Leider ist aber viel zu wenig bekannt, dass eine Blütenfülle bei Passionsblumen, Passiflora, erst nach einem kräftigen Rückschnitt einsetzt. Schon einjährige Pflanzen bringen zahlreiche Ranken hervor; innerhalb eines Jahres entsteht ein dichtes Geflecht.
Bleiben die Pflanzen ungeschnitten, bildet sich ein unansehnliches Dickicht heran; mit Blüten ist dann kaum zu rechnen.
Alle alten Triebe werden am besten zum Zeitpunkt des Umtopfens im Frühjahr auf ca. sechs Augen zurückgeschnitten. Dies fördert die Ausbildung reich blühender, kurzer Seitensprosse. Bei zu groß werdenden Pflanzen lassen sich auch ganze Leittriebe herausschneiden.
Als Erdmischung bietet sich lehmiger Boden an; ein überhöhter Torfanteil wirkt sich nachteilig auf das Wachstum aus.
Ab Austriebsbeginn, als Kletterpflanzen benötigen die Passionsblumen ein Gerüst, ist ausreichend zu gießen; während der Blüte ist oft ein täglich zweimaliges Gießen erforderlich. Gut möglich, wenn vorhanden, ist für die Passionsblume ab Ende Mai ein geschützter, vollsonniger Platz auf einer Veranda oder einem Balkon. Sollten wir nicht gerade einen regnerischen und kühlen Sommer bekommen, so ist mit einer wahren Blütenfülle zu rechnen.
Der Frühling oder zeitige Sommer ist auch ein guter Zeitpunkt, Kopfstecklinge aus kräftigen Seitentrieben zu nehmen, die in humoser Erde schnell anwurzeln.
Rechtzeitig vor den ersten Frösten bekommen die Pflanzen, sofern sie im Freien gehalten wurden, einen hellen Platz im Haus bei Temperaturen um zehn Grad Celsius.
