Rasen tatsächlich gewässert werden, ohne die Wasservorräte unnötig zu strapazieren ?

Die Gräser zeigen uns Wasserbedarf an. Wenn wir über den Rasen laufen und unsere Spuren bleiben sichtbar, dann ist Bedarf angezeigt und es sollte eine Wassergabe erfolgen. Aber nicht nur ein paar Minuten – sondern es sollten rund 10 Liter auf dem Quadratmeter sein (10 mm/qm). Das kann man mit einem einfachen Regenmesser, wie es ihn in jedem Baumarkt oder Gartencenter gibt, überprüfen. So wird der Boden rund 10 cm tief durchfeuchtet. Und danach gibt es so lange nichts mehr, bis wieder die Trittspuren sichtbar bleiben.

Die Beregnung selbst sollte am besten in den frühen Morgenstunden erfolgen. Dann ist der Wind schwach und die Wasserverteilung daher am besten. Außerdem erwärmt sich nach Sonnenaufgang die Luft rasch und überschüssiges Wasser auf den Grasblättern kann schnell verdunsten. Das reduziert den Krankheitsdruck.

Rasenpflege muss auch unter dem Aspekt des Klimawandels betrachtet werden.

Ist der viel beschworene englische Rasen als Vorbild in Zeiten von Insektensterben, Trockenperioden und Wasserknappheit überhaupt noch zeitgemäß ?

Absolut! Zum einen lebt es auf, in und unter einem Rasen viel mehr als sich das die meisten vorstellen. Die Tiere sind jedoch meist klein und unscheinbar bzw. schnell wieder von der Präsentierfläche verschwunden. Den Regenwurm sehen wir meistens ja erst dann, wenn ihn die Amsel aus dem Boden zerrt. Oder der Bussard, der auf dem Rasen eine Maus jagt, präsentiert sich nicht anschließend stolz auf dem Rasen, sondern fliegt zu einer sicheren Fressstelle.

Zum andern kommt es darauf an, „was man draus macht“. Mich stören ein paar blühende Unkräuter im Rasen nicht. Im Gegenteil! Ich habe viele Krokusse, Schneeglöckchen, Cilla und Winterlinge im Rasen. Das sieht im zeitigen Frühjahr super aus und die ersten Insekten freuen sich, weil sie hier Nahrung finden.

Rasenflächen speichern Wasser und geben es langsam an ihre Umgebung ab und kühlen damit. Darum ist im Sommer ein Aufenthalt auf einem grünen Rasen angenehmer als auf einem Vertrockneten oder gar auf Asphalt oder Stein.

Und wie angesprochen – richtig bewässert, ist der Wasserverbrauch der Gräser gar nicht mehr so hoch.

Ist eine Blühfläche nicht natürlicher, pflegeleichter und klimafreundlicher?

Wie lassen sich Gartenbesitzer überzeugen, die Rasenfläche zumindest teilweise zu einer Blühfläche für Insekten umzufunktionieren ?

Sobald ich neue Technik anschaffen muss oder mehrere Wochen auf die braune Fläche einer Neuansaat blicken muss, wird es für viele Gartenbesitzer unangenehm. Ich würde alles zulassen, was niedrig bleibt. Meine Rasenfläche – im Speckgürtel von Stuttgart – ist so klein, dass ich meinen Garten nicht mehr sehen würde, wollte ich hier eine hoch aufwachsende Blühwiese oder gar einen Landschaftsrasen kultivieren. Und solche Flächen kann ich mit meiner kleinen Spindel auch nicht mehr mähen. Da brauche ich mindestens eine Sense oder Motorsense. Zudem: was dann mit dem Schnittgut? Eine Entsorgung dieses Schnittgutes ist schwierig und oft mit Kosten verbunden. Außerdem: was wird aus der Fläche im Winter? Die meisten mögen vor dem Winter eine „saubere“ Fläche haben. Hoch aufgewachsene Gräser und Kräuter liegen bei Nässe oder Schnee oft wild herum und sehen in den Augen vieler Menschen nicht ordentlich aus. Also werden die Flächen vor dem Winter gemäht. Dann haben jedoch ganz viele der Insekten, die ich gerne fördern möchte, an Blättern, in hohlen Stängeln und anderswo an den Pflanzen Eier abgelegt, sich in ihre Cocons zur Verpuppung begeben oder sich einfach versteckt, um den Winter zu überdauern. Die werden dann alle auf der Kompostieranlage oder im Sondermüll entsorgt. Keine schöne Vorstellung.

Daher einen schönen Rasen mit Frühblühern im zeitigen Frühjahr und vielleicht einer Wildblumeninsel (ohne Gräser) in einem schönen, sonnigen Bereich. Das ist ein guter Kompromiss.

Sie halten beim Aktionstag „Klimafreundliches Gärtnern“ am 11. Juni im Park der Gärten einen Vortrag zur Rasenpflege im Klimawandel. Welcher Aspekt ist Ihnen dabei besonders wichtig ?

Nun, zuallererst natürlich die hier bereits angesprochene Frühjahrskur und damit auf einen früheren Start der Rasenpflege. Dann ist nämlich noch ausreichend Wasser vorhanden. Aber sicher werde ich auch das Thema „wassersparende Bewässerung“ ansprechen und auch auf die Auswahl der Rasengräser eingehen müssen. Düngemittel und ihre Anwendung im Sinne der Umwelt und der Rasenqualität wird dabei ebenfalls eingeworfen, vor allem vor dem Hintergrund der Erreichung der gewünschten Eigenschaften eines Rasens.

Und vielleicht erlaube ich mir noch einen Blick in die Zukunft der Rasenflächen, wenn die Zeit dafür bleibt.

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