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NWZonline.de Gartenzeit

Für den sonnengestressten Rasen: Fitnesskur im Herbst

28.09.2018


Profis aus dem Garten- und Landschaftsbau wissen, dass die Rasenpflege im Herbst besonders wichtig ist, damit die Grünflächen gut durch den Winter kommen und die Gräser im nächsten Frühjahr wieder richtig durchstarten. „Die meisten Rasenflächen überstehen auch Trockenperioden relativ gut“, sagt Andrea Neuenschwander, Umweltingenieurin beim Schweizer Düngerspezialisten Hauert. „Damit sie im Spätsommer wieder sattgrün leuchten, müssen sie natürlich ausgiebig mit Wasser versorgt werden. Anders als viele Gartenbesitzer glauben, ist eine tägliche Bewässerung aber nicht notwendig. Besser ist es, ein bis zwei Mal in der Woche intensiv zu sprengen. So erreicht das Nass auch die tieferen Bodenschichten und die Wurzeln der Gräser wachsen weiter hinunter. Langfristig macht eine solche Verwurzelung die Pflanzen weniger anfällig gegen Trockenheit.“ Damit das Wasser nicht zu schnell versickert, wird es möglichst langsam ausgebracht. Rasensprenger und Beregnungsanlagen lässt man daher länger an einer Stelle laufen und wechselt nicht so häufig den Standort. Zehn bis 25 Liter je Quadratmeter sollte man dem Rasen pro Bewässerung gönnen - lehmige Böden benötigt weniger, sandige etwas mehr. Wer die Menge genau kontrollieren möchte, kann einen Blick auf die Wasseruhr werfen oder sich einen Regenmesser zulegen. Noch simpler geht es mit einem einfachen Glas: Vor dem Beregnen stellt man das leere Gefäß auf den Rasen, sobald es ein bis zwei Zentimeter hoch mit Flüssigkeit gefüllt ist, ist die Fläche ausreichend versorgt. Die beste Zeit für das Bewässern sind die frühen Morgenstunden. Dann nehmen die Graswurzeln die Feuchtigkeit gut auf und die Verdunstung ist vergleichsweise gering. Hobbygärtner, die morgens nur schwer aus dem Bett kommen, investieren am besten ein paar Euro in eine Zeitschaltuhr für ihre Sprinkleranlage.

Herbstdünger ist anders

Die Ursache für die gelben und braunen Gräser ist neben dem Wassermangel häufig auch eine unzureichende Versorgung mit Kalium (K), das die Resistenz der Pflanzen gegen Trockenheit erhöht. „Üblicherweise wird die Herbstdüngung des Rasens zwar erst zwischen Mitte Oktober und Mitte November vorgenommen“, erläutert Neuenschwander. „Da viele Flächen aufgrund der ausgeprägten Dürreperiode aber in diesem Sommer vermutlich keine Düngung erhalten haben, ist es in diesen Fällen sinnvoll, die Herbstdüngung etwas vorzuziehen und je nach Entwicklung und Zustand der Graspflanzen ggf. nach einigen Wochen noch einmal zu wiederholen.“

In seiner Zusammensetzung unterscheidet sich Herbstdünger deutlich von den Produkten für Frühjahr und Sommer. Denn am Ende der Vegetationsperiode benötigt Rasen weniger Stickstoff (N), der vor allem das Längenwachstum der oberirdischen Pflanzenteile anregt. Wichtig ist jetzt, dass neben der Kaliumversorgung auch das Angebot von Phosphat (P) stimmt.

Ob Temperatur-Schwankungen, geschlossene Schneedecke, trockene Frostperioden oder langanhaltende Staunässe – die Graspflanzen werden auch in der kalten Jahreszeit wieder erheblichen Belastungen ausgesetzt sein. Mit einer gezielten Herbstdüngung sind sie optimal darauf vorbereitet: Das Phosphat fördert das Wurzelwachstum und macht die Gräser widerstandsfähiger und das Kalium erhöht die Salzkonzentration im Zellsaft und wirkt so wie ein natürliches Frostschutzmittel.Wichtig beim Düngen ist immer die richtige Dosierung, deshalb sollte man unbedingt die Mengenangaben auf den Verpackungen einhalten. Besonders gleichmäßig verteilen lässt sich das Granulat mit einem Streuwagen.

Es empfiehlt sich die Arbeit an einem Regentag durchzuführen, dann verteilt sich der Dünger besonders gut und die einzelnen Grashalme können ihn gleich aufnehmen. Wird bei trockenem Wetter gedüngt, muss die Fläche hinterher bewässert werden.

Nachsaat

„Falls die Trockenschäden in der Rasenfläche so groß sein sollten, dass auch nach zwei bis drei Wochen bei intensiver Beregnung nur wenige neue Gräser austreiben, ist eine Nachsaat unumgänglich. Denn schließt man die Lücken in der Grasnarbe nicht zügig, breiten sich Unkräuter relativ rasch aus“, so Neuenschwander. „Der Herbst ist ideal für die Ausbesserung solcher Schadstellen, da der Boden noch warm ist, die Sonne die Erde aber nicht mehr so stark austrocknet.“

Vor dem Ausbringen des frischen Saatguts sollten abgestorbene Pflanzenteile mit einem groben Rechen oder einem Vertikutierer von der Fläche entfernt werden. Das schafft Platz und Luft. Anschließend braucht es wieder ausreichend Wasser, damit der neue Rasen keimen kann.“

1. Vertikutieren
Zeit zum Vertikutieren ist bis Ende Oktober. Zuerst wird der Rasen gemäht und dann die Fläche kreuzweise mit dem Vertikutierer bearbeitet. Die leichten Schnitte, die das Gerät setzt, lösen Verdickungen und Verfilzungen – das wirkt wie eine Verjüngungskur. Unkraut und Moos wird gründlich beseitigt, so dass sich die unerwünschten Gewächse über den Winter nicht ausbreiten können. Auf Bereiche, die anschließend etwas kahl aussehen, sollte frisches Saatgut ausgebracht werden.

2. Düngen
Für den Rasen gehört die Düngergabe im Herbst zu den wichtigsten im Jahr. Spezieller Herbstdünger regt das Wachstum der Gräser nicht zu sehr an. Der Vorteil: Die Pflanzen lagern vermehrt Kraftreserven wie Kohlenhydrate in den Wurzelbereich ein,das Risiko für Winterkrankheiten. wird gesenkt. Wichtig ist nun vor allem die Versorgung mit Kalium und Phosphat. Kalium erhöht die Salzkonzentration im Zellsaft und senkt damit dessen Gefrierpunkt. Es wirkt wie ein natürliches Frostschutzmittel und macht die Gräser für das Winterwetter widerstandsfähiger. Phosphat fördert das Wurzelwachstum und sorgt so dafür, dass die Pflanzen auch in den kalten Monaten gut versorgt sind und ein schönes Grün zeigen. Welche Nährstoffe ein Dünger enthält, verrät der sogenannte NPK-Wert auf der Packung. N steht für Stickstoff, P für Phosphat, K für Kalium. Von September bis Anfang November kann er ausgebracht werden und wirkt dann etwa zehn Wochen lang.

3. Herbstlaub entfernen
Auf dem Rasen behindert Laub die Lichtaufnahme der Gräser und fördert das Mooswachstum. Außerdem begünstigt das feuchte Klima unter den Blättern das Entstehen von Faulstellen und Pilzkrankheiten. Auch Fallobst sollte nicht zu lange auf den Gräsern liegen bleiben.

4. Das letzte Mähen
Mit den sinkenden Temperaturen im Herbst lässt das Gräserwachstum nach – aber auch dann ist regelmäßiges Mähen wichtig. Der Rasen wird so lange gekürzt, wie er wächst. Je nach Wetterlage ist das bis in den Oktober oder sogar November hinein der Fall. Bleiben die Grashalme im Winter zu lang, werden sie leicht von Pilzen befallen. Sind sie zu kurz geschnitten, kann in der lichtarmen Zeit keine ausreichende Photosynthese stattfinden, die wichtig für die Energieversorgung und Kraft der Pflanzen ist. Das Schnittgut sollte jetzt möglichst komplett entfernt werden, da es bei den kühlen Temperaturen nicht mehr verrottet und den Boden verschmieren würde.

5. Bei Frost und Raureif nicht betreten
Gräser sind von Natur aus in der Lage, auch sehr kalte Temperaturen zu ertragen. Wird der Rasen bei Raureif oder Frost betreten, können durch die Eiskristalle in den Pflanzenzellen oder an den Blättern die Halme leicht beschädigt oder sogar zerstört werden. Daher sollte der Rasenfläche eine Winterruhe gegönnt werden.

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